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Es werde Licht

Veröffentlicht: 21. August 2011 in Einrichtung, Elektrik

Da wir das Haus komplett auf den Kopf stellen und fast alles modernisieren, wollen wir es jetzt gleich richtig machen. Richtig bedeutet für uns komfortabel, zukunftssicher und auch für den Spielbetrieb soll was dabei sein, wenn es der Geldbeutel zulässt. Also fast wie ein Überraschungsei – von allem etwas. Dies alles betrifft die Themen Hausautomatisierung, Lichtsteuerung und -planung, Multiroom für Audio und Videodaten und auch ein wenig Netzwerk. Alles umfangreiche Themen, an dem ich mir trotz viel einlesen die Zähne ausbeisse.

Das erste und vielleicht einfachste Thema ist Licht – das dachte ich zumindest. Für die normalen Räume ist Licht kein Thema. Eine Lampe an die Decke, vielleicht noch eine an die Wand. Ein oder zwei Schalter oder Dimmer dazupacken und dann wars das mit der Planung. Allerdings ist das in großen Räumen mit mehreren Funktionen oder Funktionszonen nicht so einfach. In unserem Saal/Wohnzimmer mit ca.120qm und 4,70 m Deckenhöhe sollen eine allgemeine Sitzecke am Fenster, eine kleine Sitzmöglichkeit zwischen Bücherregal und großem Aquarium, ein Flügel in der Mitte des Raums und eine Treppe mit Licht versorgt werden. Dazu noch Stimmungslicht und die Steuerung. Nachdem Carolin und ich ca 1 Stunde nur über das Licht in diesem Raum diskutiert haben, gaben wir auf. Das überaus gute Buch über Lichtplanung „schönes wohnen mit Licht“ von Sally Storey hat uns da auch nicht weitergebracht. An anderer Stelle wird uns das sicher noch gute Dienste tun.

Also haben wir uns entschlossen eine professionelle Lichtplanung anzugehen. Zumindest mal für die öffentlichen Räume wie Saal, Küche, Gang und später vielleicht noch den Außenbereich. Dort gilt es die groben Mauern und Felswände in Szene zu setzen. Für die Lichtplanung haben wir Herrn Vögele von Decolux in Pforzheim den Grundriss und einige Bilder zur Verfügung gestellt und mit ihm in einem sehr angenehmen und konstruktiven Gespräch unsere Vorstellung des Hauses erklärt. Es war schon fast sofort klar, dass dieser riesige Saal eine große zentrale Lampe braucht. Ich habe mal in den beiden Bildern unten versucht eine Lichtkugel von 80cm und von 160cm zu simulieren.

  

Um einen richtigen Eyecatcher zu erhalten, der auch in den Raum passt, brauchen wir Größe. Damit fallen leider einige sehr, sehr schöne Lampen raus, die wir uns schon angesehen haben. Die beiden Bilder veranschaulichen glaube ich recht gut, wie eine kleine Lampe eben nicht wirken kann. Hier ein paar, die uns sehr gefallen hätten, die aber auf Grund der Größe oder hier vielleicht „Kleine“ nicht in Frage kommen:

Von Catallani & Smith die Fil de Fer, von Artemide die Cosmic Angel oder die Mercury, Auch eine Neuinterpretation eines Kronleuchters UMA von Nemo Cassina hat uns gut gefallen

       

(via http://www.designathome.de, http://www.lichtnews.de)

Zwei Wochen später hat er dann die ersten Vorschläge parat gehabt, wie dieser Raum beleuchtet werden kann. Als Lampe empfielht er uns von Catallani & Smith Sistema Macchina della luce D/F oder wir haben noch alternativ die Foscarini Big Bang gefunden

  

(via http://www.designathome.de)

Als Hintergrundbeleuchtung empfiehlt er uns mit LEDs zu arbeiten. Am besten wäre die Mittlere Kassette in der Decke nach innen hin zu beleuchten und auch einmal außen an der Wand entlang LEDs anzubringen. Diese können dann gedimmt und in Gruppen geschaltet werden. Den Flügel werden wir vermutlich auf ein Podest stellen, um die Last auf eine größere Fläche zu verteilen. Den Sockel können wir für den Einbau von Steckdosen nutzen und ebenfalls mit LEDs anleuchten. Somit bekommt das Podest nachts eine Luftigkeit und gibt ein sanftes indirektes Licht ab. Alle weiteren Lichter werden wir über Steh- und Tischlampen realisieren. Die dazugehörigen Steckdosen kann man ja gleich schalt- oder dimmbar machen.

Was ich sehr interessant fand, war seine Ausführung zum Thema LEDs. Die billigen LEDs die man beim Baumarkt kriegt, variieren in ihrer Lichtfarbe sehr. Wenn man aber größere Flächen ausstrahlen will, ist es wichtig eine möglichst einheitliche Lichtfarbe zu erhalten. Das was nicht zur gewählten Farbigkeit passt wird als „B-Ware“ weiterverkauft. In der Qualität sind sie genausogut, nur die Spreizung der Lichtfarbe ist zu stark. Ein Abnehmer für die reinweißen LEDs ist z.B. die Autoindustrie für Scheinwerfer. Hier ist die Lichtspreizung kein allzu großes Thema. Wenn man ins Licht schaut, wird man geblendet und kann es deswegen nicht unterscheiden. Und die Ausleuchtung ist fast nie direkt aus nächster nähe auf eine gleichmäßig weiße Fläche.  Interessante Punkte die man bei so einer Lichtplanung erfährt.

Die genaue Planung werden wir noch erhalten und auch über die Ansteuerung müssen wir uns noch gedanken machen. Soll es ein Bussystem a la KNX/EIB werden oder eine reine Lichtsteuerung mit DALI? Das müssen wir noch sehen.

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Da das Haus eine Gaststätte war, wollte man den Gästen wohl etwas mehr als nur den hauseigenen Gerstensaft bieten. Also wurde vor langer Zeit eine Kegelbahn eingebaut. Hier wurde dann nicht etwa der Felsenkeller ausgebaut, der dafür sicher eine klasse Atmosphäre bieten würde, sondern es wurde ein 17m langer Anbau erstellt, der auf der selben Ebene wie die Gaststätte selber ist. Um die Höhe zu erreichen wurde die Bahn entsprechend aufgeständert.

Anfänglich wurde diese Kegelbahn noch mit Kegeljungen betrieben, aber die Technik hat sich durchgesetzt. Der Kegeljunge war nicht mehr zeitgemäß und wahrscheinlich auch teuer. Also wurde Anfang der 70er Jahre ein neuer Bauantrag gestellt um den alten Anbau zu ersetzen. Der neue Anbau war etwas breiter und länger als der alte, da die moderne Technik untergebracht werden musste. Allerdings passte das nicht ganz zu den örtlichen Bauvorschriften, weswegen extra eine Unterschreitung der Grenzabstände genemigt wurde.

Auf dem Bild unten ist die neu angebaute Kegelbahn sehr gut zu erkennen. Es ist der weiße, längliche Anbau.

Für uns stellt sich jetzt die Frage, was wir mit dieser Kegelbahn machen. Vom Grundriss her befindet sich nur die Kegelbahn an sich im Anbau. Der Anlauf, die Kugelrückgabe und auch die Sitzmöglichkeiten befinden sich im Haus selber. Somit würden wir einen großen Raum verlieren, wenn wir die Kegelbahn in ihrer ursprünglichen Funktion erhalten wollen. Da wir aber beide nicht vom Kegeln begeistert sind, haben wir zugegebenermaßen kein gesteigertes Interesse daran, die Kegelbahn so zu erhalten. Bei einer Bowlingbahn wäre es vielleicht schon interessanter, aber die Frage stellt sich ja nicht.

Unter diesen Umständen könnte man natürlich darüber nachdenken, die Kegelbahn einfach abzureissen, aber das würde Kosten nach sich ziehen. Die Kegelbahn muss abgerissen und entsorgt werden und die Mauer muss danach zugemacht werden, dann aber am besten mit Glas. Außerdem dürfen wir das jetzt sicher auch nicht mehr. Ich weiß nicht, was der Denkmalschutz dazu sagen würde. Also behalten wir die Kegelbahn. Den Vorraum der Kegelbahn (Anlauf, Theke usw.) werden wir dann in zwei Räume aufteilen. Unser Schlafzimmer und unser Bad. In dieser Aufteilung macht es dann Sinn, den Kleiderschrank nach nebenan in die Kegelbahn zu verfrachten. Noch besser ist es, gleich eine Abtrennung mit Tür einzuziehen und die Kegelbahn zum begehbaren Kleiderschrank zu machen. Auf eine Seite sollen dann Regale, Kommoden, Kleiderstangen und ein großer Spiegel kommen. Von Freunden kam auch schon die Idee, wir sollten ein System wie in der Wäscherei einbauen. Auf Knopfdruck die passenden Klamotten vorholen lassen. Aber das wäre dann glaube ich doch etwas übertrieben.

Die Umnutzung in einen Kleiderschrank hat einige Vorteile, aber auch Nachteile. Auf der positiven Seite ist zu bemerken, dass wir dann genug Platz für all die Klamotten und Schuhe haben. Durch die Abtrennung zum Schalfzimmer ist es kein Problem mehr morgens, wenn der Partner noch schläft, das Licht anzuschalten. Er wird dadurch nicht mehr gestört. Außerdem haben wir auch noch genügend Platz für das Bügelbrett und den Wäscheständer. Wir können die dann einfach stehen lassen und sie stehen trotzdem nicht im Weg.  Da eine unserer Katzen gerne Socken und Pullis vom Wäscheständer klaut und darauf rumkaut, wäre auch noch dieses Problem beseitigt.

Der Nachteil ist, dass wir nicht genug Klamotten und/oder Schuhe haben, um den ganzen Kleiderschrank aufzufüllen. Ich hoffe jetzt mal, dass Line nicht auf die Idee kommt, wenn wir daraus unseren Kleiderschrank bauen, muss sie jetzt auch einkaufen, um ihn auszunutzen. Das hatte ich in unsere Kalkulation nicht mit einberechnet und könnte mich arm machen.