Mühsamer Rückbau einer Treppe

Veröffentlicht: 17. Juli 2012 in Abbrucharbeiten
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Bisher existiert im Haus noch eine direkte Verbindung zwischen dem ersten und dem zweiten Stock. Dieser wurde früher auch häufig genutzt entweder um schnell vom Wohn- bzw. Bürostockwerk nach oben zu kommen oder bei drohender Kontrolle der Sperrstunde aus der Gaststätte in den privaten Bereich zu gelangen. Letzteres wurde uns von einem früheren Stammgast erzählt. Die Polizei hat immer in der gleichen Gaststätte angefangen die Sperrstunde zu kontrollieren. Die Wirte haben sich dann gegenseitig angerufen und so konnte diejenigen, die später dran waren, Problemen entgehen. Die Stammgäste sind in unserem Haus dann einfach ein Stockwerk nach unten gegangen und haben dort „im privaten Kreis“ gefeiert, bis die Entwarnung kam. Dann sind sie wieder nach oben. Und das ohne bei Wind und Wetter nach außen zu müssen. Oder noch auf die Schnelle, wenn der Wachmann schon die Außentreppe herauf kam.

Aber wir müssen uns nicht mehr in den anderen Stock flüchten. Vielmehr soll es als Mehrgenerationenhaus eine komplette Trennung der beiden Stockwerke geben. Dazu muss die Treppe allerdings entfernt werden um das bisherige Treppenloch schließen zu können. Eine so alte und schöne Treppe einfach mit der Flex rauszuschneiden, wäre in unseren Augen ein Frevel gewesen. Es gibt sicher jemanden, der so eine Treppe gebrauchen kann, wenn wir sie nicht selber an anderer Stelle wieder einbauen. Also haben wir uns an den Rückbau der Treppe gemacht. Eigentlich sah es leicht aus.

Doch so einfach hat es uns die Treppe nicht gemacht. Es war schon schwierig genug den oberen Knauf auf der Spindel zu entfernen. Im Verlauf von Jahrzehnten hat sich in der Spindel Rost und Farbe angesammelt, so dass ein einfaches Herunterdrehen oder Rausziehen nicht mehr möglich war. Mit viel Zuspruch und Hebelkraft haben wir es aber dann doch geschafft. Somit war der erste Schritt getan. Aber nur der erste von vielen weiteren mühsamen, denn da haben die Probleme erst begonnen. Der äußere Rand  der Treppe (ein verziertes Blech) ist mit jeder Stufe an sechs Stellen verschraubt. Manche Schrauben liesen sich nicht mehr bewegen oder die Köpfe waren schon ausgebrochen. Diese Schrauben haben wir mühsam ausgebohrt. Aber an manche Schrauben sind wir erst rangekommen, nachdem wir den Boden geöffnet und einen Deckenbalken, der nachträglich eingefügt wurde, herausgenommen haben.

Als nächste musste nur noch jede einzelne Stufe die Spindel hinaufgeschoben werden. Aber auch hier war wegen des Rostes eine Menge Muskelkraft, Hebelwirkung und WD40 notwendig.  Letztendlich liegt die Treppe jetzt in Einzelteilen in unserem Haus und wartet auf ihre neue Bestimmung.

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Kommentare
  1. Dirk sagt:

    Ich würd‘ ja gern eine Spindeltreppe zwischen Esszimmer, Wohnzimmer und Bibliothek einziehen – aber bisher haben die Treppenbauer abgewunken, irgendwie hats immer nicht gepasst. Aber vielleicht kannst Du ja doch mal die genauen Maße Eurer ausgebauten Treppe posten, vielleicht passts ja doch 😉

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