Archiv für die Kategorie ‘Küche’

Auf Messen werden von verschiedenen Küchenstudios immer wieder Küchen nach laufendem Meter verkauft. Dabei handelt es sich um eine Mischkalkulation bei der man von einem Hersteller x-Meter Küche kauft und dabei „nach Belieben“ zusammenstellen kann, wie die Küche aussehen soll. Soweit die Theorie, in der Praxis gibt es einige Fallstricke, auf die man achten sollte bzw. derer man sich einfach bewusst sein sollte. Einige davon haben wir leider erst nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag entdeckt. Ob eine Küche nach Laufmetern zu kaufen ein Nepp ist, wie immer wieder gesagt wird, kann und will ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Wie wird der Laufmeter berechnet
Für die Berechnung der Laufmeter wird in der Regel meist die Länge der Rückseiten verwendet. Hat man nur eine einfache Küchenzeile mit vier 60cm Schränken (2,4 Metern), dann sind das 2,4 Meter die angerechnet werden.

Hat man allerdings eine Küche über Eck mit einem Eckschrank und jeweils einem 60cm Schrank, dann sind das auch 2,4 Meter, die angerechnet werden. Der Eckschrank schlägt nämlich nicht mit 60cm, sondern mit 120cm zu Buche. Das wird dann wahrscheinlich auch bei den Aufbaukosten pro Meter so berücksichtigt.

Wie wird eine Kochinsel berechnet
Bei einer Kochinsel kommt es immer darauf an, wie sie aufgebaut wird bzw. aus was für Schränken sie sich zusammensetzt. Wählt man eine Kochinsel mit einer Tiefe von 100cm, dann besteht diese in der Regel auf der Vorderseite aus 60cm tiefen Unterschränken, auf der Rückseite aus 40cm tiefen Oberschränken, die einfach an die Rückseite gestellt werden. In diesem Fall wird einer Kochinsel mit einer Breite von 2,4m berechnet. Hier werden die Oberschränke einfach hinten angestellt.

Nimmt man aber eine Kochinsel mit 120cm Tiefe, bei der auf beiden Seiten 60cm Unterschränke eingesetzt werden dann sieht die Sache anders aus. Unterschränke sind in der Regel in der Mischkalkulation anders angesetzt und werden deswegen teurer verkauft. Hier wird die Kochinsel dann wahrscheinlich nicht mit 2,4m, sondern mit 4,8 Laufmeter gerechnet und die Oberschränke werden abgezogen.  Die Kochinsel mit 120cm tiefe wird also teurer als wenn man den Meterpreis ansetzt. Werden allerdings trotz 120cm Tiefe auf der einen Seite 60cm auf der anderen Seite 40cm tiefe Schränke eingesetzt, bleibt der Preis wahrscheinlich bei 2,4m x Laufmeterpreis.

Grifflos ist nicht immer gleich grifflos und meist teurer
Der Laie setzt fehlende Griffe wahrscheinlich mit einer grifflosen Küche gleich. Allerdings sieht der Küchenbauer das anders. Es gibt zum einen Griffleisten, die auf bzw. in die Tür gesetzt werden. Dabei wird technisch gesehen nur die Türe verändert, der Korpus bleibt gleich. Das sind dann die normalen Küchen im Meterpreis.

Zum anderen gibt es die „echten“ grifflosen Küchen. Hier wird die Türe kaum/nicht verändert, aber im Korpus wird eine Griffleiste eingelassen. Dies ist technisch gesehen aufwendiger und wird daher oft mit einem Zuschlag auf den Meterpreis versehen.

Beliebige Zusammenstellung gilt meist nicht für Apotheker-, Innenauszugs- und Karussellschrank
In den Verträgen wird meist die Anzahl der Apothekerschränke und Eckschränke mit Karussell oder tollen Auszugsmechaniken eingeschränkt. Das heißt dann z.B. nur ein Apothekerschrank pro Seite.

Allerdings wird der Apotherkerschrank vom Küchenplaner wahrscheinlich auch mit einem Vorratsschrank mit Innenauszügen gleichgesetzt. Also kann ich bei einer Küchenzeile mit 2,4 m (ausgehend von 60cm Schänken) nicht 1 Apothekerschrank und 3 Hochschränke mit Innenauszügen nehmen, sondern nur einen solchen Schrank. Bei Rest kommen ohne Aufpreis nur Fachböden zum Einsatz.

Bestausstattung ist nicht gleich Bestausstattung
Auch wenn die Küche in Bestausstattung angeboten wird, heißt das nicht, dass alles drin ist. Oft werden Punkte wie Stangengriffe, Besteckschubladen oder Innenausbauten, Müllsysteme, Rolloschränke oder auch Licht ausgeschlossen. Also vorher genau abklären, was in der Bestausstattung wirklich enthalten ist und sich besonderes direkt in den Vertrag schreiben lassen.

Wangen kosten extra
Wer die Küche nicht von Wand zu Wand einbaut, braucht Wangen, damit der Abschluss schön aussieht. Aber Achtung, Wangen sind in den Meterpreisen meist nicht enthalten, sondern zählen als Designelement. Und Wangen lassen sich Hersteller oft recht teuer bezahlen. So kann es durchaus sein, das zwei Wangen einer Kochinsel teurer sind als ein ganzer Laufmeter Küche.

Gezeigtes Arbeitsplattenmaterial, Oberfläche und Ausschnitte sind ggf. aufpreispflichtig
Wenn auf der Messe z.B. verschiedene Granitsorten gezeigt werden und hier vielleicht auch ein Musterstein in Leder- oder Granitoptik dabei ist, sollte man genau nachschauen, ob genau das auch im Vertrag enthalten ist. Sonst heißt es vielleicht hinterher, der ganz dunkle Granit ist ein Nero Assoluto. Der ist aber teuer und nicht im Standard enthalten. Und eine andere Oberfläche als poliert kostet auch extra. Und auch die Materialstärke kann zum Diskussionspunkt werden. Vielleicht darf die Materialstäke maximal 3cm sein und dickere Platten oder breiter wirkende Kanten sind auch extra. Außerdem kann es durchaus sein, dass Ausschnitte für Spülbecken und Kochfelder, Bohrungen und besondere Kantenbearbeitung auch extra kosten. Also vor der Unterschrift klären, ob der gezeigte Stein in der gezeigten Oberfläche im Vertrag enthalten ist und was die Bearbeitung kostet.

Dies sind wahrscheinlich nicht alle Fallstricke, aber einige die uns aufgefallen sind. Ein Teil dieser Punkte hat bei uns für endlose Diskussionen und ungeplante Mehrkosten gesorgt. Ich will hier nicht von Meterpreisen abraten, sondern nur sagen man sollte sich bewusst sein, welche Einschränkungen man dabei möglicherweise eingeht. Es hat aber den Vorteil, dass man recht unbeschwert an die Planung gehen kann und z.B. nicht jedesmal im Hinterkopf hat, kostet der Unterschrank mit Schubladen mehr als der Unterschrank mit Einlegeböden oder sind 3 Schränke mit 100cm billiger als 5 Schränke mit 60cm. Jeder muss es für sich selber entscheiden.

Die erste Küche ist drin

Veröffentlicht: 3. November 2012 in Küche
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Inzwischen wurde auch schon die erste Küche geliefert. Wir haben schon vor längerer Zeit unsere Küchen geordert, da ja auch hier – wie bei Autos – die Lieferzeiten länger sind, als man vielleicht erwartet. Wenigstens haben wir keine „Audi-Küche“, auf die wir 8 Monate warten müssen.

Leider sind wir mit dem Raum nicht ganz so weit gewesen, wie gehofft. Der Boden war noch nicht abgeschliffen, die Decken waren wegender fehlender Abluft noch nicht oben und auch die eine oder andere Kleinigkeit hat noch gefehlt. Außerdem war zu dem Zeitpunkt der Bodenaufbau für den Stock drüber noch nicht geklärt. Somit hätte es sein können, dass wir auch einen Schallschutz in die Küchendecke integrieren müssen. Also haben wir erst mal den Ausliefertermin weiter nach hinten schieben können, um einen Teil fertig zu machen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Decke.

Bei schönem Wetter wurden die Schränke und Granit-Arbeitsplatten nach oben gewuchtet. Hier einige Impressionen der neuen Küche – auch wenn noch nicht alles montiert ist:

     

Großer Aufwand für eine große Spüle

Veröffentlicht: 10. Juli 2012 in Küche
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In einem Blog habe ich das Bild einer Gelenkarmatur gesehen und mich auf die Suche nach dem Hersteller gemacht. Nach einigem Suchen bin ich bei der Firma Kohler gelandet und habe die Kohler Karbon gefunden. In diesem Post habe ich sie bereits beschrieben. Bei der Suche nach Erfahrungen, ob die Armatur überhaupt alltagstauglich ist, bin ich auch auf eine besondere Spüle von Kohler gekommen. Die sogenannte Stages Serie, die in zwei verschiedenen Größen erhältlich ist – leider nicht in Deutschland. Hier abgebildet ist die größere Stages 45 mit den mitgelieferten Zubehör zu sehen. Die Armaturen sind leider nicht enthalten, aber eine davon haben wir trotzdem dazu bestellt.

  

Die Stages ist eine Unterbauspüle mit einem tieferliefenden Abtropfteil. Sie ist ca. 114 cm breit, wovon 32 cm auf den Abtropfteil entfallen. Sie ist soweit ich weiß mit ca. 24 cm auch tiefer als diverse Standardspülen. Damit ist sie groß genug für große Töpfe und Schneidebretter. Das abgebildete Schneidebrett, die beiden Ablageschalen und die Keramikschälchen sind genauso Standardzubehör wie ein kleiner Gitterrost für den Spülenboden und ein Gitterregal für das Zubehör, das unter dem Abtropfteil eingehängt werden kann.

Allerdings gibt es einen großen Unterschied, was bei Kohler USA, Kohler UK und Kohler Deutschland angeboten wird. Die Spüle ist in England und den USA zu haben, aber nicht in Deutschland. Also haben wir uns umgeschaut, was die Spüle im Ausland kostet, wie hoch Zoll und Versand sind und ganz wichtig, wer sie überhaupt nach Deutschland liefern könnte. Das Ergebnis unserer Suche in England war einigermaßen ernüchternd. Es gibt nicht sehr viele Onlineshops, die diese Spüle vertreiben und die Shops, die die Spüle im Programm haben, hängen ein sehr hohes Preisschild (in Pfund) dran. Außerdem leifert keiner die Spüle nach Deutschland.

In den USA sieht die Situation anders aus. Es gibt eine ganze Reihe von Händlern, die diese Spüle vertreiben, und das zu einem deutlich günstigeren Preis als in England. Aber keiner dieser Händler, darunter auch große Namen wie Amazon.com und Home Depot, liefert nach Deutschland. Glücklicherweise haben wir Freunde in den USA, die uns hier behilflich waren, sie nach Deutschland zu schicken. Aber die Logistik war aufwendig. Einem kleinen Onlinehändler, der schon schlechte Kritiken gekriegt hat, wollten wir nicht vertrauen, Home Depot bietet einen Pciup-Service an (online bestellten und dann in der Filiale abholen). Somit hätten wir uns die Versandkosten innerhalb der USA gespart. Allerdings gilt das nicht für so große Dinge wie die Spüle. Es könnte alles so einfach sein – isses aber nicht. Letztendlich haben wir Amazon mit kostenlosem Versand, aber inneramerikanischen Sales Tax bemüht. Wenigstens haben sie zeitnah geliefert und wir hätten die Spüle notfalls zurückgeben können, falls andere Probleme aufgetreten wären.

Und die Probleme waren da, wir konnten sie aber schon im Vorfeld weitgehend ausräumen. Für den Postversand gilt eine Gewichtsgrenze, so wie es ja auch bei der Post in Deutschland ist. Und die Spüle mit Zubehör war, wie könnte es ander sein, schwerer. Also den Support von Kohler USA angeschrieben, und gefragt, ob sie mir sagen können, wie schwer das Zubehör ist. Die erste Antwort war „wir leiten es weiter. In den nächsten Tagen erhalten sie eine Antwort“. Und oh Wunder, 3 Tage später kam eine Mail mit der genauen Aufführung aller Zubehörteile mit dem dazugehörigen Gewicht. Das nenne ich Kundenservie. Die Spüle wurde also ausgepackt und neu in einen stabilen Versandkarton umgepackt. Das Zubehör kam in einen extra Karton und fand genauso wie die Spüle seinen weg zu uns.

Es ist eine wahre Kinderbadewanne, die da bei uns angekommen ist. Riesig. Ich freu mich schon, wenn sie endlich eingebaut ist. Das wird sicher der Knüller. Und das ganze war immer noch deutlich billiger, als sie in England zu bestellen.

Hier noch ein YouTube Video (in englisch) das die Vorteile der Stages Spüle anpreist.

Das auf und ab von Kühlschrankpreisen

Veröffentlicht: 30. April 2012 in Küche
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Wir hatten uns die Küche so schön ausgetüftelt. Eine große Schrankfront und in der Mitte ein Side-by-side kühlschrank halbwegs integriert. Wir haben lange überlegt, welchen wir nehmen solle. Wir wollten auf jeden Fall, dass er ein 0-Grad-Zone haben sollte. Außerdem sollte er optisch was hermachen. Nach langem suchen sind wir auf drei Vertreter dieser Gattung gestoßen, die in die engere Auwahl kamen.

Bosch KAD62S51 (via Amazon)

Bosch KAD62S51 (via Amazon)

Der Bosch KAD62S51 mit schwarzer Glasfront, der fast baugleiche Siemens KA62DS51 mit Schwarzer Glasfront und grauen Mikropunkten und der Panasonic NR-B 53 V 1-XE in Edelstahl. Die Preisverteilung laut verschiedener Preisvergleichsportale war auch in dieser Reihenfolge. Der Bosch war vor gut 2-3 Monaten 150€ billiger als der Siemens und der Panasonic 200 € teuerer als der Siemens. Also war für uns die Sache eigentlich klar. Der Bosch war der billigste und mit der klaren schwarzen Front passt er sich ideal in die weißen Glasfronten der Küchenzeile ein.

Das war zumindest der Plan. Wir haben den Bosch damals nicht gleich bestellt, denn er wäre nur immer im Weg gestanden und am Ende noch beschädigt worden. Eigentlich eine sinnvolle Entscheidung – dachten wir. Letzten Monat habe ich dann nochmal auf einer der vielen Preisvergleichsseiten geschaut, weil wir vielleicht den Kran hätten nutzen können, um den durchaus schweren Kühlschrank schon mal nach oben zu holen.

Panasonic NR-B 53 V1-XE (via Amazon)

Panasonic NR-B 53 V1-XE (via Amazon)

Plötzlich hatten sich die Preise von Bosch und Siemens fast umgedreht. Beide 50 Euro teurer aber der Siemens plötzlich 150 billiger als der Bosch. Lange haben wir überlegt, ob uns die Mikropunkte stören und sind zu dem Schluss gekommen. Wir warten ab, wie sich der Preis entwickelt. Und im Weg stehen würde der Kühlschrank ja immer noch. Wir hätten uns nur das schleppen erspart.

Jetzt hab ich vorletztes Wochenende nochmals reingeschaut und die Preise haben sich schon wieder massiv geändert. Jetzt ist der Bosch inzwischen so teuer wie der Panasonic. Letzterer ist größer, leiser und verbraucht weniger. Und wir stehen wieder am Anfang. Wollen wir einen Kühlschrank mit Schwarzglasfronten, einen schicken Kühlschrank  in Edelstahl mit geringerem Verbrauch oder einen „billigen“ Side-by-Side der schick ist, aber nicht das Design-Highlight. Also haben wir uns schweren Herzens damit agefunden von Samsung den RS-H5ZEON zu nehmen, der deutlich billiger ist. Heute habe ich wegen dem genauen Maß nochmal geschaut, plätzlich ist der 200€ teurer. Aus Frust, Verzweiflung oder was auch immer hab dann doch noch mal nach dem Bosch geschaut und  da, jetzt hat er wieder den selben Preis wie zu Anfang des Jahres.

Diese Preiskapriolen braucht doch eigentlich kein Mensch. Unser gewünschter 90er Gas-Standherd von Smeg hat sich in einem Jahr so gut wie nicht bewegt. Mal schauen wie es mit all den anderen Sachen ist, nach denen wir schon lange geschaut haben.

Besondere Armaturen für die Küche

Veröffentlicht: 29. Februar 2012 in Küche
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Bei der Küchenplanung sind wir über das eine oder andere im Bereich Armaturen gestolpert, das ich euch nicht vorenthalten will. Dazu zählen praktische Armaturen wie Kochend-Wasser-Armaturen oder Armaturen, die Sprudel auf Knopfdruck herstellen, aber auch eine einfach schick aussehende Armatur.

Die Armatur, die mich schon beim ersten Bild vom Hocker gehauen hat, ist die Armatur Kohler Karbon der amerikanischen Firma Kohler, von der es auch in Deutschland einen Ableger gibt. Sie hebt sich auf Grund der verwendeten Materialien und auch durch die Gelenke stark von den meisten oder vielleicht sogar allen anderen Armaturen ab, die ich bisher so auf dem Markt gesehen habe. Sie ist aus einer Kombination aus Messing und Texalium ummanteltem Karbon gefertigt, um das Gewicht und damit die Beanspruchung der Gelenke zu reduzieren. Das ist zumindest die Aussage des Herstellers

Durch die 5 Gelenke lässt sie sich in alle Richtungen drehen und auch in der Höhe verändern. Sie hat damit die Vorzüge einer Schlauchbrause, aber ist auch immer noch ein „normaler“ Wasserhahn. Für uns war die Kohler Karbon der ideale Kompromiss, denn Carolin wollte eine Schlauchbrause, aber ich mochte das Aussehen und das etwas klobige der Armaturen mit integrierter Schlauchbrause nicht. Jetzt haben wir einen absoluten Blickfang, der auch noch funktional ist. In Deutschland ist diese Armatur nur in Chrom- und Edelstahlfinish erhältlich, die Amerikaner bieten jedoch eine deutlich größere Auswahl an, zum Beispiel mit schwarzen Verbindungsröhren oder ganz in Gold oder Bronze. Ob das schöner ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Auch in natura sieht das Ding richtig gut aus. Ich bin echt gespannt, wie es sich dann benutzen lässt. Wer sich schon mal einen Eindruck verschaffen will kann das hier bei YouTube. Ein kurzer Film (in Englisch) der die Kohler Karbon auch in Aktion zeigt. Bei meinen Recherchen bin ich auf einen Kritikpunkt gestoßen, mit dem wir aber leben können. Der Knopf, mit dem man die Brausefunktion anstellt, springt nicht zurück, wenn man ihn loslässt. Es ist eher wie bei einem Umschalter an der Badewanne. Sobald das Wasser aus ist, kommt er zurück. Das mag sich vielleicht später als nervig heruasstellen, aber dann ist es zu spät. Ich glaube man gewöhnt sich an vieles.

Auf der funktionalen Seite gibt es die Wasserhähne, aus denen auf Knopfdruck oder besser gesagt auf Hebelzug kochendes Wasser kommt. Bei unserer Suche sind wir auf drei Hersteller gestoßen. Das eine ist ein Quooker. Diese Firma stellt eine Kombination aus Wasserreservoir (eigentlich eine überdimensionale Thermoskanne) und Spezialarmatur her. Im Reservoir wird das Wasser unter Druck dauerhaft auf  knapp über 100° gehalten. Somit hat man auf Knopfdruck sofort kochendes Wasser, das in einem, wie der Hersteller so schön sagt, feinperligen Strahl herauskommt. Und das ganz ohne vorher den Wasserkocher oder Kochtopf bemühen zu müssen. Der Wasserhahn bleibt dabei allerdings immer kalt und auch für eine Kindersicherung ist gesorgt. Inzwischen bietet Quooker auch eine Kombination aus Kochend-Wasser-Armatur und Standardarmatur an, die vom Design identisch sind.

Es stellt sich natürlich die Frage der laufenden Kosten. Laut Hersteller liegen die im Ruhebetrieb bei einem Verbrauch von 10W, was ca 5 Cent pro Tag entsprechen würde (vergleichbar mit z.B. mit dem oft eingesetzten WLAN-Router). Außerdem muss all paar Jahre der Filter gewechselt werden. In dem Zusammenhang kann dann auch der Kalk aus dem Reservoir rausgeschüttelt werden.

Die etwas billigere Alternative zum Quooker ist der Grohe Red der Firma Grohe. Auch hier wird auf Hebelzug kochendes Wasser zur Verfügung gestellt. Diese Armatur gibt es in verschiedenen Ausführungen. Entweder nur für kochendes Wasser (Red Mono) oder als Kombiarmatur für normales und kochendes Wasser (Red Duo). Bei letzterm wird das kochende Wasser auch dazu verwendet um mit kaltem Wasser zusammen normalwarmes Wasser zu erzeugen. Je nach Bedarf gibt es auch unterschiedlichen Boilergrößen. In dieser Kombinationsvielfalt sind dann auch die Preise unterschiedlich. Die Kosten des laufendden Betriebs sind laut Hersteller höher als beim Quooker, allerdings ist er in der Anschaffung je nach Ausführung günstiger.

In beiden Fällen ist eine Kindersicherung vorhanden, die das versehentliche aufdrehen verhindern soll. Ich habe auch bei Dorbracht einen Hinweis bzw. eine Ankündigung für Mai 2012 für eine solche Armatur, den Water Dispenser, gefunden. Allerdings habe ich keinen Hinweis auf eine Art von Kindersicherung gefunden. So wie es für mich aussieht, funktioniert es wie eine normale Armatur, nur eben bis 93°. Vielleicht habe ich es nur nicht gesehen, aber sollte so eine Sicherung fehlen, wäre es für mich sofort ein K.O.-Kriterium. Allerdings war schon die Verfügbarkeit ausschlaggebend.

Grohe hat aber nicht nur eine Armatur für kochendes, sondern auch für gekühltes Wasser im Angebot. Den sogenannten Grohe Blue. Er stellt in der kleinen Version gefiltertes Wasser zur Verfügung. In der großen und auch deutlich teureren Variante kann der Grohe Blue auch gekühltes Wasser in den Varianten still, medium und klassich herstellen. Einfach am Hebel einstellen, ob man Sprudel (medium oder klassisch) haben will und dann zapfen. Kein lästiges Kisten schleppen mehr. Einfach nur noch ab und an den Filter und die CO2 Flasche wechseln. Grohe bietet zwei verschiedene Größen von CO2 Flaschen an, wobei die 2KG Flasche genauso aussieht, wie die Flaschen, die auch z.B. in der Aquarientechnik eingesetzt werden. Sollten sie tatsächlich identisch sein (was ich derzeit nicht weiß), könnten sie z.B. auch im Aquaristikbedarf neu befüllt werden. Dies würde die Kosten für CO2 senken. Allerdings muss jeder der das machen will vorher selber klären, ob das geht. Ich bin kein Profi.

Ob wir wir den Grohe Blue wirklich einsetzen wollen, ist noch offen. Das Preisschild ist hier schon ausschlaggebend. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich keine Sprudelkisten mehr schleppen muss, dann relativiert sich das Preisschild ein wenig.

Da unser Saalbau ja, wie der Name schon verrät, eine Gaststätte war, ist hier so manches anders, als in einem normalen Wohnhaus. Die eigentliche Küche ist zwar nicht viel größer, als in einem modernen großen Haus, aber die Ausstattung war ein wenig anders. Über die Zeit ist die Ausstattung der Küche gewachsen. Angefangen hat es wohl mit einem riesigen Monster von Herd, auf den ich aber später noch zu sprechen komme. Nach und nach kamen moderne Gerätschaften dazu, die an den Außenwänden entlang aufgestellt wurden. Da es aber meines Wissens nach eher eine zünftige Gaststätte als ein Speiserestaurant war, hat dies wohl auch ausgereicht. Eine große Restaurantküche gab es also nicht. Auch in Sachen Lüftung war man eher pragmatisch und die großen Fenster mussten als Ersatz herhalten. Eine wirkliche Lüftungsanlage gab und gibt es hier nicht.

Bei unseren ersten Besichtigungen des Hauses, haben wir uns eher auf die Räumlichkeiten als die Ausstattung konzentriert. Als wir dann nach der Vertragsunterzeichnung wieder reingegangen sind, war das Haus noch nicht geräumt. In der Küche war überall noch das alte Geschirr und die Küchenausstattung auf- oder besser gesagt ausgestellt. Alles war herausgeräumt worden, um bei einer Haushaltsauflösung an den Mann oder die Frau gebracht zu werden. Aber es wurde bei weitem nicht alles verkauft, so ist uns auch da die Besonderheit dieser Küche noch nicht aufgefallen.

Erst als die Entrümpler volle Arbeit geleistet hatten, erkannten wir, was wir hier hatten. Ursprünglich sind wir ja davon ausgegangen, dass die Küchenausstattung drin bleibt und wir die selber entsorgen müssen. So klang es zumindest laut Vertrag. Daher waren wir ein wenig überrascht, als alles bis auf den unten abgebildeten großen Block entsorgt worden war. Warum dieser zurückgelassen wurde, stellten wir sehr schnell fest. Es handelt sich bei dem Herd nicht um einen Elektro- oder Gasherd, sondern noch um eine holzbefeuerte Variante.

Aber wenn es eine holzbefeuerte Variante ist, fragten wir uns, wohin dann mit dem Rauch? Ich konnte mir schlecht vorstellen, dass einfach die geöffneten Fenster den Schornstein ersetzen sollten. Irgendwie passte das ganze nicht zusammen. Nach einigem Schauen, ist mir dann ein geriffeltes Blech auf dem Boden direkt hinter dem Herd aufgefallen. Kurzerhand zum Schraubenzieher gegriffen, ließ sich das Blech recht einfach anheben und klärte meine Frage des Schornsteins. Der Herd zieht nicht – wie normal – einfach nach oben ab, sondern der Rauch wird erst mal an der Rückseite nach unten gezogen, unter dem Boden ca 2,5m bis zum Schornstein an der Wand und wird dann von dort nach oben ausgeleitet.

Wir stellten uns nun die Frage, was wir mit diesem Ungetüm anstellen sollen. Da in dieses Zimmer später eigentlich mein Hobbyraum – oder besser gesagt das Heimkino – rein soll und die Küche sowieso einen anderen Platz findet, haben wir für diesen Herd eigentlich keine Verwendung mehr. Als Grillersatz im Garten aufstellen war zwar eine Idee, die allerdings an ein paar Dingen scheitert. Wahrscheinlich werden wir ihn auf Grund des Gewichts sowieso nicht in einem Stück bewegen können. Und auch der Abzug nach unten macht diese Überlegung eher schwierig. In den oberen beiden Gärten können wir nicht grillen, weil mir das zu nah am Wald ist. Da hätte ich im Sommer mit Funkenflug meine Bedenken. Also bleibt nur ein Platz neben dem Eingang, und da macht er sich nicht besonder gut.

Um ihn zum Blickfang oder als Möbelstück um-/aufzuarbeiten, ist er zu unpraktisch und zu schwer. Die Fächer bieten nicht viel Stauraum und sind auch auf diese Art der Benutzung nicht ausgelegt (also Klappen und keine Schubladen). Somit fällt diese Überlegung auch flach. Daher wird er uns wahrscheinlich beim Schrotthändler unterstützen, außer es findet sich jemand, der ihn haben und auch abholen will. Aber die endgültige Entscheidung, was wir damit machen werden, hat noch Zeit. Erst mal werden wir uns um die wichtigeren Dinge kümmern.

Die erste Küchenplanung

Veröffentlicht: 26. Februar 2011 in Küche
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Kennt ihr das Gefühl, dass man unbedingt mit seinem Projekt weitergekommen will, aber nicht weitermachen kann, weil erst die Voraussetzungen geschaffen werden müssen? Irgendwie will ich weitermachen, auch wenn die Entscheidung zum Thema Denkmalschutz noch aussteht.

Also haben wir uns schon mal an die Küchenplanung gemacht. Von vorn herein war klar, dass die Küche kein abgeschlossener, kleiner Raum sein soll und dass wir wieder eine Kochinsel haben wollen. Um das Esszimmer mit der Küche vereinigen zu können, ist das Nebenzimmer ideal. Wir können es durch die alten Doppel- bzw. Dreifachtüren zum Wohnzimmer hin öffnen oder wenn wir etwas vorbereiten zumachen. So können wir unsere Katzen davon abhalten über einen dekorierten Tisch zu laufen oder etwas essbares aus der Küche zu klauen. Das ist bisher eher etwas schwierig. Bei der Küche selber hatten wir an irgendwas helles, in Hochglanz und ohne Griffen gedacht. Das passt aber nicht zur Vertäfelung und eine Küche im Landhausstil wollen wir nicht. Und genau darin liegt das Problem.

Jetzt haben Line und ich uns in Bezug auf die Schränke darauf geeinigt, dass die eine Seite nur aus  Hochschränken besteht (3,6m) und demgegenüber eine große Kochinsel (3m X 1,2m) gestellt wird. Die Hochschränke sollen so weit in den Raum gerückt werden, das dahinter eine Speisekammer entsteht. Da die Kochinsel aus Platzgründen aber an die Wand gerückt wird, kann man über den Begriff Insel sicher streiten. Wir haben schon überlegt, ob wir sie längs in den Raum stellen, aber das sieht dann wahrscheinlich komisch aus, wenn auch der große Esstisch längs im Raum steht. Auf beiden Seiten der Insel sollen Unterschränke sein und Spülmaschine, Waschbecken und Kochfeld werden darin untergebracht. Backofen und Kühlschrank werden in die Hochschränke integriert. Und genau da sind wir uns uneinig. Ich will eigentlich einen zweiten Backofen, da ich sehr gerne Koche. Wenn wir Freunde zu Thanksgiving einladen und die Pute im Backofen ist, dann muss ich die anderen Dinge beim Nachbarn in den Backofen stellen. Aber auch bei nem leckeren Osso Bucco oder Niedertemperaturgerichten ist der Ofen belegt. Da wäre ein zweiter Ofen schon was feines. Line ist der Meinung, dass wir das nicht brauchen. Und wenn ich einen zweiten Backofen kriege, will sie einen Quooker. Das ist ein Kochend-Wasser-Wasserhahn, bei dem jederzeit je nach Ausführung drei oder sieben Liter kochendes Wasser gezapft werden kann. Somit würde es den bisherigen Wasserkocher ersetzen und auch beim Nudelwasser und ähnlichen helfen. Wer jetzt meint, das sei doch eine absolute Energieverschwendung, den kann ich beruhigen. Eigentlich besteht das ganze aus einer großen super isolierten Thermoskanne mit Hahn. Es hat dann einen Stromverbrauch im Ruhezustand von 10W oder wie der Hersteller so schön schreibt 5 Cent am Tag. Nur leider ist der Quooker kein Schnäppchen.

Was uns bei der Planung des Küchenlayouts geholfen hat war ein kostenloser Küchenplaner, den es bei der Firma Alno zum Download gibt. Dieser hat als Planungselemente zwar nur das Küchenprogramm von Alno, allerdings sind die Maße ja einigermaßen standardisiert. 60cm breit 60cm tief – damit kann man dann schon mal arbeiten. Auch sonst ist das Programm einigermaßen intuitiv zu bedienen. Nur Backofen und Co. habe ich am Anfang verzweifelt gesucht, bis ich gemerkt habe, dass sie als Teil des Schranks integriert sind. Am Ende kann man sich hinterher in der 3D-Ansicht einen ersten Eindruck davon verschaffen, was man so plant, und das ganze auch noch ein wenig drehen.

Von dem, was wir am Samstag in der Küchenausstellung von Alno gesehen haben, waren wir ganz angetan. Vom Preis-Leistungsverhältnis soll es auch ganz gut sein. Zumindest nach dem was ich bisher so gehört und gelesen habe. Außerdem haben sie eine tolle Hochglanzfront, die aber nicht aus Lack sondern aus Glas besteht, das von hinten lackiert und mit der Holzplatte verklebt ist. Preislich ist es in der gleichen Preisgruppe wie eine Lack Hochglanzfront von Alno. Zumindest die so genannte Alnostar Vetrina Glasfront ist auf diesem Preisniveau. Soll das ganze auch noch mit Metallleisten eingefasst sein, dann steigt die Preisgruppe um 3 Stufen und heißt Alnoart Pro. Hier sind dann auch die Griffleisten aus Metall. Da die Planungssoftware nicht so hochauflösend ist habe ich oben auch noch ein Bild der Firma Alno drangehängt. Allerdings zeigt das die teurere Alnoart Pro. Es soll einfach mal einen Eindruck vermitteln, in welche Richtung es gehen soll. Jetzt   uns das ganze irgendwann auch mal durchrechnen lassen. Und dann kommt auch noch die Frage nach den Küchengeräten. Aber das ist ein weiteres Thema.