Archiv für die Kategorie ‘Kuriositäten’

ein Ausblick in die Zukunft des Fensters

Veröffentlicht: 18. Januar 2012 in Kuriositäten
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Auf der diesjährigen CES in Las Vegas hat Samsung ein Fenster vorgestellt, das die bisherige Definition von Fenstern oder vielleicht Windows ein wenig verschiebt. Ja es ist noch nicht als fertiges Produkt zu haben, ja es ist gesponnen und ja, es hat nichts mit unserer Sanierung zu tun.

Aber ich findes es einfach klasse. Ich will hier ab und an auch den etwas kuriosen Sachen, die ich bei meinen Streifzügen im Internet finde, Raum geben.

Eine dieser kuriosen Sachen ist das neue Window von Samsung, das hier auf englisch demonstriert wird.

Das hier ist eigentlich ein 46 Zoll Fernseher mit einer Auflösung von 1920 x 1080, der als Fenster verwendet wird. Er ist transparent (transparente OLED Technik) und zeigt zum einen all das, was ihm von einem Computer oder einer anderen Quelle anscheinend über HDMI zugespielt wird. Bedient werden kann er wie ein ganz normaler Touchscreen. Somit ist es wie ein überdimensionales Tablet, ein Computer mit Windows oder wie auch immer man es sehen mag. Zum anderen gibt er aber auch die Sicht auf die Welt da draußen frei. Er funktioniert tagsüber mit dem Außenlicht als Hintergrundbeleuchtung und Abends mit einer eigenen Hintergrundbeleuchtung. Außerdem kann man es bei zu starkem Sonnenschein auch als als elektronische Jalousie verwenden. Einfach mal reinschauen und seinen Spaß dran haben oder vielleicht nur den Kopf schütteln.

Noch eine weitere Demo ist z.B. bei engadget zu finden.

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Bee-Day oder der große Umzugstag

Veröffentlicht: 4. Oktober 2011 in Abbrucharbeiten, Kuriositäten
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Heute war es soweit, dass ein Volk ein neues zu Hause findet. Wie ich hier schon beschrieben habe, lebte zwischen den Deckenbalken zwischen dem ersten und zweiten Stock ein Bienenvolk, das wir nicht einfach dem Schädlingsbekämpfer überlassen wollten. Da anfangs nicht klar war, ob wir mit dem Haus weitermachen und später nicht klar war, wer die Bienen haben will, bzw. ob sie sinnvoll  umgesiedelt werden können, hat sich das ganze lange verzögert. Durch Zufall habe wir dann von einem Bekannten erfahren, dass er selber Bienenstöcke hat und mal einen Blick auf unser Bienenvolk werfen will.

Wir haben schon mal die Vorarbeiten geleistet und die breiten Fußbodenleisten abgemacht. Somit konnten wir durch die Fuge zwischen Parkett und Wand erkennen, dass auf ca. 50cm Breite Waben verlaufen. Danach haben wir die Fuge notdürftig mit Zeitung versperrt, damit die Bienen nicht im ganzen Raum rumfliegen und sich nicht gestört fühlen. Heute kam dann Nick vorbei und hat ein zwei kleine Eimer mitgebracht, in denen er die Bienen unterbringe wollte. Als er aber die Bretter des Parkettbodens aufgemacht hat, musste er schnell feststellen, dass die mitgebrachten Eimer bei weitem nicht ausreichen. Also hat er kurzerhand noch mehr bzw. größere Eimer organisiert.Überall sind die Bienen in Massen rumgeflogen und haben sich vornehmlich am Fenster gesammelt um zu flüchten. Aber sie waren absolut friedlich. Nick hat nicht mal seinen Kopfschutz aufsetzen müssen.

 

Nach und nach hat er die Waben rausgebrochen und in Eimer gepackt. Es hat so richtig Weihnachtlich nach Bienenwachs und Honig gerochen. Ein paar der Waben hat er uns fürs Frühstück mit nach Hause gegeben, der Rest wird dem Volk als Nahrung dienen. Als alternative hätten wir sie in einer Obstpresse auspressen können, aber da wir keine haben und auch nicht so viel Honig essen, ist das schon in Ordnung. Der Farbe der Waben nach zu urteilen muss das Nest schon mindestes 3 Jahre alt sein. Ich habe mal versucht einige Bilder zu machen. Leider hatte ich meine normale Kamera nicht dabei und mein Handy ist was Fotos angeht nicht das Beste. Trotzdem hier ein paar Fotos.

     

Später hat er die Bienen mit einem Wassernebel besprüht, dass sie nicht mehr fliegen können und sie eingesammelt. Die Bienen finden jetzt erst mal ein neues zu Hause. Sie werden mit einem anderen eher recht schwachen Volk zusammengebracht und werden so überwintern. Die Königin wird in Zukunft für ein anderes Volk da sein, das im Augenblick keine Königin mehr hat. Dies ist die sinnvollste Lösung, da es einfach schon recht spät für die Umsiedelung ist. Sie hätten als eigenes Volk wohl eher Probleme gehabt den Winter zu überstehen. Damit scheint diese Lösung die Beste zu sein und wir können beruhigt schlafen, bevor es mit dem Bau jetzt in die Vollen geht.

Neue Aktienkurse von 1886

Veröffentlicht: 11. September 2011 in Kuriositäten
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Dieses Wochenende stand im Zeichen des Aufräumens und der kleinen Fitzelarbeiten. Für die langweiligen Sachen wie den Dachboden freiräumen, dass der Zimmermann arbeiten kann, und Schutt rausräumen,  wurden wir mit dem Stöbern in alten Zeitungen entschädigt. Wie die meisten es ja kennen, wurde damals unter die Tapeten Zeitungen geklebt. Diese Ausschnitte haben hinter einer Vertäfelung die Jahre überstanden. Wer auch mal stöbern will z.B. in den Aktienkursen vom 5. April 1886 oder in der Bilanz der Preusischen Boden Kredit Aktien Bank, der kann sich unten mal umschauen.

  

  

Da unser Saalbau ja, wie der Name schon verrät, eine Gaststätte war, ist hier so manches anders, als in einem normalen Wohnhaus. Die eigentliche Küche ist zwar nicht viel größer, als in einem modernen großen Haus, aber die Ausstattung war ein wenig anders. Über die Zeit ist die Ausstattung der Küche gewachsen. Angefangen hat es wohl mit einem riesigen Monster von Herd, auf den ich aber später noch zu sprechen komme. Nach und nach kamen moderne Gerätschaften dazu, die an den Außenwänden entlang aufgestellt wurden. Da es aber meines Wissens nach eher eine zünftige Gaststätte als ein Speiserestaurant war, hat dies wohl auch ausgereicht. Eine große Restaurantküche gab es also nicht. Auch in Sachen Lüftung war man eher pragmatisch und die großen Fenster mussten als Ersatz herhalten. Eine wirkliche Lüftungsanlage gab und gibt es hier nicht.

Bei unseren ersten Besichtigungen des Hauses, haben wir uns eher auf die Räumlichkeiten als die Ausstattung konzentriert. Als wir dann nach der Vertragsunterzeichnung wieder reingegangen sind, war das Haus noch nicht geräumt. In der Küche war überall noch das alte Geschirr und die Küchenausstattung auf- oder besser gesagt ausgestellt. Alles war herausgeräumt worden, um bei einer Haushaltsauflösung an den Mann oder die Frau gebracht zu werden. Aber es wurde bei weitem nicht alles verkauft, so ist uns auch da die Besonderheit dieser Küche noch nicht aufgefallen.

Erst als die Entrümpler volle Arbeit geleistet hatten, erkannten wir, was wir hier hatten. Ursprünglich sind wir ja davon ausgegangen, dass die Küchenausstattung drin bleibt und wir die selber entsorgen müssen. So klang es zumindest laut Vertrag. Daher waren wir ein wenig überrascht, als alles bis auf den unten abgebildeten großen Block entsorgt worden war. Warum dieser zurückgelassen wurde, stellten wir sehr schnell fest. Es handelt sich bei dem Herd nicht um einen Elektro- oder Gasherd, sondern noch um eine holzbefeuerte Variante.

Aber wenn es eine holzbefeuerte Variante ist, fragten wir uns, wohin dann mit dem Rauch? Ich konnte mir schlecht vorstellen, dass einfach die geöffneten Fenster den Schornstein ersetzen sollten. Irgendwie passte das ganze nicht zusammen. Nach einigem Schauen, ist mir dann ein geriffeltes Blech auf dem Boden direkt hinter dem Herd aufgefallen. Kurzerhand zum Schraubenzieher gegriffen, ließ sich das Blech recht einfach anheben und klärte meine Frage des Schornsteins. Der Herd zieht nicht – wie normal – einfach nach oben ab, sondern der Rauch wird erst mal an der Rückseite nach unten gezogen, unter dem Boden ca 2,5m bis zum Schornstein an der Wand und wird dann von dort nach oben ausgeleitet.

Wir stellten uns nun die Frage, was wir mit diesem Ungetüm anstellen sollen. Da in dieses Zimmer später eigentlich mein Hobbyraum – oder besser gesagt das Heimkino – rein soll und die Küche sowieso einen anderen Platz findet, haben wir für diesen Herd eigentlich keine Verwendung mehr. Als Grillersatz im Garten aufstellen war zwar eine Idee, die allerdings an ein paar Dingen scheitert. Wahrscheinlich werden wir ihn auf Grund des Gewichts sowieso nicht in einem Stück bewegen können. Und auch der Abzug nach unten macht diese Überlegung eher schwierig. In den oberen beiden Gärten können wir nicht grillen, weil mir das zu nah am Wald ist. Da hätte ich im Sommer mit Funkenflug meine Bedenken. Also bleibt nur ein Platz neben dem Eingang, und da macht er sich nicht besonder gut.

Um ihn zum Blickfang oder als Möbelstück um-/aufzuarbeiten, ist er zu unpraktisch und zu schwer. Die Fächer bieten nicht viel Stauraum und sind auch auf diese Art der Benutzung nicht ausgelegt (also Klappen und keine Schubladen). Somit fällt diese Überlegung auch flach. Daher wird er uns wahrscheinlich beim Schrotthändler unterstützen, außer es findet sich jemand, der ihn haben und auch abholen will. Aber die endgültige Entscheidung, was wir damit machen werden, hat noch Zeit. Erst mal werden wir uns um die wichtigeren Dinge kümmern.

Grüße aus dem Untergrund

Veröffentlicht: 9. März 2011 in Kuriositäten
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Wie ja schon an anderer Stelle erwähnt, haben wir außer unserem ebenerdig zugänglichenKellergeschoß auch einen von dort abgehenden Felsenkeller.Vom eigentlich Keller geht es in einem Gang von ca. 3 Metern Breite, in dem bisher die Öltanks stehen, in den Felsen. Da dieser Felsenkeller früher auch als Luftschutzbunker diente, wurden damals 2 Wände eingezogen, in die je zwei Metalltüren eingelassen sind. Von der damaligen Nutzung als Bunker zeugen noch diverse Einritzungen im Sandstein. Die Bunkertüren rosten schon seit Jahrzehnten still vor sich hin und lassen sich wahrscheinlich schon gar nicht mehr schließen. Im Zwischenraum zwischen den beiden damals eingezogenen Wänden geht eine Felsenkammer zur Seite weg, in der vor langer Zeit vorhandene Fässer weggegammelt sind. Nur die Metallreifen liegen wie Gerippe im lehmigen Boden. Durch die Decke dieser Nebenkammer zieht sich ein natürlicher Riss im Fels, der sich auch über die Decke bis auf die andere Seite erstreckt. Durch diesen Riss tropft und plätschert das Wasser, sammelt sich auf dem Boden und fließt dann durch eine Drainage nach draußen. In der Schneeschmelze war es ein richtiges kleines Bächlein, das da aus dem Fels kam. Inzwischen ist es nur noch ein vereinzeltes Tröpfeln.

Nach dem zweiten Satz rostiger Türen geht es weiter in den Felsen; im Gesamten ca. 15m. Am Ende biegt der Felsenkeller dann nach links ab und geht weitere 12m bis zu einem Kamin, der senkrecht  nach oben ins Freie führt. Durch diesen Kamin der in unserem oberen Garten etwa auf der Höhe des Dachgeschosses (ca. der 3. Stock) seine Öffnung hat, kommt frische Luft rein, sodass die Luft hier unten zwar steht, aber trotzdem frisch und nicht stickig ist. Durch diesen Kamin fliegen im Herbst wahrscheinlich auch unsere Fledermäuse ein.

Dieser hintere Felsenkeller ist ca. 5-6m breit und 2,5m hoch. Er ist zwar feucht und kühl, aber hier tropft es an sich nicht von der Decke. Vielleicht könnte man hier einen riesigen Weinkeller anlegen. Was wir allerdings mit diesem Felsenkeller wirklich machen können und wollen, ist noch völlig unklar. Bisher brauchen wir ihn nicht, da wir auf unserer Ebene auch noch einen kleinen Felsenkeller ohne Fledermäuse haben. Also werden wir ihn wohl weitgehend den Fledermäusen überlassen. Dazu müssen wir aber die organischen Materialien, wie verrottendes Holz und Laub, das durch den Kamin heruntergefallen ist, entfernen. Andernfalls fühlen sich die Fledermäuse vielleicht gestört. Was mich allerdings wundert ist, dass dort seit Jahrzehnten Holzfässer bis zu Unkenntlichkeit verrotten und das hat die großen Mausohren nicht gestört. Aber wir wollen trotzdem versuchen, es ihnen ein wenig angenehmer zu machen.

Aber im Sommer, wenn es draußen zu heiß ist und wir Abkühlung brauchen, können wir uns etwas wärmer angezogen in diesen dann ca. 12° Celsius kalten Keller zurückziehen und die Kühle und Stille genießen. Die Fledermäuse stören wir dann nicht, da sie hier nur Winterschlaf halten.

Da das Haus eine Gaststätte war, wollte man den Gästen wohl etwas mehr als nur den hauseigenen Gerstensaft bieten. Also wurde vor langer Zeit eine Kegelbahn eingebaut. Hier wurde dann nicht etwa der Felsenkeller ausgebaut, der dafür sicher eine klasse Atmosphäre bieten würde, sondern es wurde ein 17m langer Anbau erstellt, der auf der selben Ebene wie die Gaststätte selber ist. Um die Höhe zu erreichen wurde die Bahn entsprechend aufgeständert.

Anfänglich wurde diese Kegelbahn noch mit Kegeljungen betrieben, aber die Technik hat sich durchgesetzt. Der Kegeljunge war nicht mehr zeitgemäß und wahrscheinlich auch teuer. Also wurde Anfang der 70er Jahre ein neuer Bauantrag gestellt um den alten Anbau zu ersetzen. Der neue Anbau war etwas breiter und länger als der alte, da die moderne Technik untergebracht werden musste. Allerdings passte das nicht ganz zu den örtlichen Bauvorschriften, weswegen extra eine Unterschreitung der Grenzabstände genemigt wurde.

Auf dem Bild unten ist die neu angebaute Kegelbahn sehr gut zu erkennen. Es ist der weiße, längliche Anbau.

Für uns stellt sich jetzt die Frage, was wir mit dieser Kegelbahn machen. Vom Grundriss her befindet sich nur die Kegelbahn an sich im Anbau. Der Anlauf, die Kugelrückgabe und auch die Sitzmöglichkeiten befinden sich im Haus selber. Somit würden wir einen großen Raum verlieren, wenn wir die Kegelbahn in ihrer ursprünglichen Funktion erhalten wollen. Da wir aber beide nicht vom Kegeln begeistert sind, haben wir zugegebenermaßen kein gesteigertes Interesse daran, die Kegelbahn so zu erhalten. Bei einer Bowlingbahn wäre es vielleicht schon interessanter, aber die Frage stellt sich ja nicht.

Unter diesen Umständen könnte man natürlich darüber nachdenken, die Kegelbahn einfach abzureissen, aber das würde Kosten nach sich ziehen. Die Kegelbahn muss abgerissen und entsorgt werden und die Mauer muss danach zugemacht werden, dann aber am besten mit Glas. Außerdem dürfen wir das jetzt sicher auch nicht mehr. Ich weiß nicht, was der Denkmalschutz dazu sagen würde. Also behalten wir die Kegelbahn. Den Vorraum der Kegelbahn (Anlauf, Theke usw.) werden wir dann in zwei Räume aufteilen. Unser Schlafzimmer und unser Bad. In dieser Aufteilung macht es dann Sinn, den Kleiderschrank nach nebenan in die Kegelbahn zu verfrachten. Noch besser ist es, gleich eine Abtrennung mit Tür einzuziehen und die Kegelbahn zum begehbaren Kleiderschrank zu machen. Auf eine Seite sollen dann Regale, Kommoden, Kleiderstangen und ein großer Spiegel kommen. Von Freunden kam auch schon die Idee, wir sollten ein System wie in der Wäscherei einbauen. Auf Knopfdruck die passenden Klamotten vorholen lassen. Aber das wäre dann glaube ich doch etwas übertrieben.

Die Umnutzung in einen Kleiderschrank hat einige Vorteile, aber auch Nachteile. Auf der positiven Seite ist zu bemerken, dass wir dann genug Platz für all die Klamotten und Schuhe haben. Durch die Abtrennung zum Schalfzimmer ist es kein Problem mehr morgens, wenn der Partner noch schläft, das Licht anzuschalten. Er wird dadurch nicht mehr gestört. Außerdem haben wir auch noch genügend Platz für das Bügelbrett und den Wäscheständer. Wir können die dann einfach stehen lassen und sie stehen trotzdem nicht im Weg.  Da eine unserer Katzen gerne Socken und Pullis vom Wäscheständer klaut und darauf rumkaut, wäre auch noch dieses Problem beseitigt.

Der Nachteil ist, dass wir nicht genug Klamotten und/oder Schuhe haben, um den ganzen Kleiderschrank aufzufüllen. Ich hoffe jetzt mal, dass Line nicht auf die Idee kommt, wenn wir daraus unseren Kleiderschrank bauen, muss sie jetzt auch einkaufen, um ihn auszunutzen. Das hatte ich in unsere Kalkulation nicht mit einberechnet und könnte mich arm machen.

Haben wir massenhaft Nager? Glücklicherweise nein.

Veröffentlicht: 25. Februar 2011 in Kuriositäten
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Als wir vor kurzem die ersten Deckenplatten im Anbau entfernt haben, die wahrscheinlich aus den 70er Jahren stammen, rieselte uns immer wieder Spreu entgegen. Beim Anblick dieser leeren Getreidehülsen hatten wir schon die Befürchtung, dass sich auch noch irgendwelche Nager bei uns angesiedelt haben. Bei den bisherigen Überraschungen hätte mich das nicht gewundert.

Komischerweise sind die Spelzen immer da runtergefallen, wo offene Bretter statt Putz zu sehen waren. Also hab ich mich mal auf den Dachboden begeben und ein paar lose Bodenbretter in diesem Bereich angehoben. Ich hatte auf ein wenig Aufklärung gehofft und die habe ich auch gefunden. Der Hohlraum unter dem ersten kleinen Brett war komplett mit Getreidespelzen gefüllt. Innerlich hab ich schon geflucht und mir überlegt, was das jetzt zu bedeuten hat.

Als ich die nächsten losen Bretter angehoben habe, wurde mir klar, dass es sich hier nicht um das Tun von Tieren, sondern von Menschen handelte.

Hierbei ging es wohl um das historische Äquivalent einer Einblasdämmung. Die Hohlräume zwischen der oberen Geschossdecke und dem Dachboden sind wohl zur Dämmung mit den Resten einer Getreideernte aufgefüllt worden. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass für diesen Zweck schwere Materialien wie Schlacke verwendet wurden. Aber hier liegt der Fall wohl anders. Die Spelzen sind zwar ein leichtes Material und bietet daher wenig Schallschutz, aber der wird zum Dachboden hin wohl nicht benötigt.
Wie es um den Wärmeschutz bestellt ist, weiß ich nicht. Da wir aber planen, das Dach statt der Geschossdecke zu dämmen,  müssen wir glücklicherweise darauf nicht achten.

Solche Funde sind auf jeden Fall immer interessant und geben einem einen Einblick in frühere Bautechniken. Aber am Anfang steigt erst mal der Adrenalinspiegel, denn man weiß ja nicht, was für Überraschungen vielleicht hinter der nächsten Ecke warten.