Archiv für August, 2012

Der Ausbau des ersten Stocks geht mit großen Schritten voran, auch was die Böden angeht. Um die Küche einbauen zu können, wurde inzwischen der Boden der Küche abgeschliffen und ein erstes Mal geölt. Beim früheren Besitzer war er mit einem Linoleumboden abgedeckt und in der Bauphase hat er einiges an Staub abbekommen. Dadurch konnten wir uns nicht wirklich vorstellen, wie der originale Boden dann tatsächlich rauskommen wird, wenn er aufbereitet ist. Aber vom Ergebnis sind wir total begeistert. An der Stelle, an der ein Balken ersetzt werden musste, sieht man zwar den Ansatz, aber das ist in unseren Augen nicht so schlimm. Es ist ein altes Haus, bei dem sehr viel gemacht werden musste. Da ist es auch OK, wenn man später noch die eine oder andere Stelle sieht.

  

Wenn sich vom Küchenboden auf die anderen Räume schließen lässt, dann wird das eine ganz tolle Sache.

 

Wir haben länger überlegt, ob wir für unser Projekt ein Bus-System zur Haussteuerung einsetzen sollen. Dabei war die Überlegung, auf KNX (früher EIB) zu setzen und die komplette Haussteuerung darüber zu machen oder nur eine Lichtsteuerung mit DALI oder eine Kombination zu realisieren. Die erste Entscheidung war nur unseren Stock mit einem Bussystem auszustatten und bei der Wohnung im 1. Stock und dem Keller auf ein Bussystem zu verzichten. Dabei haben wir uns einfach die Anforderungen angeschaut und die sind im 1. Stock recht normal. Die Zimmer haben eine normale Größe, Lichtszenen werden dort keine benötigt und auch andere Funktionen sind nicht unbedingt vorhanden. Somit ist der Preisunterschied schon deutlich und wir haben uns hier für den billigeren Weg entschieden.

In unserem Stock sieht die Sache schon wieder anders aus. Wir haben durch den Saal und die Essküche große Räume mit mehreren Zugängen. Zusätzlich ist hier der Einsatz von Dimmern und auch Lichtszenen gewünscht. Bei einer Steuerung über konventionelle Dimmer sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass der Mehrpreis für ein Bus-System nicht mehr so groß ist. Von einer reinen Lichtsteuerung mit DALI wurde uns für diesen Fall abgeraten. Hier kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber wir haben uns dazu entschlossen auf KNX zu setzen. Dies bietet uns neben der Lichtsteuerung auch die Möglichkeit die Heizung zu steuern, die seitlichen oberen Fenster im Saal, an die man anders nicht dran kommt, über den Bus anzubinden und darüber zu öffnen und vielleicht später noch Jalousien einzubinden.

Die ganze Materie Hausautomation, KNX und Co. ist ein sehr breites Feld und hat mich schon etliche Stunden an Recherche, Vergleichen und weiterer Recherche gekostet. Aber ich habe festgestellt, es war für mich sinnvoll zu wissen, worum es geht, wenn in der Diskussion mit Elektriker oder Heizungsplaner etwas in die Tiefe ging.

Ich will hier im Blog nach und nach verschieden Punkte zum Thema KNX, Netzwerk etc. aufführen, über die wir gestolpert sind. Als erstes kam vom Heizungsplaner der Diskussionspunkt auf, wie die Regelung der Temperatur gemacht wird. Ob die Temperaturfühler vom Elektriker oder vom Heizungsbauer geliefert werden sollen. In diesem Punkt bin ich in Dirks Blog über das Ruinchen auf einen interessanten Ansatz gestoßen. Statt die teils recht teuren Temperaturfühler für KNX zu verwenden, wurde die Verwendung eines Sensor(sub)netzes mit Hilfe von sogenannten 1-Wire Sensoren und die Weitergabe an KNX mit Hilfe eines Gateways namens Wiregate angeführt. Dirk hat mich dann noch auf das KNX-User-Forum aufmerksam gemacht, bei dem es viel Erfahrung und Austausch zu dem Thema gibt.

Nach einigem Einlesen habe ich nun einen Wiregate samt zwei Dutzend Temperatursensoren zu Hause. Allerdings habe ich auf die „billige“ Variante zurückgegriffen und muss nun an jeden kleinen Sensor 3 Kabel anlöten, die eindeutige Adresse bestimmen und markieren, bevor ich sie später einsetzen kann. Aber bei einem Preis von 2 Euro pro Sensor + Kabel + anteilig die Anschlusskomponente (Busmaster) ist so eine Sensor immer noch verhältnismäßig billig. Da werden wir neben der Raumtemperatur auch die Estrichtemperatur der Fußbodenheizung und auch an zwei oder drei Stellen die Temperatur zwischen Mauerwerk und Innendämmung erfassen. Mal schauen, wie gut die Innendämmung funktioniert.

Wer sich jetzt fragt, wozu man die Estrichtemperatur messen soll, wenn man doch auch die Raumtemperatur kriegt, dem kann ich nur sagen, hab ich auch zuerst nicht verstanden. Aber die Ideen dahinter sind eigentlich recht interessant. Da der Estrich auch Wärme speichert und noch etwas verzögert abgeben kann, ist es möglich die Fußbodenheizung schon runterregeln zu lassen, wenn die gewünschte Raumtemperatur fast erreicht und der Estrich warm ist. Der zweite Punkt ist, dass ich z.B. im Bad einen warmen Boden haben will. Wenn die Raumtemperatur erreicht ist, regelt die Fußbodenheizung ein wenig runter. Durch einen Temperaturfühler im Estrich kann ich aber dafür sorgen, dass der Boden auf jeden Fall eine bestimmte Temperatur hat.

Da die Temperatursensoren nicht sehr groß sind, können sie unauffällig direkt neben (oder vielleicht auch in) einem Rauchmelder versteckt werden. Wenn man dann z.B. den Rauchmelder Dual von Gira verwendet, kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Da die Temperatursensonren im Bus vernetzt werden müssen und auch die Rauchmelder vernetzt werden können, kann man mit einem 4x2x0,8 Y(ST)Y Kabel beides auf einmal von Raum zu Raum verbinden. So zumindest mein Kenntnisstand. Wenn ein Rauchmelder losgeht, gehen die anderen vernetzten Rauchmelder auch los. Mit einem zusätzlichen Relais kann auch eine Bus- oder Funkanbindung des Rauchmelders vorgenommen werden. Wir werden vermutlich diesen nehmen, da er auf Rauch und Temperatur prüft und sich auch ohne Zustzamodule vernetzen lässt.

Der oben genannte Wiregate bietet neben der Anbindung eines Sensorsubnetzes auch eine Visualisierung für Bus-Komponenten und ermöglicht so z.B. eine Heizungssteuerung über das Netz. Ich will zwar nicht die Temperatur von Novosibirsk aus steuern (außerdem werde ich glaube ich nie dort sein), aber vom Smartphone, Tablet oder meinem Rechner zu Hause kann ich die Temperatur ändern und kann somit auf teurere Einzelraumsteuerungen in jedem Raum  verzichten. Außerdem bietet der Wiregate auch die Möglichkeit selbst Hand anzulegen und die Steuerung zu erweitern. Ein bisschen Perl vorausgesetzt. Also das ideale für trüber Wintertage.

Es geht voran, wenn auch nicht ganz so schnell, wie wir uns das wünschen. Aber es ist Urlaubszeit und die Handwerker, die bei uns tätig sind, haben dann natürlich eine dünne Personaldecke. Und das bei sowieso vollen Auftragsbüchern. Da wissen sie oft nicht, wie sie überhaupt alle Baustellen besetzen sollen und jonglieren eben so gut es geht.

Somit kriegen wir in gewisser Weise die Auswirkungen der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit auch ein wenig zu spüren. Da viele in Betongold als Anlageform flüchten, können sich die Handwerker aussuchen, welche Aufträge sie annehmen wollen. Bei mehreren Gewerken wie z.B. Elektro, Sanitär und Heizung haben wir von einer Reihe von Betrieben eine Absage bekommen. Zu groß, keine Zeit, nicht in dem Zeitraum oder es kam einfach keine Antwort. In der Diskussion mit dem Fliesenleger haben wir gefragt, ob es machbar wäre, dass wir Teile davon selber verlegen, um etwas einsparen zu können. Normalerweise hätte ich mit einer Reaktion gerechnet, die eine „wenn es sein muss“-Haltung ausdrückt. Aber hier war das Gegenteil der Fall. Er war richtiggehend froh, dass wir einen Teil selber machen wollen, da er sowieso kaum weiß, wie er es zeitlich schaffen kann.

Aber trotzdem geht es voran, auch wenn die Baustelle schon betriebsamere Tage gesehen hat. Die Santiärinstallateure haben ihre Arbeit aufgenommen und sind kräftig am Löcher bohren und Leitungen verlegen. Ein Teil der fehlenden Trockenbauwände werden gestellt und Türöffnungen geschlossen. Und auch der Elektriker ist damit beschäftigt, die verlegten Leitungen anzuschließen.

Und  auch wir versuchen unsere Punkte voranzutreiben, kommen aber nicht ganz so schnell voran. Die brütende Hitze macht es uns nicht einfach, wenn OSB-Bodenplatten durch die Gegend getragen, Arbeiten unter Staub- und Lärmschutz ausgeführt oder 140 m² ausgebautes Buchenparkett verräumt werden müssen. Als nächstes machen wir uns daran, Gipskartonplatten an die Decke zu hängen.

       

Hier aber erst noch ein paar Impressionen, was aus dem Boden unseres Saals geworden ist. Das ganze dient als Vorbereitung für die Fußbodenheizung.

unser Infrastruktuprojekt

Veröffentlicht: 10. August 2012 in Abbrucharbeiten, Heizung
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In zwei der Kellerräume wurde schon vor Jahren eine Betonbodenplatte gegossen, in den anderen beiden Kellerräumen sind noch große, alte Pflastersteine verbaut und im Eis- oder Lagerkeller, der tief in den Felsen geht, liegen große Sandsteinplatten oder Naturboden. Der Eiskeller wird erst mal nicht genutzt, und die beiden Räume mit Betonplatte sind eher „Durchgangsräume“ . Da aber einer der beiden Seitenräume mit Pflastersteinen zum Heizungsraum umfunktioniert werden soll, muss hier erst mal Platz geschaffen werden. Also haben wir den alten Zwischenboden, der zur Lagerung eingebaut wurde und schon sehr morsch und angefressen war, abgebaut. In diesem Zug musste auch ein Haufen Kohlen, Briketts, Kohlenstaub und anderer Schmutz entsorgt werden – zusätzlich zu dem Zeug, das wir vom Rückbau im Haus dort gelagert haben.

Als wir mit dem Rückbau fertig waren, konnten wir die volle Raumwirkung einschätzen und es wirkte viel größer als bisher gedacht. Hier haben wir mehr als genug Platz, alles notwendige hineinzubauen. Aber erst mal muss der alte Pflastersteinboden raus, damit wir eine neue Bodenplatte gießen konnten. Natürlich hätten wir von Hand jeden einzelnen Pflasterstein rausheben können, aber unser Rohbauer hatte da ein „kleines“ Hilfsmittel namens Neuson, das uns die ganze Sache sehr erleichtert hat. Mit dem kleinen Bagger ging es in Windeseile, die Steine rauszumachen. Außerdem hat er gleich auch noch tiefer gegraben, um die Vorarbeiten der Betonplatte zu erledigen.

  

Dabei kamen sowohl Zu- als auch Abwasserrohre zum Vorschein. Bei den Abwasserrohren hätten wir sonst wahrscheinlich auch diesen Teil aufwendig von Innen sanieren müssen, so konnten wir sie in dem Bereich gleich sinnvoll erneuern. Viel mehr freut uns aber, dass wir auch den Trinkwasseranschluss ins Haus gefunden haben.

Bisher haben wir den Wasseranschluss ganz weit hinten im Keller gesehen und waren uns nicht sicher, ob hier nicht vielleicht noch Bleirohre verbaut sind. Glücklicherweise hat sich herausgestellt dass der erste Teil bis ins Haus inzwischen mit modernen Rohre aus PE gemacht ist und wir daher keine Bleivergiftung oder Zustände wie zu Neros Zeiten befürchten müssen. Da gerade alles offen war und der hintere Teil des Zuwassers noch alt und marode war, haben wir den Wasseranschluss aus dem hinteren Gewölbekeller gleich nach vorne verlegt. Jetzt haben wir die wichtigsten Zugänge in einem Raum. Wasser, Strom, Kabelfernsehen bzw. Telefon. Auch der Gasanschluss wurde gerade in den Keller gelegt. Damit sind wir für alles gerüstet. Hoffentlich.

  

Inzwischen ist auch die neue Bodenplatte gegossen und der Heizungsbauer kann jetzt nach Lust und Laune oder den entsprechenden Vorgaben hier aufbauen. Zusätzlich wurde ein Teil der Abwasserleitungen aus den oberen Stockwerken komplett erneuert. Der andere Teil wurde per Inlinerverfahren saniert. Dazu wurde von innen mit Kunstharz eine Schicht in die Abwasserrohre eingebracht und ausgehärtet. Es ist schon faszinierend zu sehe, wie das gemacht wird. Was war das früher für ein Aufwand alles auszubuddeln, das Loch zu suchen und zu reparieren. So ist es eine saubere und auch schnelle Sache.

Die Infrastruktur bis zum Haus passt jetzt. Als nächstes geht es an die Verteilung im Haus. Unser Installateur steht schon in den Startlöchern.