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Abstimmung mit dem Denkmalschutz

Veröffentlicht: 13. Dezember 2011 in Papier- und Behördenkram
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Die letzten denkmalschutzrelevanten Punkte sind endlich geklärt. Wir hatten in den letzten Wochen zwei sehr konstruktive Gespräche mit dem Vertreter des Regierungspräsidiums. Bei der Dachfarbe haben wir ihm zwei Beispielziegel zur Bemusterung mitgebracht. Einer in Dunkelrot und der andere in Antrazit. Hier hat er uns weitgehend frei Hand gelassen, weil für ihn beides autentisch ist. Wie schon im vorhergehenden Post zu sehen, haben wir diesen Punkt auch schon erfolgreich umgesetzt.
Allerdings hatten wir schwierigere Punkte, wie z.B. die Ausgestaltung eines Großteils der Fenster. Der Glaser hatte uns ein vierflügeliges Musterfenster (im Fachjargon Kreuzstockfenster) gebaut und auch eingebaut. Unser erster Eindruck war nett, aber… Die Glasfläche pro Flügel ist in der Breite jeweils 4cm kleiner als das Original, da die neuen dickeren Zweischeibengläser deutlich schwerer sind und daher nicht so filigran gebaut werden können. Deswegen wirkt das ganze Fenster in meinen Augen klobig und nicht wirklich so schön. Außerdem kann man auch nur einen Fensterflügel kippen. Das kam uns recht wenig vor, wenn man z.B. im Sommer oder nach einer heißen Dusche das Fenster länger gekippt lassen will. Der dritte Punkt ist, dass die Fenster einfach teurer in der Herstellung sind, da sie aufwendiger sind. Wir haben hier eine zweiflügelige Lösung favorisiert. Ein Fensterflügel oben, dazwischen der Kämpfer (der horizontale Querbalken in Kreuzstockfenstern) und unten auch ein Flügel. Der senkrechte Mittelsteg hätte als Aufsatz schäler ausgestaltet werden können, der ganze Flügel hätte gekippt werden können und auch die Herstellung ist billiger. Bei 28 Fenstern fallen 150 – 200€ Unterschied durchaus ins Gewicht.
Nach längerer Diskussion, hat sich der Denkmalschutz bereit erklärt, dass wir auch die Zweiflügellösung einsetzen können, hatte sich aber gewünscht, dass wir nochmals prüfen, ob an der Hausfront nicht die vierflügligen Fenster verbaut werden können. Im Nachgang zu diesem Termin haben Carolin und ich lange mit dem Architekten diskutiert, was sinnvoll und möglich ist. Fazit – eine Teillösung, dass nur an der Front die Aufwendigen Fenster verbaut werden kommt nicht in Frage, weil dann die Eckzimmer von Innen komisch aussehen. Die einen Fenster zweiflüglig, der Griff an der Seite und der Steg schmal, die anderen Fenster vierflüglig, Fenstergriff in der Mitte und der Steg breiter. Lösung 1 also nicht möglich. Lösungsansatz 2 war überall die zweiflügligen Fenster zu verbauen. Für sich genommen einheitlich und auch günstiger, aber… In der Mitte sind im ersten Stock 5 Fenster, um die es sich dreht, und direkt darüber in der gleichen Breite aber andere Höhe sind die Saalfenster. Wenn wir nun die billigeren Fenster verbauen haben diese unterschiedliche Breitenverhältnissen wie die Fenster darüber. Das sähe dann auch komisch aus. Also war das auch keine Lösung.
So bleibt uns nur überall die vierflügligen, teureren Fenster zu verbauen, die zwar einheitlich sind, aber eine kleinere Glasfläche haben. Naja, in 5 Jahren werden wir wahrscheinlich froh sein, diesen Schritt gegangen zu sein.

Der zweite Punkt, an dem sich die Meinungen stark unterschieden, war die Gestaltung der Fassade. Bisher sind Front und Seiten unterschiedliche gestrichen. Die Seiten sind noch original in unbehandeltem Ziegel und Ockerfarbenen Balken. Die Front ist mit weißen Ziegeln und rotbraunen Balken gestrichen. Dies ist eine gewisse Beliebigkeit, die – wie hat der Herr vom Denkmalschutz es ausgedrückt – so wirkt als hätte der Hausmeister irgendwann im Keller die Farben gefunden und verwendet. Hier kann ich ihm auch nicht wirklich widersprechen. Allerdings hat uns zum einen das Farbschema weiße Ziegel mit dunkelroten Balken gefallen und zum anderen hatten wir Angst, dass wenn die Ziegel ziegelfarben gestrichen werden, dass sie dann totgepinselt und platt wirken. Versucht den Ziegel zu imitieren, aber eben nicht gekonnt.
Wir haben uns auch hier wieder in einer längeren Diskussion verständigt, nicht die derzeitige Weiß – Rot – Farbtonkombination zu verwenden, aber zumindest bei dem Farbschema zu bleiben. Schon weiße Ziegel, aber dann in gebrochenem Weiß, das Rot in einem etwas anderen Farbton und dazu dunkelgrüne Fensterläden. Rot würde nicht passen, Grau wäre zwar auch original aber sieht aus, als könnte man sich nicht entscheiden.
Mit diesen Farbinfos haben wir uns dann mit dem Maler zusammengesetzt und versucht die richtigen Farbtöne zu treffen. Parallel dazu hat er uns die Angst genommen, dass die Fassade bei Ziegelfarben hinterher nicht platt aussieht, wenn sie nochmal einen Tag arbeit unvestieren und die Ziegel lasieren. Er hat und dann für den vor Ort Termin einige Muster in Weiß/Rotbraun und Ziegelrot/Ocker an die Wand gemalt, die wir dann mit dem Denkmalschutz vor Ort besprochen haben.
Am Gebäude selbst hat alles nochmals anders gewirkt und wir sind auch hier mit dem Denkmalschutz übereingekommen, dass wir nahe am Original Ziegel und ockerfarbene Balken bleiben. Der Denkmalschutz hat uns hier zwar viel Spielraum gelassen, aber in Diskussionen und vor Ort hat sich doch gezeigt, dass in den Fällen Fenster und Fassade der erste „Entwurf“, der nach dem Original kommt, besser war. Ich bin gespannt, wie alles wirkt, wenn das Gerüst weg ist.

Neues vom Amt

Veröffentlicht: 25. Juli 2011 in Papier- und Behördenkram
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Es gibt sie doch noch, die kleinen positiven Überraschungen, die eine Behörde für einen bereit halten kann. Da unser Haus in einem offiziellen Sanierungsgebiet liegt, hat die Gemeinde ein Mitspracherecht, wenn es z.B. um Kauf, Sanierung oder Eintragung von Grundschulden geht. Für all diese Punkte ist eine Sanierungsgenehmigung notwendig.

Der Hintergrund dafür ist absolut verständlich. Somit soll eine Möglichkeit geschaffen werden, um zu verhindern, dass z.B. ein einzelner Investor alle/viele Gebäude kauft und einer Stadt ein ganz neues Bild gibt oder den Charakter ganzer Viertel verändert. So wurde es mir zumindest erklärt.

Jetzt bin ich als Bürger und Gebührenzahler natürlich davon ausgegangen, dass eine solche Genehmigung wieder mit vielleicht 40€ zu Buche schlägt. Die nette Dame vom Amt sagte mir, dass sie die Genehmigung gerne ausstellt und dann direkt an den Notar schickt. Als ich dann fragte, ob ich gleich bezahlen soll oder sie mir die Rechnung zuschicken kann, kam die Überraschung: „Bei uns ist das kostenlos!“ Klasse, oder? Dass es sowas noch gibt…

Außerdem haben wir vom Tiefbauamt noch einen Brief erhalten, dass in der Straße vor unserem Haus ein Schachtbauwerk für einen Abwassersammler errichtet wird. Da sie hierfür aber die Straße nicht komplett sperren können, wollen sie den Verkehr über unsere Parkplätze an der Baustelle vorbeiführen. Also können wir in der Zeit keine Container stellen oder den Handwerkern Parkplätze bieten, die in dieser Gegend sowieso rar sind. Außerdem wird auch noch unser Gehweg gepflastert. Das ist im Gründe genommen schön, aber es kommt für uns zur falschen Zeit. Das ganze wird im August für mehrere Wochen stattfinden. Also können wir in der Zeit auch kein Gerüst stellen, welches wir eigentlich für die Dachdecker, die Fensterbauer und den Maler benötigt hätten. Mal schauen, ob sich unser Architekt mit seiner Planung damit arrangieren kann.
Auf jeden Fall wird es nie langweilig.

Termine Termine Termine

Veröffentlicht: 27. Juni 2011 in Allgemein, Papier- und Behördenkram
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Nachdem es ja lange gedauert hat, bis wir alle grundlegenden Sachen geklärt haben und unser Architekt die notwendingen Vorplanungen gemacht hat, geht es jetzt Schlag auf Schlag. Innerhalb kürzester Zeit hat er die verschiedensten Termine ausgemacht. Mit dem Zimmermann damit wir wissen, was am Dachstuhl gemacht werden muss. Ganz so schlimm scheint der Holzwurmbefall hier nicht zu sein. Die meisten Balken sind wohl in Ordnung. Und das Wetter hat nur den wenigsten Balken im Dach geschadet. Dafür aber dem Mauerwerk und der Tragwerkskonstruktion darunter.

Wir haben erst mal vorsichtig die Regipsplatte abgenommen, mit der das Maleur bisher verdeckt war. Zum Vorschein kamen durchgegammelte Balken, Reste von Mörtel und Ziegelsteinen und viel Ziegelsteinsand und Erde. Na toll …

Kleine Ursache – große Wirkung:

   

Außerdem haben wir jetzt mit dem Zimmermann klären können, wo unsere Treppe hinkommt. Da die Tragwerkskonstruktion der Saalwand nicht viel Spielraum von der Konstruktion und von der Höhe her lässt, werden wir jetzt tatsächlich im Saal eine Spindel- oder Wendeltreppe einbauen, die dann in 4,8m Höhe durch die Decke stößt. Das ist die einzig sinnvoll/gangbare Lösung.

Aber das war noch nicht der einzige Termin. Der Bauphysiker war da und klärt jetzt, was gemacht werden kann/soll/muss. Der erste Kommentar war nett. Eine Innendämmung werden wir eh nicht machen. Es soll ja vielmehr dazu da sein, dass die Wand nicht so kalt ist, aber das ist keine Dämmung. Spontan hat er zu einem 6cm Lehmaufbau in welcher Forma auch immer oder zu 4cm Kalziumsilikatplatten geraten. Aber er geht das alles nochmals durch und gibt dann Bescheid.

Von der Innendämmung hängt auch ab, wie die große Fensterfront im Saal gestaltet wird. Der Fensterbauer war auch da und hat sich das angeschaut. Entweder es werden Kastenfenster, die dann mit einer dicken Innendämmung integriert werden. (danach sieht es im Augenblick aber nicht aus) oder die Fenster werden komplett neu nachgebaut. Das würde uns aus mehreren Gründen entgegenkommen. Es ist voraussichtlich billiger, die Fenster vereisen im Winter nicht ganz so schnell vom aufsteigenden „Dampf“ des Flusses, wir müssen nur die Hälfte putzen und es ist praktischer zu öffnen. Zumal der obere Teil der Fenster nur komplett ausgehängt werden kann, da dort keine Scharniere an den Fenstern angebracht sind. Aber mal abwarten, was Bauphysiker, Fensterbauer und Denkmalschutz sagen.

Der Statiker war da und hat sich die Begebenheiten angeschaut in Hinblick auf die neu zu erstellende Treppe und wo wir unser 600 Liter Aquarium und einen Flügel hinstellen können. Bei dem Gewicht ist das ja in so einem Haus auch nicht überall möglich. Aber wir finden anscheinend eine Lösung.

Auch der Dachdecker war da und wird ein Angebot machen, und der Denkmalschutz hat sich wieder angemeldet. Von diesem diesmal recht angenehmen Gespräch berichte ich später noch.

 

Ich habe gute Neuigkeiten. Wir haben alle offenen Punkte, die für eine Weiterführung des Projekts geklärt werden mussten, aus dem Weg räumen können. Wie ich ja schon früher geschrieben habe, sind wir uns mit dem Denkmalschutz einig, was wir machen dürfen und was nicht. Inzwischen haben wir auch klären können, wie wir die berechneten Mehrkosten aufbringen können ohne das Projekt von Anfang an auf tönerne Füße zu stellen.

Wir sind froh, das jetzt diese Entscheidungen getroffen sind, denn jetzt können wir beruhigter schlafen. Wir wissen wieder, wo unser Weg hinführen soll. Wir werden einem schönen alten Gasthaus seinen alten Glanz wiedergeben, auch wenn es innen einer anderen Bestimmung zugeführt wird. Wir retten damit ein Stück Geschichte vor dem möglichen Zerfall und bereiten den Einwohnern und Touristen einen schönen Anblick.

Ich komme immer wieder mit Leuten ins Gespräch, die vor unserem Haus stehenbleiben und es schon in seinem jetzigen Zustand bewundernd anschauen. Wenn ich ihnen dann sage, dass wir es wieder in Schuss bringen, dann freuen sich die Leute meist darüber. Sie sagen uns dann auch oft, dass sie den Saalbau noch von früher kennen, als es noch eine Gaststätte war. Unter solchen Voraussetzungen geht man gerne an so ein Projekt.

Erst mal das Positive zusammengefasst vorweg: wir haben jetzt einen Kompromiss mit dem Denkmalschutzamt gefunden, mit dem alle Beteiligten leben und auf dem wir aufbauen können.

Die strittigen Punkte für uns waren wie bereits an anderer Stelle erwähnt die Vertäfelung in Saal und Nebenzimmer und die Möglichkeit später einen Aufzug in der einen oder anderen Form einbauen zu können. Der Punkt mit dem Aufzug war eher unproblematisch, aber bei der Vertäfelung hatten wir so unsere Zweifel. Beim Ortstermin und im Gesprächsprotokoll sah es eher schwierig aus, da wir darauf hingewiesen wurden, dass die Vertäfelung nicht ohne schriftliche Genehmigung entfernt werden darf. Das hatten wir so zwar gar nicht vor, aber es hat natürlich erst mal eine gewissse Hürde aufgebaut.

Da wir am Grundriss so gut wie keine Veränderungen vornehmen und die Veränderungen, die wir geplant haben, weitgehend reversibel sind, waren die Leute vom Denkmalschutz glaube ich schon milde gestimmt. Auch die Planung der denkmalschutzgerechten Fenster, das erhalten der originalen Türen und Teile der originalen Böden haben dazu beigetragen, dass an anderer Stelle im Innenraum uns ein gewisser Spielraum eingeräumt wurde. So dürfen wir im Nebenzimmer die Vertäfelung zerstörungsfrei entfernen und einlagern. Dies war für uns bisher einer der Knackpunkte, da der Nebenraum zu Küche und Esszimmer umgestaltet wird. Unsere Vorstellung von diesem Raum hat nicht zu der Vertäfelung gepasst. Wir konnten uns die Kombination aus gestrichener Vertäfelung und einer grifflosen Hochglanzküche nicht vorstellen.

Im Saal soll bisher die Vertäfelung erhalten bleiben, aber damit können wir uns halbwegs arrangieren. Außerdem wurde die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Vertäfelung teilweise zu verdecken. Aber auch über eine freie farbliche Gestaltung ist gesprochen worden. Damit werden wir hier sicher eine für uns annehmbare Lösung finden.

Außerdem haben wir im Saal ja eine große Fensterfront aus vielen einzelnen Scheiben und Fensterflügeln. Diese können aber mit modernen Techniken, was die Verglasug betrifft, nicht in dieser Filigranität neu erstellt werden. Also werden hier die originalen Fenster aufgearbeitet und bleiben in ihrer Einfachverglasung erhalten. Dahinter wird dann eine zweite Fensterfront mit großflügeligen Fenstern erstellt. Da auf der anderen Seite der Straße ein kleiner Fluss fließt kam es im Winter dazu, dass die Scheiben auf Grund der aufsteigenden Feuchtigkeit vom Fluss von außen vereist waren. Als wir den Herrn vom Denkmalschutz darauf angesprochen haben, dass uns das mit den Kastenfenstern ja wahrscheinlich wieder passieren wird, meinte er lapidar, wir hätten doch durch die großen Fenster genug Helligkeit und wie oft würden wir schon rausschauen. Manche Leute haben komische Vorstellungen. Aber naja.

Da wir den Stuck in allen Zimmern erhalten müssen, der aber wegen der geplanten Innendämmung nicht überall entsprechend erhalten werden kann, ist geplant die Decken abzuhängen. So wird der Stuck an den Außenwänden nicht durch die Innendämmung verdeckt, die Wäremedämmung ist gegeben und der Stuck bleibt erhalten. Hier verschließt sich mir zwar die Sinnhaftigkeit ein wenig, da der Stuck nie wieder sinnvoll im Originalzustand „genutzt“ werden kann, aber ok. Wenn es so funktioniert, dann machen wir das eben so.  Mal schauen, was uns das dann mehr kostet.

Die äußere Fassade bleibt wie zu erwarten war, im Originalzustand erhalten. Die Farbwahl müssen wir später noch abstimmen, aber hier sind wie nicht auf etwas bestimmtes fixiert. Außerdem hatten wir sowieso nicht vor die Ziegel in schwarz und die Balken in Rosa zu streichen. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dasss wir eine extra Garage erstellen müssen. Bisher hatten wir angedacht in den Seitenflügeln die Türöffnungen zu verbreitern, um hier die Garagen zu integrieren, aber das müssen wir leider lassen.

Somit sind zumindest mal die Punkte geklärt, die für uns von der Denkmalschutzseite aus ein Ende des Projekts bedeutet hätten. Jetzt müssen wir nur noch klären, wer die entstehenden Mehrkosten trägt. Aber ich vermute, auch da finden wir eine Lösung. Also sind wir mal guter Dinge.

Leider nichts neues

Veröffentlicht: 21. März 2011 in Papier- und Behördenkram

Eigentlich hatten wir gehofft, jetzt schon mitten in der Planung zu sein, Gewerke auszuschreiben, Angebote zu bewerten und Aufträge zu vergeben. Außerdem wollten wir auch schon mit den ersten vorbereitenden Arbeiten fertig sein und notwendige Sicherungsmaßnahmen z.B. des Dachs in Angriff nehmen. Statt dessen sind wir im Augenblick zum Nichtstun verdammt. Wir müssen auf Grund des Denkmalschutzes, auf den wir erst nach dem Kauf gestoßen sind, erst mal klären, ob und wie wir weitermachen können.

Wir mussten vom Architekten eine neue Kostenschätzung und auch weitere Skizzen erstellen lassen, damit das Denkmalschutzamt sich ein genaues Bild machen kann. Zusätzlich zu den Unterlagen haben wir unsere Vorstellungen über den Umbau und unsere Wünsche übersandt. Doch leider warten die Leute vom Denkmalschutz nicht einfach nur auf unsere Unterlagen. Also müssen wir warten, bis sie die Unterlagen bewertet und sich eine Meinung gebildet haben und uns daraufhin ihre Sicht der Dinge mitteilen. Danach sehen wir dann, ob ein Kompromiss erzielt werden kann.

Da es aber von diesem Kompromiss abhängt, ob wir weiter an diesem Projekt festhalten oder ob wir versuchen, eine Rückabwicklung zu erwirken, können wir derzeit nicht weiter machen. Wenn wir tatsächlich in die Rückabwicklung gehen, wäre es nicht sinnvoll, weiterhin die Vorbereitungen für eine Sanierung voranzutreiben und weitere Punkte zu verändern (Böden und Plastikdecken entfernen oder wie vom Denkmalschutz mündlich zugestanden Gefache zwischen Räumen zu öffnen). Ich bin mir einfach nicht sicher, was für Folgen es haben würde, trotz der schwebenden Verhandlungen weiterzumachen, wenn eine reelle Chance besteht, dass wir das Gebäude zurückgeben. Leider habe ich überhaupt kein Gefühl, in welche Richtung die Entscheidung gehen wird. Zeitweise bin ich davon überzeugt, dass wir uns unseren Traum erfüllen können, zu anderen Zeiten bin ich genauso der Meinung, dass wir mit dem Denkmalschutzamt keinen Kompromiss finden werden, weil wir in wichtigen Punkten genau gegensätzlicher Meinung sind. Das würde das Ende des Projekts bedeuten.

Einmal abgesehen davon, dass das Warten und die Unsicherheit, wie es weitergeht, an unseren Nerven zehrt und absolut frustrierend ist, können wir auch nicht mit einer provisorischen Sicherung beginnen. Wenn es zu keiner Einigung kommt, bleibe ich vielleicht auf diesen Kosten sitzen. Leider regnet es weiterhin an einigen Stellen ins Dach und greift die Substanz an. Ich hoffe, dass wir möglichst bald Gewissheit haben, ob und wie wir weitermachen können. Wir wollen dieses Haus retten und es zu unserem Traumhaus machen. Ich hoffe, dass andere nachvollziehen können, dass wir das für uns tun und in diesem Zug einem Schmuckstück zu neuem Glanz verhelfen. Das bedeutet eben auch, dass für uns das eine oder andere eben nicht verhandelbar ist, weil wir das Haus für uns umbauen und jeden Tag darin leben und nicht für andere, die es vielleicht nie zu Gesicht bekommen werden. Daher hoffe ich, dass wir eine Lösung finden, die für beide Seiten vertretbar ist und die es uns ermöglicht, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Jetzt hatten wir nach dem Ortstermin mit dem Denkmalschutz (untere und obere Denkmalschutzbehörde) Zeit, die Wünsche, Forderungen, Auflagen oder wie auch immer man das nennen mag, zu verdauen. Dieser Termin war kurzfristig dazwischen gequetscht worden, damit sich alle Beteiligten mal zeitnah kennenlernen und einen Eindruck vom Objekt bekommen.

Leider war dieser Termin nach meinem Gefühl nicht so entspannt, wie man sich das gewünscht hätte. Das lag wahrscheinlich nicht nur am Zeitdruck, sondern vermutlich auch daran, dass sich ein – sagen wir mal  „besorgter“ – Bürger hingesetzt hat und einen Brief mit Bildern (vermutlich aus diesem Blog) an den Oberbürgermeister geschrieben hat. So wie es mir geschildert wurde, war der Tenor des Briefes: „Was machen die mit dem Haus, warum schreitet der Denkmalschutz hier nicht ein?“. Das ist ein Punkt, den ich in keinster Weise verstehen, nachvollziehen oder gutheißen kann. Vor allem warum? Wir haben immer gesagt, mal abwarten was für Auflagen kommen. Wir haben nach Bekanntwerden des Denkmalschutzes aufgehört weiterzumachen. Es ist noch alles alte vorhanden. Also warum das ganze? Aber anscheinend lesen deratige besorgte Bürger nicht, oder sie wollen einfach nicht.

Das Traurige daran ist, dass der Wunsch, andere an unserem Projekt und unserer Begeisterung daran teilhaben zu lassen, bestraft wird. Traurig ist auch, dass es uns persönlich trifft, wenn uns ohne unser Wissen an anderer Stelle mehr oder weniger Ignoranz in Bezug auf Denkmalschutz und Gesetze vorgeworfen wird. Wenn mich jemand persönlich anschreibt, dann ist das in Ordnung – ja sogar richtig. Dann stelle ich mich gerne der Diskussion und man kann den einen oder anderen Punkt erklären und aus der Welt schaffen. Oder aber auch feststellen, dass von unserer Seite aus Handlungsbedarf besteht. Und genauso traurig ist es, dass durch derartige Aktionen in meinen Augen ein gewisser Druck aufgebaut wird, der der ganzen Sache nicht unbedingt zuträglich ist. Ich mag mich irren, aber ich hatte das Gefühl, dass die Kompromissbereitschaft nicht sehr groß war. Wie mir einige Leute erzählt haben, ist bei einer derartigen Sache Kompromissbereitschaft an der einen oder anderen Stelle notwendig. Und dass heißt nicht, dass nur der Denkmalschutz auf Forderungen verzichtet, sondern dass auch wir auf Forderungen eingehen. Ein Mittelweg eben, mit dem beide Seiten leben können. Ist aber das in unserem Fall nicht möglich, werden wir das Projekt nicht weiter fortsetzen. Wir haben das Haus gekauft um uns unseren Traum zu erfüllen und nicht um in einem Museum zu leben. Mit dem Wissen um die Auflagen/Wünsche, wie sie uns bisher mitgeteilt wurden, hätten wir das Haus ziemlich sicher nie gekauft. Dennoch, wo wir in diesem Haus Originales erhalten können und mit unserem Lebensstil vereinen können, werden wir es tun, weil wir es schön finden und zu schätzen wissen. Aber es geht leider nicht überall.

Ich hoffe, wir finden einen Kompromiss, denn sonst wird dieses traditionsreiche Haus weiter auf einen Retter warten müssen, der bereit ist, Unsummen zu investieren, um das Haus zu erhalten. Ob und wann er sich findet …

Aber jetzt will ich aufhören, meinem Ärger Luft zu machen und komme mal auf die eigentlichen Auflagen zu sprechen. Dass wir die Fassade, die Türen und das Parkett erhalten wollen, war für von vorne herein klar. Dass entspricht auch dem Wunsch des Denkmalschutzes. Und mit dem Einbau von Sprossenfenstern  können wir leben, sofern wir es finanziell geregelt kriegen. Auch einige andere Punkte innen und außen sind für uns durchaus akzeptabel  Aber wir müssen auch die Vertäfelung im Saal und Nebenzimmer genauso erhalten, wie auch die alten Fußleisten und Kassetten unter den Fenstern. Außerdem müssen die alten Fensterrahmen abgenommen und nach innen versetzt werden.

Das bedeutet, all das muss vorsichtig vom Fachmann abgenommen werden, um es nicht zu zerstören. Ich könnte das wahrsheinlich nicht zerstörungsfrei abbekommen. Danach muss es aufgearbeitet werden, die Wand muss von innen gedämmt werden und die Vertäfelung kommt wieder dran. Schon das ist soweit ich es bisher verstanden habe nicht ganz billig und von der Bauphysik her nicht einfach, wenn man keinen Schimmel oder Feuchtigkeit haben will. Das könnte Substanz und Gesundheit angreifen. Der Denkmalschutz hat uns zugestanden, dass wir im Saal die Vertäfelung verdecken dürfen, wenn wir das bauphysikalisch hinkriegen. Erstens ist das nicht einfach und zweitens, warum muss ich die Vertäfelung instandsetzen um sie danach zu verdecken. Mir verschließt sich hier der Sinn, warum ich etwas teuer instandsetzen muss und mir damit zusätzlich Probleme und Gefahren für Substanz und Gesundheit einhandle, wenn man es mindestens die nächsten 80 Jahre nicht mehr sehen wird. Aber den Sinn dafür werde ich mir in einem persönlichen Gespräch vom Experten erklären lassen. Ich bin, was das angeht, nur lernender Laie.

Auf jeden Fall werden wir jetzt erst mal gar nicht weitermachen. Es muss erst mal eine Klärung her, ob es weitergeht und wenn ja wie. Davor macht es keinen Sinn noch irgendwas anzugehen.