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Wie klingelt der denn da?

Veröffentlicht: 20. September 2012 in Elektrik
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Hier kommt mal wieder ein Technikpunkt. Diesmal geht es um die Anbindung der Klingeln und Gegensprechanlagen. Dafür gibt es wie bei fast allem mehrere möglich Wege, die man gehen kann.

Siedle gegensprechanlage via Amazon

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Elro Gegensprechanlage via Amazon

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Der erste und wahrscheinlich gebräuchlichste ist, ich setzt ein Komplettsystem eines Herstellers wie z.B. Siedle (links) oder Elro (recht) ein, bei dem alles von der Sprecheinheit an der Haustür bis zu den Sprech- und Türöffnungseinheiten in der Wohnung in einem Paket geliefert wird. Bei soetwas gibt es natürlich die verschiedenen Ausprägungen und Zusammenstellungen. Vom einfachen Gegensprecher bis hin zur Farbkamera an der Türe und natürlich von billig bis teuer.

Die zweite Möglichkeit ist bei der Verwendung eines Bussystems, das ganze auf den KNX-Bus zu bringen. Hier könnte ich dann z.B. ein zentrales Bedienpanel dazu nutzen, die Tür zu öffnen und das Bild einer möglichen Videokamera zu sehen. Ich spare mir hier die zusätzliche Sprecheinheit und kann zusätzlich an verschiedenen Punkten, an denen Buskabel vorhanden sind das ganze anbinden. Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, kann ich bei der Einbindung z.B. eines Tabletts, auch dieses Nutzen, um die Türe zu öffnen und zu sehen, wer davor steht. Wahrscheinlich könnte ich auch steuern, dass beim Klingeln das Licht an- oder ausgeht. Aber wer will sowas schon.

Agfeo AS-181 Plus via Amazon

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Die dritte Möglichkeit ist das ganze über eine Telefonanlage zu steuern. Hier wird die Gegensprechanlage an die Telefonanlage angeschlossen. Wenn jemand an der Haustür klingelt, dann klingeln die Telefone und statt einer Rufnummer kann angezeigt werden, wo geklingelt wird (Haustüre oder Wohnungstüre). Über das Telefon kann dann das Gespräch mit der Gegensprechanlage geführt werden und über eine Tastenkombination wie z.B. #9 die Türe geöffnet werden. Der Nachteil ist, dass bei dieser Variante kein Video direkt eingebunden werden kann. Aber ich habe keine zusätzlichen Gegensprecher an der Wand hängen und ich kann die bestehenden Telefone nutzen. Und eben auch mehr als eines.

Eine Telefonanlage, die sowas kann und die auch bei uns zum Einsatz kommen wird, ist die AS-181 Plus von Agfeo. Sie kann entweder die eigenen Gegensprechsysteme (Klingeltastereinheit/Gegensprecheinheit)  verwenden oder andere FTZ-kompatible Systeme anbinden. Die Software zum Programmieren ist halbwegs selbsterklärend, aber aktuelle 64-Bit Treiber gibt’s es nicht direkt zum Download und die Anbindung über USB macht Probleme. Letztendlich hab ich sie zum Programmieren über einen USB auf RS232-Adapter zur Mitarbeit bewegen können.

Da die Telefonanlage aber nicht alleine arbeiten kann, ging es auch an die weitere Verkabelung. Wir haben großzügig Cat7 Netzwerkkabel im Haus verteilt, die auf den Patchfeldern im Netzwerkschrank zusammenlaufen, in dem auch die Telefonanlage ihr neues Zuhause findet. Damit die Technik aufgeräumt ist und meine Frau nicht über wild rumliegende Kabel den Kopf schüttelt, kommt bei uns ein gebrauchter 19“ Netzwerkschrank mit 42 HE und damit ca. 2m Höhe zum Einsatz. In dem verschwinden unter anderem die angesprochenen Patchfeldern, Telefonanlage, Router, Switch und auch die ganze Satellitentechnik. Also hab ich mich dran gemacht die 24 Netzwerkkabel mit jeweils 8 Adern und die 8 Zuleitungen zur Telefonanlage auf die LSA-Schneidklemmen aufzulegen. Es ist eine langweilige Fitzelarbeit die ca. 230 Drähte aufzulegen, aber irgendwann muss es ja gemacht werden. Wenigstens funktioniert der Teil Telefonanlage bis Patchfeld und je nach Steckplatz wird die eine oder andere programmierte Telefonnummer verwendet. Die Telefonanlage verrichtet also wie geplant und programmiert ihre Arbeit.

Durch die Verkabelung im Netzwerkschrank haben wir die Möglichkeit die Telefone flexibel in den einen oder anderen Raum zu legen. Soll das Telefon kurzzeitig oder dauerhaft an eine andere Stelle gelegt werden, an der ein Netzwerkkabel liegt, muss nur im Netzwerkschrank die Zuordnung neu gesteckt werden. Fast so wie früher, als in Telefonzentralen noch von Hand durch Stecken von Kabeln verbunden wurde. Auf der Gegenseite kommt dann einfach ein Adapter von RJ45 auf TAE in die Dose und das Telefon mit integrierte Gegensprechanlage und Türöffner, kann angeschlossen werden. Ich glaube für uns ist das erst mal eine feine Sache.

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Wir haben länger überlegt, ob wir für unser Projekt ein Bus-System zur Haussteuerung einsetzen sollen. Dabei war die Überlegung, auf KNX (früher EIB) zu setzen und die komplette Haussteuerung darüber zu machen oder nur eine Lichtsteuerung mit DALI oder eine Kombination zu realisieren. Die erste Entscheidung war nur unseren Stock mit einem Bussystem auszustatten und bei der Wohnung im 1. Stock und dem Keller auf ein Bussystem zu verzichten. Dabei haben wir uns einfach die Anforderungen angeschaut und die sind im 1. Stock recht normal. Die Zimmer haben eine normale Größe, Lichtszenen werden dort keine benötigt und auch andere Funktionen sind nicht unbedingt vorhanden. Somit ist der Preisunterschied schon deutlich und wir haben uns hier für den billigeren Weg entschieden.

In unserem Stock sieht die Sache schon wieder anders aus. Wir haben durch den Saal und die Essküche große Räume mit mehreren Zugängen. Zusätzlich ist hier der Einsatz von Dimmern und auch Lichtszenen gewünscht. Bei einer Steuerung über konventionelle Dimmer sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass der Mehrpreis für ein Bus-System nicht mehr so groß ist. Von einer reinen Lichtsteuerung mit DALI wurde uns für diesen Fall abgeraten. Hier kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber wir haben uns dazu entschlossen auf KNX zu setzen. Dies bietet uns neben der Lichtsteuerung auch die Möglichkeit die Heizung zu steuern, die seitlichen oberen Fenster im Saal, an die man anders nicht dran kommt, über den Bus anzubinden und darüber zu öffnen und vielleicht später noch Jalousien einzubinden.

Die ganze Materie Hausautomation, KNX und Co. ist ein sehr breites Feld und hat mich schon etliche Stunden an Recherche, Vergleichen und weiterer Recherche gekostet. Aber ich habe festgestellt, es war für mich sinnvoll zu wissen, worum es geht, wenn in der Diskussion mit Elektriker oder Heizungsplaner etwas in die Tiefe ging.

Ich will hier im Blog nach und nach verschieden Punkte zum Thema KNX, Netzwerk etc. aufführen, über die wir gestolpert sind. Als erstes kam vom Heizungsplaner der Diskussionspunkt auf, wie die Regelung der Temperatur gemacht wird. Ob die Temperaturfühler vom Elektriker oder vom Heizungsbauer geliefert werden sollen. In diesem Punkt bin ich in Dirks Blog über das Ruinchen auf einen interessanten Ansatz gestoßen. Statt die teils recht teuren Temperaturfühler für KNX zu verwenden, wurde die Verwendung eines Sensor(sub)netzes mit Hilfe von sogenannten 1-Wire Sensoren und die Weitergabe an KNX mit Hilfe eines Gateways namens Wiregate angeführt. Dirk hat mich dann noch auf das KNX-User-Forum aufmerksam gemacht, bei dem es viel Erfahrung und Austausch zu dem Thema gibt.

Nach einigem Einlesen habe ich nun einen Wiregate samt zwei Dutzend Temperatursensoren zu Hause. Allerdings habe ich auf die „billige“ Variante zurückgegriffen und muss nun an jeden kleinen Sensor 3 Kabel anlöten, die eindeutige Adresse bestimmen und markieren, bevor ich sie später einsetzen kann. Aber bei einem Preis von 2 Euro pro Sensor + Kabel + anteilig die Anschlusskomponente (Busmaster) ist so eine Sensor immer noch verhältnismäßig billig. Da werden wir neben der Raumtemperatur auch die Estrichtemperatur der Fußbodenheizung und auch an zwei oder drei Stellen die Temperatur zwischen Mauerwerk und Innendämmung erfassen. Mal schauen, wie gut die Innendämmung funktioniert.

Wer sich jetzt fragt, wozu man die Estrichtemperatur messen soll, wenn man doch auch die Raumtemperatur kriegt, dem kann ich nur sagen, hab ich auch zuerst nicht verstanden. Aber die Ideen dahinter sind eigentlich recht interessant. Da der Estrich auch Wärme speichert und noch etwas verzögert abgeben kann, ist es möglich die Fußbodenheizung schon runterregeln zu lassen, wenn die gewünschte Raumtemperatur fast erreicht und der Estrich warm ist. Der zweite Punkt ist, dass ich z.B. im Bad einen warmen Boden haben will. Wenn die Raumtemperatur erreicht ist, regelt die Fußbodenheizung ein wenig runter. Durch einen Temperaturfühler im Estrich kann ich aber dafür sorgen, dass der Boden auf jeden Fall eine bestimmte Temperatur hat.

Da die Temperatursensoren nicht sehr groß sind, können sie unauffällig direkt neben (oder vielleicht auch in) einem Rauchmelder versteckt werden. Wenn man dann z.B. den Rauchmelder Dual von Gira verwendet, kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Da die Temperatursensonren im Bus vernetzt werden müssen und auch die Rauchmelder vernetzt werden können, kann man mit einem 4x2x0,8 Y(ST)Y Kabel beides auf einmal von Raum zu Raum verbinden. So zumindest mein Kenntnisstand. Wenn ein Rauchmelder losgeht, gehen die anderen vernetzten Rauchmelder auch los. Mit einem zusätzlichen Relais kann auch eine Bus- oder Funkanbindung des Rauchmelders vorgenommen werden. Wir werden vermutlich diesen nehmen, da er auf Rauch und Temperatur prüft und sich auch ohne Zustzamodule vernetzen lässt.

Der oben genannte Wiregate bietet neben der Anbindung eines Sensorsubnetzes auch eine Visualisierung für Bus-Komponenten und ermöglicht so z.B. eine Heizungssteuerung über das Netz. Ich will zwar nicht die Temperatur von Novosibirsk aus steuern (außerdem werde ich glaube ich nie dort sein), aber vom Smartphone, Tablet oder meinem Rechner zu Hause kann ich die Temperatur ändern und kann somit auf teurere Einzelraumsteuerungen in jedem Raum  verzichten. Außerdem bietet der Wiregate auch die Möglichkeit selbst Hand anzulegen und die Steuerung zu erweitern. Ein bisschen Perl vorausgesetzt. Also das ideale für trüber Wintertage.

Es werde Licht

Veröffentlicht: 21. August 2011 in Einrichtung, Elektrik

Da wir das Haus komplett auf den Kopf stellen und fast alles modernisieren, wollen wir es jetzt gleich richtig machen. Richtig bedeutet für uns komfortabel, zukunftssicher und auch für den Spielbetrieb soll was dabei sein, wenn es der Geldbeutel zulässt. Also fast wie ein Überraschungsei – von allem etwas. Dies alles betrifft die Themen Hausautomatisierung, Lichtsteuerung und -planung, Multiroom für Audio und Videodaten und auch ein wenig Netzwerk. Alles umfangreiche Themen, an dem ich mir trotz viel einlesen die Zähne ausbeisse.

Das erste und vielleicht einfachste Thema ist Licht – das dachte ich zumindest. Für die normalen Räume ist Licht kein Thema. Eine Lampe an die Decke, vielleicht noch eine an die Wand. Ein oder zwei Schalter oder Dimmer dazupacken und dann wars das mit der Planung. Allerdings ist das in großen Räumen mit mehreren Funktionen oder Funktionszonen nicht so einfach. In unserem Saal/Wohnzimmer mit ca.120qm und 4,70 m Deckenhöhe sollen eine allgemeine Sitzecke am Fenster, eine kleine Sitzmöglichkeit zwischen Bücherregal und großem Aquarium, ein Flügel in der Mitte des Raums und eine Treppe mit Licht versorgt werden. Dazu noch Stimmungslicht und die Steuerung. Nachdem Carolin und ich ca 1 Stunde nur über das Licht in diesem Raum diskutiert haben, gaben wir auf. Das überaus gute Buch über Lichtplanung „schönes wohnen mit Licht“ von Sally Storey hat uns da auch nicht weitergebracht. An anderer Stelle wird uns das sicher noch gute Dienste tun.

Also haben wir uns entschlossen eine professionelle Lichtplanung anzugehen. Zumindest mal für die öffentlichen Räume wie Saal, Küche, Gang und später vielleicht noch den Außenbereich. Dort gilt es die groben Mauern und Felswände in Szene zu setzen. Für die Lichtplanung haben wir Herrn Vögele von Decolux in Pforzheim den Grundriss und einige Bilder zur Verfügung gestellt und mit ihm in einem sehr angenehmen und konstruktiven Gespräch unsere Vorstellung des Hauses erklärt. Es war schon fast sofort klar, dass dieser riesige Saal eine große zentrale Lampe braucht. Ich habe mal in den beiden Bildern unten versucht eine Lichtkugel von 80cm und von 160cm zu simulieren.

  

Um einen richtigen Eyecatcher zu erhalten, der auch in den Raum passt, brauchen wir Größe. Damit fallen leider einige sehr, sehr schöne Lampen raus, die wir uns schon angesehen haben. Die beiden Bilder veranschaulichen glaube ich recht gut, wie eine kleine Lampe eben nicht wirken kann. Hier ein paar, die uns sehr gefallen hätten, die aber auf Grund der Größe oder hier vielleicht „Kleine“ nicht in Frage kommen:

Von Catallani & Smith die Fil de Fer, von Artemide die Cosmic Angel oder die Mercury, Auch eine Neuinterpretation eines Kronleuchters UMA von Nemo Cassina hat uns gut gefallen

       

(via http://www.designathome.de, http://www.lichtnews.de)

Zwei Wochen später hat er dann die ersten Vorschläge parat gehabt, wie dieser Raum beleuchtet werden kann. Als Lampe empfielht er uns von Catallani & Smith Sistema Macchina della luce D/F oder wir haben noch alternativ die Foscarini Big Bang gefunden

  

(via http://www.designathome.de)

Als Hintergrundbeleuchtung empfiehlt er uns mit LEDs zu arbeiten. Am besten wäre die Mittlere Kassette in der Decke nach innen hin zu beleuchten und auch einmal außen an der Wand entlang LEDs anzubringen. Diese können dann gedimmt und in Gruppen geschaltet werden. Den Flügel werden wir vermutlich auf ein Podest stellen, um die Last auf eine größere Fläche zu verteilen. Den Sockel können wir für den Einbau von Steckdosen nutzen und ebenfalls mit LEDs anleuchten. Somit bekommt das Podest nachts eine Luftigkeit und gibt ein sanftes indirektes Licht ab. Alle weiteren Lichter werden wir über Steh- und Tischlampen realisieren. Die dazugehörigen Steckdosen kann man ja gleich schalt- oder dimmbar machen.

Was ich sehr interessant fand, war seine Ausführung zum Thema LEDs. Die billigen LEDs die man beim Baumarkt kriegt, variieren in ihrer Lichtfarbe sehr. Wenn man aber größere Flächen ausstrahlen will, ist es wichtig eine möglichst einheitliche Lichtfarbe zu erhalten. Das was nicht zur gewählten Farbigkeit passt wird als „B-Ware“ weiterverkauft. In der Qualität sind sie genausogut, nur die Spreizung der Lichtfarbe ist zu stark. Ein Abnehmer für die reinweißen LEDs ist z.B. die Autoindustrie für Scheinwerfer. Hier ist die Lichtspreizung kein allzu großes Thema. Wenn man ins Licht schaut, wird man geblendet und kann es deswegen nicht unterscheiden. Und die Ausleuchtung ist fast nie direkt aus nächster nähe auf eine gleichmäßig weiße Fläche.  Interessante Punkte die man bei so einer Lichtplanung erfährt.

Die genaue Planung werden wir noch erhalten und auch über die Ansteuerung müssen wir uns noch gedanken machen. Soll es ein Bussystem a la KNX/EIB werden oder eine reine Lichtsteuerung mit DALI? Das müssen wir noch sehen.