Mit ‘Baufortschritt’ getaggte Beiträge

Inzwischen geht es gefühlt recht schnell voran zumindest was den 1. Stock angeht. Wir haben in gewisser Weise das Haus der zwei Geschwindigkeiten. Im Augenblick liegt der Schwerpunkt auf der Fertigstellung des 1. Stock und im 2. Stock wird weitergemacht,  wo es gerade sinnvoll ist. Um entsprechende Ergebnisse zu erreichen, haben wir zwei Wochen Urlaub und einige Abendschichten genutzt, um mal so richtig ranzuklotzen. Entsprechend spät und müde sind wir immer heimgekommen und ich habe die Updates des Blogs ein wenig vernachlässigt. Das will ich jetzt nachholen.

Es sind viele verschiedene Dinge, die derzeit passieren,  von denen sich manche aber teilweise schwer in Bildern zeigen lassen oder einfach nicht interessant sind. So wurden inzwischen im 1. OG frühere Türöffnungen in verschiedenen Räumen zugemacht und die Wände des Bads fertiggemacht, so dass jetzt der endgültige Grundriss steht. Dieser wurde ja in einem Bereich verändert, um dem neu erstellten Eingang Rechnung zu tragen. Dadurch, dass eine große Türöffnung zugemacht wurde, durch die Licht in den Gang kam, und eine neue Glas-Eingangstür ein paar Meter weiter eingebaut wurde hat sich die Lichtsituation deutlich verändert. Jetzt können wir wirklich einschätzen, wie die Lichtverhältnisse in Zukunft sein werden und wo bzw. wann künstliches Licht benötigt wird. Außerdem wurden fast alle Heizköper im 1. OG angebracht. Im 2. OG sind wir gerade dabei in den noch fehlenden Räumen einen neuen (Roh)Boden aus OSB-Platten zu erstellen. Auf diesem wird jetzt die Unterkonstruktion für die Fußbodenheizung aufgebaut.

Außerdem wurden im ersten Stock auch die Sandsteinplatten ergänzt, bzw. neu verlegt, die früher an anderen Stellen  ausgebaut worden waren. Es ist schön zu sehen, wie die alten Materialien an anderer Stelle eine neue Verwendung finden. Da verstehe ich es nicht, warum teilweise alte Häuser einfach abgerissen werden (auch aus durchaus berichtigten Gründen), ohne dass vorher Dinge ausgebaut oder gerettet werden, die an andere Stelle gebraucht würden oder gar dringend gesucht werden. Wahrscheinlich ist es einfach billiger – weil schneller – alles mit dem Bagger in Container zu werfen und dann zu entsorgen.

  

Inzwischen haben wir auch angefangen in verschiedenen Räumen die Decken mit Gipskartonplatten zu verkleiden. So kann der vorhandene Stuck gesichert werden und je nach Aufbauhöhe auch teilweise „weiterverwendet“ werden. Wir hatten schon geprüft, in wie weit die bisherigen Decken saniert werden können. Allerdings stellt sich das als sehr aufwendig und daher auch teuer heraus, da sich die Verbindung von Gips, Strohmatten und Decke teilweise schon gelöst hat. Dies dauerhaft zu sanieren, ohne dass weitere Risse entstehen ist ein schwieriges Unterfangen. Außerdem müssen für die Verlegung von Kabeln auch Schlitze in die Decke gefräst werden, was zusätzliche Probleme aufwerfen würde. So haben wir uns an den meisten Stellen für einen minimalen Aufbau entschieden, in dem nur Latten als Unterkonstruktion an die Decke und darauf dann die GK-Platten geschraubt werden.

  

Zusätzlich wurde ein Teil des Sandsteingewand, dem Wind und Wetter stark zugesetzt haben, ersetzt. An den angrenzenden Steinen sieht man, was der durchpfeifende Wind angerichtet hat. Unser Steinmetz hat leider keine passenden Steine gefunden. Was aber kaum verwunderlich ist, da er stark vermutet, dass die Steine für unser Haus an Ort und Stelle gewonnen wurde. Z.B. aus unserem Eiskeller.

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Hier will ich einmal schildern, wie der bisherige Ablauf mit dem Innenausbau von statten geht, wo wir gerade stehen und was noch zu tun ist. Das soll am Beispiel unserer zukünftigen Essküche in Bildern gezeigt werden.

Als erstes wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz die Vertäfelungen entfernt. Leider musste auf Grund der Bauphysik und der empfohlenen Innendämmmaßnahmen auch der Putz an den Außenwänden entfernt werden.  Außerdem mussten wir die Decke aufmachen, da hier der Putz lose war. Leider haben wir nicht gerade zu unserer Freude angefressene Bretter und Balken vorgefunden.

Nachdem der Dachdecker seien Arbeit getan hat, sind eine Reihe von Balken ausgetauscht und das Dach ist dicht. Außerdem wurden die Außenwände angegliche, dass wir ein einheitliches Niveau zum Weiterarbeiten haben.Auch die denkmalgerechten Kreuzstockfenster wurden inzwischen eingesetzt.

Als nächstes wurde ein Drahtgewebe aufgezogen, dass der Putz haftet und die Decke wurde von innen gedämmt und die Unterkonstruktion für die neue Decke erstellt.

Als nächstes wurde eine 2-3 cm dicke Grundputzschicht auf die Wände aufgezogen. Nach anfänglichen Problemen, weil der Wasserdruck für die Maschine zum Verputzen nicht hoch genug war, habe wir auch diesen Schritt geschafft. Oder besser gesagt unser Gipser.

Wie geht es jetzt weiter?

Als nächstes wird in diesen Grundputz die ganze Verkabelung verlegt. Danach wird dann ein Kleber aufgezogen der die 30er IQ-Term Platten von Remmers fixiert. Auf diese Platten, die diffusionsoffen sind aber eine Wäremedämmung darstellen, wird dann noch eine Putzschicht IQ-Term aufgezogen und gestrichen.Zum Thema Farbe haben wir viele Ideen und auch viele Ideen schon verworfen. Ich glaube das wird bis zum Ende so bleiben. Vom Material her wird es wahrscheinlich etwas auf Lehmbasis werden. Die gute Dispersionsfarbe aus dem Baumarkt oder auch schwere Tapeten sind für unsere Außenwände tabu. Dies würde den aufwendigen Aufbau ad absurdum führen.

Aber das sind nur die Maßnahmen für die Außenwänden. Außerdem muss noch der Boden entfernt werden. Dann können die Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Abwasser) für die Kücheninsel gelegt werden. Außerdem wird ein Streifboden aus OSB-Platten gelegt. Darauf kommt dann Trittschalldämmung und Gussasphalt mit Fußbodenheizung. Und das Parkett wird neu aufgebaut. Außerdem müssen noch die Gipskartonplatten an die Decke. Es bleibt also noch viel Arbeit zu tun. Aber wir sind auf einem guten Weg.

Erst mal das Positive zusammengefasst vorweg: wir haben jetzt einen Kompromiss mit dem Denkmalschutzamt gefunden, mit dem alle Beteiligten leben und auf dem wir aufbauen können.

Die strittigen Punkte für uns waren wie bereits an anderer Stelle erwähnt die Vertäfelung in Saal und Nebenzimmer und die Möglichkeit später einen Aufzug in der einen oder anderen Form einbauen zu können. Der Punkt mit dem Aufzug war eher unproblematisch, aber bei der Vertäfelung hatten wir so unsere Zweifel. Beim Ortstermin und im Gesprächsprotokoll sah es eher schwierig aus, da wir darauf hingewiesen wurden, dass die Vertäfelung nicht ohne schriftliche Genehmigung entfernt werden darf. Das hatten wir so zwar gar nicht vor, aber es hat natürlich erst mal eine gewissse Hürde aufgebaut.

Da wir am Grundriss so gut wie keine Veränderungen vornehmen und die Veränderungen, die wir geplant haben, weitgehend reversibel sind, waren die Leute vom Denkmalschutz glaube ich schon milde gestimmt. Auch die Planung der denkmalschutzgerechten Fenster, das erhalten der originalen Türen und Teile der originalen Böden haben dazu beigetragen, dass an anderer Stelle im Innenraum uns ein gewisser Spielraum eingeräumt wurde. So dürfen wir im Nebenzimmer die Vertäfelung zerstörungsfrei entfernen und einlagern. Dies war für uns bisher einer der Knackpunkte, da der Nebenraum zu Küche und Esszimmer umgestaltet wird. Unsere Vorstellung von diesem Raum hat nicht zu der Vertäfelung gepasst. Wir konnten uns die Kombination aus gestrichener Vertäfelung und einer grifflosen Hochglanzküche nicht vorstellen.

Im Saal soll bisher die Vertäfelung erhalten bleiben, aber damit können wir uns halbwegs arrangieren. Außerdem wurde die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Vertäfelung teilweise zu verdecken. Aber auch über eine freie farbliche Gestaltung ist gesprochen worden. Damit werden wir hier sicher eine für uns annehmbare Lösung finden.

Außerdem haben wir im Saal ja eine große Fensterfront aus vielen einzelnen Scheiben und Fensterflügeln. Diese können aber mit modernen Techniken, was die Verglasug betrifft, nicht in dieser Filigranität neu erstellt werden. Also werden hier die originalen Fenster aufgearbeitet und bleiben in ihrer Einfachverglasung erhalten. Dahinter wird dann eine zweite Fensterfront mit großflügeligen Fenstern erstellt. Da auf der anderen Seite der Straße ein kleiner Fluss fließt kam es im Winter dazu, dass die Scheiben auf Grund der aufsteigenden Feuchtigkeit vom Fluss von außen vereist waren. Als wir den Herrn vom Denkmalschutz darauf angesprochen haben, dass uns das mit den Kastenfenstern ja wahrscheinlich wieder passieren wird, meinte er lapidar, wir hätten doch durch die großen Fenster genug Helligkeit und wie oft würden wir schon rausschauen. Manche Leute haben komische Vorstellungen. Aber naja.

Da wir den Stuck in allen Zimmern erhalten müssen, der aber wegen der geplanten Innendämmung nicht überall entsprechend erhalten werden kann, ist geplant die Decken abzuhängen. So wird der Stuck an den Außenwänden nicht durch die Innendämmung verdeckt, die Wäremedämmung ist gegeben und der Stuck bleibt erhalten. Hier verschließt sich mir zwar die Sinnhaftigkeit ein wenig, da der Stuck nie wieder sinnvoll im Originalzustand „genutzt“ werden kann, aber ok. Wenn es so funktioniert, dann machen wir das eben so.  Mal schauen, was uns das dann mehr kostet.

Die äußere Fassade bleibt wie zu erwarten war, im Originalzustand erhalten. Die Farbwahl müssen wir später noch abstimmen, aber hier sind wie nicht auf etwas bestimmtes fixiert. Außerdem hatten wir sowieso nicht vor die Ziegel in schwarz und die Balken in Rosa zu streichen. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dasss wir eine extra Garage erstellen müssen. Bisher hatten wir angedacht in den Seitenflügeln die Türöffnungen zu verbreitern, um hier die Garagen zu integrieren, aber das müssen wir leider lassen.

Somit sind zumindest mal die Punkte geklärt, die für uns von der Denkmalschutzseite aus ein Ende des Projekts bedeutet hätten. Jetzt müssen wir nur noch klären, wer die entstehenden Mehrkosten trägt. Aber ich vermute, auch da finden wir eine Lösung. Also sind wir mal guter Dinge.