Mit ‘Schornstein’ getaggte Beiträge

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen, in der sich auf der einen Seite einiges getan hat, auf der anderen Seite aber auch einiges schief gelaufen ist. Und gerade diese Kombination aus Arbeit und Frust hat dazu geführt, dass ich einige Zeit keinen Eintrag mehr geschrieben habe. Ich werde versuchen in den nächsten Posts einiges davon aufzuholen.

Eine der guten Nachrichten zuerst. Das Haus ist jetzt endlich bewohnt. Aber Carolin und ich sind noch nicht eingezogen. Da es – wie an anderer Stelle schon erwähnt – ein Mehrgenerationenhaus ist und meine Eltern schon seit einiger Zeit in einer Ferienwohnung gewohnt haben, setzten wir alles dran, dass sie so schnell wie möglich einziehen konnten. Ende letzten Jahres war es dann endlich soweit. Es ist zwar noch bis zu einem gewissen Grad eine Baustelle, aber eingerichtet kann man es sich in einem Teil der Zimmer schon recht gemütlichen machen.

Aber es war ein steiniger Weg dahin. Unser Sanitärinstallateur hatte die Rohrleitungen fertig gestellt, hat das Wasser angestellt und musste feststellen, dass der Wasserdruck nicht ausreichend ist. Unser schicker Wasserhahn von Kohler, den auch meine Eltern haben, plätschert so langsam vor sich hin, dass das Füllen einer Kaffeemaschine schon fast zur Tagesaufgabe wird. Der Wasserhahn im Bad hat da schon etwas mehr Druck, aber immer noch weit entfernt von ausreichend.

Also den lokalen Wasserversorger angerufen, die dann jemand vorbeigeschickt haben um den Druck zu messen. Ergebnis 2,7 bar – immer noch knapp über dem, was sie gesetzlich liefern müssen. Da aber im 2. Stock der Wasserdruck um ca. 1 bar abnimmt, das Leitungsnetz verhältnismäßig groß ist (für ein Dreiparteienhaus) und einige Zapfstellen hat, ist der Druck in unserem Fall nicht ausreichend. Also ist eine Druckerhöhungsanlage notwendig. Wenn man die DIN-Vorschriften ansetzt, die sich anscheinend nicht genau darüber auslässt, ab wann eine Druckerhöhungsanlage mit einer Zweipumpenlösung verwendet werden muss, dann sind das fast 10.000€ für so eine Lösung. Wenn man auf die Versorgungssicherheit verzichtet (bzw. verzichten kann/darf) und auf eine Einpumpenlösung geht, dann sind es wahrscheinlich immer noch etwas über 6.000€. Und bei Stromausfall ist die Druckerhöhung sowieso nicht gegeben, außer man setzt eine Notstromversorgung in irgendeiner Form ein.

Der nächste Rückschlag kam vom Schornsteinfeger. Der Schornstein, den wir eigentlich nutzen wollten, wurde uns vom Schornsteinfeger wegen Rissen und dem daraus unzureichenden Brandschutz stillgelegt. Daher mussten wir als erstens den bestehenden Schornstein abreißen, was zu einer interessanten Entdeckung führte. Hinter dem alten Schornstein war in einem der Zimmer noch immer Tapete an der Wand. Es wurde also irgendwann nachträglich ein Schornstein reingemauert. Und der Einfachheit halber wurde die Wand dahinter einfach gelassen wie sie war.

Als nächstes sollte ein neuer Leichtbauschornstein im 1. Stock aufgesetzt und von unten angefahren werden. Aus Brandschutzgründen ist das auch nicht zulässig. Da der Platz unter dem Schornstein im Keller allerdings schlauerweise vom Installateur mit Leitungen verbaut wurde, ist der Schornstein jetzt auf einer Konsole in der Wand in 3 Metern Höhe angebracht. Damit erfüllt er zumindest die Anforderungen an den Brandschutz.

Um für den späteren Einbau eines BHKW gerüstet zu sein, sollten zwei Abgasrohre in dem (leichtbau)Zug untergebracht werden. Aus Platzgründen funktioniert das aber nicht. Für einen zweiten Zug haben wir wegen der Position der Balken in den verschiedenen Zwischendecken keinen Platz. Die einzige Lösung war der Einsatz eines großen Edelstahlrohrs, das im Unterdruck funktioniert, obwohl die Gastherme im Überdruck arbeitet. Am Anfang habe ich auch erst mal nicht verstanden, was es damit auf sich hatte, und hat auch zwischen allen Beteiligten zu Diskussionen geführt. Letztendlich muss der Zug eben so groß dimensioniert sein, dass der Überdruck vom Gebläse der Gastherme komplett abgebaut werden kann. So zumindest mein Verständnis. Lange Rede kurzer Sinn – nach einigem Hin und Her und einigen Berechnungen haben wir seit letzter Woche einen neuen Schornstein. Gestern war dann für uns ein großer Tag, da die Gastherme in Betrieb genommen wurde. Jetzt können wir endlich die teure, strombetriebe Notheizung loswerden.

Der neue Schornstein bedeutet die nächsten Tausende, die nicht geplant waren. Unser Saalbau ist  anscheinend unsere private Elbphilharmonie. Es wird teurer und dauert länger. Ich dachte immer es wäre unser Berliner Flughafen, aber der muss ja vielleicht sogar abgerissen werden. Das ist bei uns hoffentlich nicht notwendig.

Da unser Saalbau ja, wie der Name schon verrät, eine Gaststätte war, ist hier so manches anders, als in einem normalen Wohnhaus. Die eigentliche Küche ist zwar nicht viel größer, als in einem modernen großen Haus, aber die Ausstattung war ein wenig anders. Über die Zeit ist die Ausstattung der Küche gewachsen. Angefangen hat es wohl mit einem riesigen Monster von Herd, auf den ich aber später noch zu sprechen komme. Nach und nach kamen moderne Gerätschaften dazu, die an den Außenwänden entlang aufgestellt wurden. Da es aber meines Wissens nach eher eine zünftige Gaststätte als ein Speiserestaurant war, hat dies wohl auch ausgereicht. Eine große Restaurantküche gab es also nicht. Auch in Sachen Lüftung war man eher pragmatisch und die großen Fenster mussten als Ersatz herhalten. Eine wirkliche Lüftungsanlage gab und gibt es hier nicht.

Bei unseren ersten Besichtigungen des Hauses, haben wir uns eher auf die Räumlichkeiten als die Ausstattung konzentriert. Als wir dann nach der Vertragsunterzeichnung wieder reingegangen sind, war das Haus noch nicht geräumt. In der Küche war überall noch das alte Geschirr und die Küchenausstattung auf- oder besser gesagt ausgestellt. Alles war herausgeräumt worden, um bei einer Haushaltsauflösung an den Mann oder die Frau gebracht zu werden. Aber es wurde bei weitem nicht alles verkauft, so ist uns auch da die Besonderheit dieser Küche noch nicht aufgefallen.

Erst als die Entrümpler volle Arbeit geleistet hatten, erkannten wir, was wir hier hatten. Ursprünglich sind wir ja davon ausgegangen, dass die Küchenausstattung drin bleibt und wir die selber entsorgen müssen. So klang es zumindest laut Vertrag. Daher waren wir ein wenig überrascht, als alles bis auf den unten abgebildeten großen Block entsorgt worden war. Warum dieser zurückgelassen wurde, stellten wir sehr schnell fest. Es handelt sich bei dem Herd nicht um einen Elektro- oder Gasherd, sondern noch um eine holzbefeuerte Variante.

Aber wenn es eine holzbefeuerte Variante ist, fragten wir uns, wohin dann mit dem Rauch? Ich konnte mir schlecht vorstellen, dass einfach die geöffneten Fenster den Schornstein ersetzen sollten. Irgendwie passte das ganze nicht zusammen. Nach einigem Schauen, ist mir dann ein geriffeltes Blech auf dem Boden direkt hinter dem Herd aufgefallen. Kurzerhand zum Schraubenzieher gegriffen, ließ sich das Blech recht einfach anheben und klärte meine Frage des Schornsteins. Der Herd zieht nicht – wie normal – einfach nach oben ab, sondern der Rauch wird erst mal an der Rückseite nach unten gezogen, unter dem Boden ca 2,5m bis zum Schornstein an der Wand und wird dann von dort nach oben ausgeleitet.

Wir stellten uns nun die Frage, was wir mit diesem Ungetüm anstellen sollen. Da in dieses Zimmer später eigentlich mein Hobbyraum – oder besser gesagt das Heimkino – rein soll und die Küche sowieso einen anderen Platz findet, haben wir für diesen Herd eigentlich keine Verwendung mehr. Als Grillersatz im Garten aufstellen war zwar eine Idee, die allerdings an ein paar Dingen scheitert. Wahrscheinlich werden wir ihn auf Grund des Gewichts sowieso nicht in einem Stück bewegen können. Und auch der Abzug nach unten macht diese Überlegung eher schwierig. In den oberen beiden Gärten können wir nicht grillen, weil mir das zu nah am Wald ist. Da hätte ich im Sommer mit Funkenflug meine Bedenken. Also bleibt nur ein Platz neben dem Eingang, und da macht er sich nicht besonder gut.

Um ihn zum Blickfang oder als Möbelstück um-/aufzuarbeiten, ist er zu unpraktisch und zu schwer. Die Fächer bieten nicht viel Stauraum und sind auch auf diese Art der Benutzung nicht ausgelegt (also Klappen und keine Schubladen). Somit fällt diese Überlegung auch flach. Daher wird er uns wahrscheinlich beim Schrotthändler unterstützen, außer es findet sich jemand, der ihn haben und auch abholen will. Aber die endgültige Entscheidung, was wir damit machen werden, hat noch Zeit. Erst mal werden wir uns um die wichtigeren Dinge kümmern.