Mit ‘Küche’ getaggte Beiträge

Auf Messen werden von verschiedenen Küchenstudios immer wieder Küchen nach laufendem Meter verkauft. Dabei handelt es sich um eine Mischkalkulation bei der man von einem Hersteller x-Meter Küche kauft und dabei „nach Belieben“ zusammenstellen kann, wie die Küche aussehen soll. Soweit die Theorie, in der Praxis gibt es einige Fallstricke, auf die man achten sollte bzw. derer man sich einfach bewusst sein sollte. Einige davon haben wir leider erst nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag entdeckt. Ob eine Küche nach Laufmetern zu kaufen ein Nepp ist, wie immer wieder gesagt wird, kann und will ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Wie wird der Laufmeter berechnet
Für die Berechnung der Laufmeter wird in der Regel meist die Länge der Rückseiten verwendet. Hat man nur eine einfache Küchenzeile mit vier 60cm Schränken (2,4 Metern), dann sind das 2,4 Meter die angerechnet werden.

Hat man allerdings eine Küche über Eck mit einem Eckschrank und jeweils einem 60cm Schrank, dann sind das auch 2,4 Meter, die angerechnet werden. Der Eckschrank schlägt nämlich nicht mit 60cm, sondern mit 120cm zu Buche. Das wird dann wahrscheinlich auch bei den Aufbaukosten pro Meter so berücksichtigt.

Wie wird eine Kochinsel berechnet
Bei einer Kochinsel kommt es immer darauf an, wie sie aufgebaut wird bzw. aus was für Schränken sie sich zusammensetzt. Wählt man eine Kochinsel mit einer Tiefe von 100cm, dann besteht diese in der Regel auf der Vorderseite aus 60cm tiefen Unterschränken, auf der Rückseite aus 40cm tiefen Oberschränken, die einfach an die Rückseite gestellt werden. In diesem Fall wird einer Kochinsel mit einer Breite von 2,4m berechnet. Hier werden die Oberschränke einfach hinten angestellt.

Nimmt man aber eine Kochinsel mit 120cm Tiefe, bei der auf beiden Seiten 60cm Unterschränke eingesetzt werden dann sieht die Sache anders aus. Unterschränke sind in der Regel in der Mischkalkulation anders angesetzt und werden deswegen teurer verkauft. Hier wird die Kochinsel dann wahrscheinlich nicht mit 2,4m, sondern mit 4,8 Laufmeter gerechnet und die Oberschränke werden abgezogen.  Die Kochinsel mit 120cm tiefe wird also teurer als wenn man den Meterpreis ansetzt. Werden allerdings trotz 120cm Tiefe auf der einen Seite 60cm auf der anderen Seite 40cm tiefe Schränke eingesetzt, bleibt der Preis wahrscheinlich bei 2,4m x Laufmeterpreis.

Grifflos ist nicht immer gleich grifflos und meist teurer
Der Laie setzt fehlende Griffe wahrscheinlich mit einer grifflosen Küche gleich. Allerdings sieht der Küchenbauer das anders. Es gibt zum einen Griffleisten, die auf bzw. in die Tür gesetzt werden. Dabei wird technisch gesehen nur die Türe verändert, der Korpus bleibt gleich. Das sind dann die normalen Küchen im Meterpreis.

Zum anderen gibt es die „echten“ grifflosen Küchen. Hier wird die Türe kaum/nicht verändert, aber im Korpus wird eine Griffleiste eingelassen. Dies ist technisch gesehen aufwendiger und wird daher oft mit einem Zuschlag auf den Meterpreis versehen.

Beliebige Zusammenstellung gilt meist nicht für Apotheker-, Innenauszugs- und Karussellschrank
In den Verträgen wird meist die Anzahl der Apothekerschränke und Eckschränke mit Karussell oder tollen Auszugsmechaniken eingeschränkt. Das heißt dann z.B. nur ein Apothekerschrank pro Seite.

Allerdings wird der Apotherkerschrank vom Küchenplaner wahrscheinlich auch mit einem Vorratsschrank mit Innenauszügen gleichgesetzt. Also kann ich bei einer Küchenzeile mit 2,4 m (ausgehend von 60cm Schänken) nicht 1 Apothekerschrank und 3 Hochschränke mit Innenauszügen nehmen, sondern nur einen solchen Schrank. Bei Rest kommen ohne Aufpreis nur Fachböden zum Einsatz.

Bestausstattung ist nicht gleich Bestausstattung
Auch wenn die Küche in Bestausstattung angeboten wird, heißt das nicht, dass alles drin ist. Oft werden Punkte wie Stangengriffe, Besteckschubladen oder Innenausbauten, Müllsysteme, Rolloschränke oder auch Licht ausgeschlossen. Also vorher genau abklären, was in der Bestausstattung wirklich enthalten ist und sich besonderes direkt in den Vertrag schreiben lassen.

Wangen kosten extra
Wer die Küche nicht von Wand zu Wand einbaut, braucht Wangen, damit der Abschluss schön aussieht. Aber Achtung, Wangen sind in den Meterpreisen meist nicht enthalten, sondern zählen als Designelement. Und Wangen lassen sich Hersteller oft recht teuer bezahlen. So kann es durchaus sein, das zwei Wangen einer Kochinsel teurer sind als ein ganzer Laufmeter Küche.

Gezeigtes Arbeitsplattenmaterial, Oberfläche und Ausschnitte sind ggf. aufpreispflichtig
Wenn auf der Messe z.B. verschiedene Granitsorten gezeigt werden und hier vielleicht auch ein Musterstein in Leder- oder Granitoptik dabei ist, sollte man genau nachschauen, ob genau das auch im Vertrag enthalten ist. Sonst heißt es vielleicht hinterher, der ganz dunkle Granit ist ein Nero Assoluto. Der ist aber teuer und nicht im Standard enthalten. Und eine andere Oberfläche als poliert kostet auch extra. Und auch die Materialstärke kann zum Diskussionspunkt werden. Vielleicht darf die Materialstäke maximal 3cm sein und dickere Platten oder breiter wirkende Kanten sind auch extra. Außerdem kann es durchaus sein, dass Ausschnitte für Spülbecken und Kochfelder, Bohrungen und besondere Kantenbearbeitung auch extra kosten. Also vor der Unterschrift klären, ob der gezeigte Stein in der gezeigten Oberfläche im Vertrag enthalten ist und was die Bearbeitung kostet.

Dies sind wahrscheinlich nicht alle Fallstricke, aber einige die uns aufgefallen sind. Ein Teil dieser Punkte hat bei uns für endlose Diskussionen und ungeplante Mehrkosten gesorgt. Ich will hier nicht von Meterpreisen abraten, sondern nur sagen man sollte sich bewusst sein, welche Einschränkungen man dabei möglicherweise eingeht. Es hat aber den Vorteil, dass man recht unbeschwert an die Planung gehen kann und z.B. nicht jedesmal im Hinterkopf hat, kostet der Unterschrank mit Schubladen mehr als der Unterschrank mit Einlegeböden oder sind 3 Schränke mit 100cm billiger als 5 Schränke mit 60cm. Jeder muss es für sich selber entscheiden.

Die erste Küche ist drin

Veröffentlicht: 3. November 2012 in Küche
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Inzwischen wurde auch schon die erste Küche geliefert. Wir haben schon vor längerer Zeit unsere Küchen geordert, da ja auch hier – wie bei Autos – die Lieferzeiten länger sind, als man vielleicht erwartet. Wenigstens haben wir keine „Audi-Küche“, auf die wir 8 Monate warten müssen.

Leider sind wir mit dem Raum nicht ganz so weit gewesen, wie gehofft. Der Boden war noch nicht abgeschliffen, die Decken waren wegender fehlender Abluft noch nicht oben und auch die eine oder andere Kleinigkeit hat noch gefehlt. Außerdem war zu dem Zeitpunkt der Bodenaufbau für den Stock drüber noch nicht geklärt. Somit hätte es sein können, dass wir auch einen Schallschutz in die Küchendecke integrieren müssen. Also haben wir erst mal den Ausliefertermin weiter nach hinten schieben können, um einen Teil fertig zu machen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Decke.

Bei schönem Wetter wurden die Schränke und Granit-Arbeitsplatten nach oben gewuchtet. Hier einige Impressionen der neuen Küche – auch wenn noch nicht alles montiert ist:

     

Die erste Küchenplanung

Veröffentlicht: 26. Februar 2011 in Küche
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Kennt ihr das Gefühl, dass man unbedingt mit seinem Projekt weitergekommen will, aber nicht weitermachen kann, weil erst die Voraussetzungen geschaffen werden müssen? Irgendwie will ich weitermachen, auch wenn die Entscheidung zum Thema Denkmalschutz noch aussteht.

Also haben wir uns schon mal an die Küchenplanung gemacht. Von vorn herein war klar, dass die Küche kein abgeschlossener, kleiner Raum sein soll und dass wir wieder eine Kochinsel haben wollen. Um das Esszimmer mit der Küche vereinigen zu können, ist das Nebenzimmer ideal. Wir können es durch die alten Doppel- bzw. Dreifachtüren zum Wohnzimmer hin öffnen oder wenn wir etwas vorbereiten zumachen. So können wir unsere Katzen davon abhalten über einen dekorierten Tisch zu laufen oder etwas essbares aus der Küche zu klauen. Das ist bisher eher etwas schwierig. Bei der Küche selber hatten wir an irgendwas helles, in Hochglanz und ohne Griffen gedacht. Das passt aber nicht zur Vertäfelung und eine Küche im Landhausstil wollen wir nicht. Und genau darin liegt das Problem.

Jetzt haben Line und ich uns in Bezug auf die Schränke darauf geeinigt, dass die eine Seite nur aus  Hochschränken besteht (3,6m) und demgegenüber eine große Kochinsel (3m X 1,2m) gestellt wird. Die Hochschränke sollen so weit in den Raum gerückt werden, das dahinter eine Speisekammer entsteht. Da die Kochinsel aus Platzgründen aber an die Wand gerückt wird, kann man über den Begriff Insel sicher streiten. Wir haben schon überlegt, ob wir sie längs in den Raum stellen, aber das sieht dann wahrscheinlich komisch aus, wenn auch der große Esstisch längs im Raum steht. Auf beiden Seiten der Insel sollen Unterschränke sein und Spülmaschine, Waschbecken und Kochfeld werden darin untergebracht. Backofen und Kühlschrank werden in die Hochschränke integriert. Und genau da sind wir uns uneinig. Ich will eigentlich einen zweiten Backofen, da ich sehr gerne Koche. Wenn wir Freunde zu Thanksgiving einladen und die Pute im Backofen ist, dann muss ich die anderen Dinge beim Nachbarn in den Backofen stellen. Aber auch bei nem leckeren Osso Bucco oder Niedertemperaturgerichten ist der Ofen belegt. Da wäre ein zweiter Ofen schon was feines. Line ist der Meinung, dass wir das nicht brauchen. Und wenn ich einen zweiten Backofen kriege, will sie einen Quooker. Das ist ein Kochend-Wasser-Wasserhahn, bei dem jederzeit je nach Ausführung drei oder sieben Liter kochendes Wasser gezapft werden kann. Somit würde es den bisherigen Wasserkocher ersetzen und auch beim Nudelwasser und ähnlichen helfen. Wer jetzt meint, das sei doch eine absolute Energieverschwendung, den kann ich beruhigen. Eigentlich besteht das ganze aus einer großen super isolierten Thermoskanne mit Hahn. Es hat dann einen Stromverbrauch im Ruhezustand von 10W oder wie der Hersteller so schön schreibt 5 Cent am Tag. Nur leider ist der Quooker kein Schnäppchen.

Was uns bei der Planung des Küchenlayouts geholfen hat war ein kostenloser Küchenplaner, den es bei der Firma Alno zum Download gibt. Dieser hat als Planungselemente zwar nur das Küchenprogramm von Alno, allerdings sind die Maße ja einigermaßen standardisiert. 60cm breit 60cm tief – damit kann man dann schon mal arbeiten. Auch sonst ist das Programm einigermaßen intuitiv zu bedienen. Nur Backofen und Co. habe ich am Anfang verzweifelt gesucht, bis ich gemerkt habe, dass sie als Teil des Schranks integriert sind. Am Ende kann man sich hinterher in der 3D-Ansicht einen ersten Eindruck davon verschaffen, was man so plant, und das ganze auch noch ein wenig drehen.

Von dem, was wir am Samstag in der Küchenausstellung von Alno gesehen haben, waren wir ganz angetan. Vom Preis-Leistungsverhältnis soll es auch ganz gut sein. Zumindest nach dem was ich bisher so gehört und gelesen habe. Außerdem haben sie eine tolle Hochglanzfront, die aber nicht aus Lack sondern aus Glas besteht, das von hinten lackiert und mit der Holzplatte verklebt ist. Preislich ist es in der gleichen Preisgruppe wie eine Lack Hochglanzfront von Alno. Zumindest die so genannte Alnostar Vetrina Glasfront ist auf diesem Preisniveau. Soll das ganze auch noch mit Metallleisten eingefasst sein, dann steigt die Preisgruppe um 3 Stufen und heißt Alnoart Pro. Hier sind dann auch die Griffleisten aus Metall. Da die Planungssoftware nicht so hochauflösend ist habe ich oben auch noch ein Bild der Firma Alno drangehängt. Allerdings zeigt das die teurere Alnoart Pro. Es soll einfach mal einen Eindruck vermitteln, in welche Richtung es gehen soll. Jetzt   uns das ganze irgendwann auch mal durchrechnen lassen. Und dann kommt auch noch die Frage nach den Küchengeräten. Aber das ist ein weiteres Thema.