Wettstreit der Heizsysteme – Entscheidungen und Wäremeverteilung

Veröffentlicht: 27. Juni 2012 in Heizung
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Wie schon früher beschrieben, sind wir gerade dabei uns für die richtige Heizung zu entscheiden. Bei der Heizungserzeugung haben wir für die Eisheizung inzwischen zumindest mal die Dimensionierung des Eisspeichers. Ca. 70 Kubikmeter bräuchten wir, um den doch sehr hohen Wäremebedarf stemmen zu können. Bei den Kosten haben wir schon fast 200.000€ erreicht, weswegen das System der Eisheizung leider nicht mehr im Rennen ist.

Zwischendurch hatten wir schon auf eine sehr günstige Lösung gehofft. Das Zuhause-Kraftwerk von Lichtblick. Dabei stellt und betreibt Lichtblick ein Blockheizkraftwerk im eigenen Keller. Ich selber als Nutzer würde zu günstigen Konditionen einen Wäremeliefervertrag abschließen, der an den Gaspreis gekoppelt ist. Außerdem kommt noch ein Installationsbeteiligung von ca. 5.000€ bis 8.000€ dazu. Das Zuhause-Kraftwerk wird jetzt auch im Raum Stuttgart angeboten. Leider wurde uns nach erste interessanten Gesprächen mitgeteilt, dass die Leistung leider doch nicht im Kreis Calw angeboten wird. Das ist für uns natürlich sehr ärgerlich, da wir jetzt doch ein komplettes Heizungssystem finanzieren müssen.

Ausgeschrieben ist jetzt ein BHKW, das mit Gas betrieben wird. Alternativ eine Brennwerttherme, die später um ein BHKW ergänzt werden kann. Das ist jetzt einfach eine Preisfrage.

Ein schweres Thema ist aber nicht nur die Wäremerzeugung, sondern auch die Wärmeverteilung. Natürlich kann man überall Standardheizkörper anbringen, aber dies bringt ein paar Nachteile mit sich. Zum einen braucht man hier, soweit ich das bisher verstanden habe, ggf. höhere Vorlauftemperaturen, als dies vielleicht gewünscht ist. Je nach Raumgröße müssen die Heizkörper auch entsprechend groß und/oder anzahlmäßig viele sein. Das ist gerade für unseren großen Saal mit 120qm und 4,8m Deckenhöhe problematisch und damit sind Heizkörper für diesen Raum eigentlich nicht das ideale.

Der Standard-Flachheizkörper ist jetzt in meinen Augen nicht gerade der Inbegriff von Design und Schönheit. Natürlich gibt es auch tolle Heizkörper, wie hier schon beschrieben, aber die haben dann ein entsprechendes Preisschild. Ein weiteres Problem ist, dass die Flachheizkörper oft unter den Fenstern montiert werden. Das ist heute mit entsprechenden wäremegedämmten Fenster nicht mehr zwingend notwendig, aber trotzdem noch aus praktischen Gründen oft praktiziert. Das wäre bei uns wahrscheinlich nicht anders. Damit müssten wir sie vor die Lamperien unter den Fenstern verbauen, was sehr schade wäre. Da die meisten Zimmer nicht unbedingt sehr groß sind, benötigen wir aber den restlichen „Wandraum“ für Möbel oder die Möglichkeit auch mal ein Bild hinzuhängen.

Möglichkeit zwei ist die Fußbodenheizung. Sie ist natürlich eine feine Sache, wenn auch eher etwas träge. Sie kann entweder als Trockensystem oder mit Estrich verbaut werden. Trocken heißt OSB-Platte, Styropor (dies dient hier nur als Platzhalter für all die anderen Dämmaterialien), Trägermaterial, das die Heizspiralen mit Wäremverteilplatten aufnimmt, OSB-Platte drüber und dann den eigentlichen Bodenbelag. Dies hat den Vorteil, dass sie nicht viel Gewicht aufträgt und in Altbauen entsprechend leicht verwendet werden kann. Die andere Möglichkleit ist die Heizspiralen in Estrich oder Gussasphalt einzulassen. Hier ist die Wärmeübertragung recht direkt, aber es wird auch entsprechend Gewicht aufgebaut. Daher nicht immer und nur mit Rückfrage beim Statiker einzubauen. Außerdem kommt soweit ich weiß auch eine entsprechende Aufbauhöhe dazu.

Dies wäre für unseren Saal und das Esszimmer eigentlich eine gute Lösung, aber da wir bisher das bestehende Parkett erhalten wollten, eigentlich schade. Das Parkett kann nicht zerstörungsfrei entfernt werden, da es durch die Nuten hindurch mit dem Untergrund vernagelt ist. Diese Nuten brechen beim Ausbau oft und es ist danach nicht mehr verwendbar. Außerdem wäre das bisherige Parkett zu dick für die Verwendung mit einer Fußbodenheizung. Wenn wir trotzdem auf die Fußbodenheizungsvariante umsteigen, müssen wir ein neues, fußbodenheizungstaugliches Parkett verlegen lassen. Außerdem verlieren wir einige Zentimeter Höhe durch den Fußbodenaufbau, aber das sollte verschmerzbar sein.

Das letzte System, das bei uns noch im Rennen ist, sind die Klimadecken. Die Funktion ist wie eine Fußbodenheizung an der Decke. Das System wird auch von Wasserschlangen erwärmt. Dieses System arbeitet, nicht wie ein normaler Heizkörper über Konvektion, sondern über Strahlungswärme. Dies ist vergleichbar zu einem Kachelofen oder auch zur Sonne, der sein Wärme abstrahlt und noch in einigen Metern Entfernung zu spüren ist. Ein großer Vorteil dieser Klimaplatten ist, dass über sie nicht nur geheizt, sondern im Sommer auch gekühlt werden können. Sie transportieren die anfallende Wärme entsprechend ab. Die kann durch eine Wärmepumpe geschehen, die heizen und kühlen kann oder durch ein separates Klimagerät. Dieses System der Klimplatten ist komplett verdeckt montiert, fällt nicht auf und ist recht dynamisch und nicht so träge wie eine Fußbodenheizung. Aber es ist verhältnismäßig teuer. Was gerade beim Einsatz in großen Räumen wie unserem Saal ein ganz schönes Loch in unseren Geldbeutel reißen würde. Jetzt müssen wir für jeden Raum die Gegebenheiten analysieren und das Richtige Konzept in Bezug auf Nutzung und Kosten raussuchen.

Es gibt natürlich auch noch Wandheizungen, die aber bei uns aus Platzgründen teilweise nicht eingesetzt wird. In Manchen Räumen wie z.B. im Saal ist Fläche in ausreichender Menge nur recht weit oben verfügbar. Hier funktioniert der Strahlungsanteil nicht mehr. In anderen Räumen soll auch noch die Stellmöglichkeit für Schränke oder anderes gegeben bleiben. Daher ist es in dem Fall auch nicht möglich auf eine Wandheizung zurückzugreifen.

Letzendlich wird es eine Mischung aus Heizkörpern im 1. Stock und Fußbodenheizung im 2. Stock und den Bädern. Auch wenn es bedeutet, dass der Boden im 2. OG ersetzt werden muss, aber alle anderen Lösungen waren im Vergleich zu teuer oder aus anderen Gründen nicht realisierbar.

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Kommentare
  1. Lars sagt:

    Das leidige Thema! 😉 Bei uns lief es auch auf eine Mischung hinaus. Hausflur braucht bei uns Heizkörper, da denkmalgeschützter Terrazzo. Daraufhin sind an dem Heizkreis auch direkt die Handtuchwärmer in den Bädern mit angeschlossen. Ansonsten haben wir auf Fußbodenheizung gesetzt. Bei uns waren die Böden allerdings alle nicht mehr rettbar und es musste sowieso ein neuer Massivholzboden rein. Die Fußbodenheizung liegt nun zwischen den Balken und von unten direkt an den 3cm starken Holzdielen an. System heißt Janssen und wird bspw. von Dinesen und einigen anderen empfohlen. Infos hier: http://www.dinesen.com/PDF/vejledninger/de/06_Fussbodenheizung_Anleitung.pdf

    Wärmeerzeugung: Vieles überlegt, schlussendlich sind wir dann bei Brennwerttechnik mit Solarunterstützung mit 750l Puffer gelandet. Alles andere war nicht wirtschaftlich und zu kostenintensiv. Am liebsten hätte ich ja eine Brennstoffzelle gehabt, aber irgendwann werden die auch günstiger und frei verfügbar. Musst mal schauen, ob eure Region am Feldtest (http://www.callux.net) teilnimmt.

    Gruss

    • haydenspass sagt:

      Danke für die Links, werde ich gleich mal danach schauen. Allerdings werden wir mit der Fußbodenheizung wahrscheinlicht nicht zwischen die Balken gehen können, da wir einen Schallschutz zwischen den Stockwerken realisieren müssen. Auf den ersten Blick wäre das da glaube ich nicht gegeben, da wir derzeit die Masse des Estrichs auf den Balken dazu nutzen würden. Aber ich werde nochmal Rückfrage halten.

      Ist es bei einer Fußbodenheizung überhaupt möglich/sinnvoll 3cm starke Dielen als Belag zu nutzen? Ich hatte bisher immer was in der Richtung von unter 2cm gelesen?

      Die Solarunterstützung ist bei uns leider nicht möglich. Da, wo es noch am Besten gehen würde, ist im Sommer ab 16:00 keine Sonne mehr. Außerdem dürfen wir dort vom Denkmalschutz aus keine Solarzellen anbringen. Und an anderen Stellen ist die Sonne früher weg. Also keine Solarunterstützung.

  2. Lars sagt:

    Wenn nur für euch, könnt Ihr Schallschutz normalerweise vernachlässigen. Auch Kostenseitig deutlich günstiger. Alternativ: Wir haben den Deckenaufbau komplett neu. Holzdecke zur Scheibe ausgebildet. Neue Latten an die untere Kante der Balken mit Schrauben, 22mm OSB drauf und im 45° Winkel durch Latte in Balken. Darauf für’s Gewicht stellenweise ein paar alte Gehwegplatten aus dem Innenhof und Perlite/Blähton als Hohlraumschüttung. Blähton hat dabei eine sehr gute Wärmespeicherung und für Zwischendecken ein sehr gute Wärmedämmung. Von unten wird die Decke ein wenig abgehängt (15cm, muss sowieso, da Sanitärinstallation von unten, wegen Ablaufschrägen), wofür wir Akustiktrockenbauplatten verwenden. Bei uns war es außerdem aufgrund Denkmaltreppe nicht möglich, den Bodenaufbau zu erhöhen und einen Estrich drüber zu gießen. Im Nachgang zeigt sich, das uns dies sogar deutlich günstiger kommt. So fallen bspw. auch die Trockenzeiten für den Estrich weg. Raumlange Massivholzdielen aus Eiche gibt es übrigens ab etwa ~70 Euro/m².

    Fußbodenheizung funktioniert auch bis 5cm, habs mir als Skeptiker angeschaut und nach Erfahrungswerte gefragt. Die Vorlauftemperatur erhöht sich minimal, was aber kostenseitig nicht viel ausmacht.

    Es gibt Urteile darüber das Solar auch auf Denkmalgebäude zulässig ist. Umweltschutz hat demnach Vorrang vor dem Denkmalschutz und gehört heutzutage zum normalen Straßenbild. Bei uns war es gar kein Problem, liegt aber vielleicht auch daran, dass Solar (15m²) zum Hof hin in Südausrichtung aufs Dach gesetzt wird. Darüber hinaus, die größten Besitzer von Denkmalimmobilien mit Solar ist die Kirche. Da werden zwischenzeitlich ganze Dächer als Solar realisiert. 😉

    • haydenspass sagt:

      Da es ein Mehrgenerationenhaus wird und der 1. Stock vom zweiten komplett getrennt ist (keine Verbindung innerhalb des Hauses), sollte da doch ein Schallschutz rein. Bisher ist schon das normale Gehen im Stock drunter zu hören. Auf Deinen Tip hin gehe ich gerade nochmal die Optionen bei der Fußbodenheizung durch. Das mit den Trockenzeiten beim Estrich ist sicher nicht zu vernachlässigen.

      Auf das Dach, auf dem eine Solarthermie überhaupt Sinn machen würde, schaut man direkt, wenn mann über die Brücke in unsere Straße biegt. Halt schon von weitem zu sehen und kein Haus, das es verdeckt. Ich kann schon verstehen, dass sie da nicht glücklich wären. Und das politische und finanzielle Gewicht einer Kirche hätte ich auch nicht 😉

      Ich habe mir die Callux-Seite nochmal angeschaut. Bei uns in der Region sind leider alle Pilotprojekte vergeben und derzeit keines verfügbar. Schade, wäre sicher interessant gewesen.

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