Archiv für Juni, 2012

Neuer Bodenaufbau

Veröffentlicht: 28. Juni 2012 in Fliesen, Farben, Böden und Wände
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Wie schon im vorangegangenen Post beschrieben, setzen wir im 2. Stock auf eine Fußbodenheizung, was bedeutet, dass die alten Dielen und das alte Parkett raus muss. Stattdessen wird mit OSB-Platten ein Streifboden erstellt. Als erstes werden Latten seitlich and die Balken geschraubt. Danach werden dann OSB-Platten bündig zu den Balken eingesetz und verschraubt.

Auf diesen Bodenaufbau kommen dann später Rieselschutz, Ausgleichsschüttung oder -masse, Trittschalldämmung, Fußbodenheizungssystem, Estrich oder Gussasphalt und der eigentliche Bodenbelag. Bei so einem alten Haus sind die Böden sicher nicht mit der Wasserwaage gezogen, also werden wir wahrscheinlich einiges an Ausgleichsschüttung einbringen müssen.

Das ganze klingt an sich recht einfach, aber die Umsetzung ist schon mit den ersten Arbeiten, die wir selber machen, aufwendiger als gedacht. Da die Zwischenräume zwischen den Balken mit Spelzen gefüllt sind, muss da erst mal ausgeräumt werden, bevor die Leisten verschraubt werden können. Danach wieder füllen (wo sollen wir sonst mit dem ganzen Zeug hin) und den Rest, der nicht mehr reingeht entsorgen. Die OSB-Platten auf die schrägen Balkenzwischenräume zusägen und auflegen.

Boden rausnehmen   Zwischenräume leeren  

Klar, es ist immer noch eine Arbeit, die wir gut selber machen können, aber es ist eben zeitaufwendig und wir müssen aufpassen, dass wir mit den Handwerkern nicht ins Gehege kommen. Also am Besten immer an den Wochenenden.

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Wie schon früher beschrieben, sind wir gerade dabei uns für die richtige Heizung zu entscheiden. Bei der Heizungserzeugung haben wir für die Eisheizung inzwischen zumindest mal die Dimensionierung des Eisspeichers. Ca. 70 Kubikmeter bräuchten wir, um den doch sehr hohen Wäremebedarf stemmen zu können. Bei den Kosten haben wir schon fast 200.000€ erreicht, weswegen das System der Eisheizung leider nicht mehr im Rennen ist.

Zwischendurch hatten wir schon auf eine sehr günstige Lösung gehofft. Das Zuhause-Kraftwerk von Lichtblick. Dabei stellt und betreibt Lichtblick ein Blockheizkraftwerk im eigenen Keller. Ich selber als Nutzer würde zu günstigen Konditionen einen Wäremeliefervertrag abschließen, der an den Gaspreis gekoppelt ist. Außerdem kommt noch ein Installationsbeteiligung von ca. 5.000€ bis 8.000€ dazu. Das Zuhause-Kraftwerk wird jetzt auch im Raum Stuttgart angeboten. Leider wurde uns nach erste interessanten Gesprächen mitgeteilt, dass die Leistung leider doch nicht im Kreis Calw angeboten wird. Das ist für uns natürlich sehr ärgerlich, da wir jetzt doch ein komplettes Heizungssystem finanzieren müssen.

Ausgeschrieben ist jetzt ein BHKW, das mit Gas betrieben wird. Alternativ eine Brennwerttherme, die später um ein BHKW ergänzt werden kann. Das ist jetzt einfach eine Preisfrage.

Ein schweres Thema ist aber nicht nur die Wäremerzeugung, sondern auch die Wärmeverteilung. Natürlich kann man überall Standardheizkörper anbringen, aber dies bringt ein paar Nachteile mit sich. Zum einen braucht man hier, soweit ich das bisher verstanden habe, ggf. höhere Vorlauftemperaturen, als dies vielleicht gewünscht ist. Je nach Raumgröße müssen die Heizkörper auch entsprechend groß und/oder anzahlmäßig viele sein. Das ist gerade für unseren großen Saal mit 120qm und 4,8m Deckenhöhe problematisch und damit sind Heizkörper für diesen Raum eigentlich nicht das ideale.

Der Standard-Flachheizkörper ist jetzt in meinen Augen nicht gerade der Inbegriff von Design und Schönheit. Natürlich gibt es auch tolle Heizkörper, wie hier schon beschrieben, aber die haben dann ein entsprechendes Preisschild. Ein weiteres Problem ist, dass die Flachheizkörper oft unter den Fenstern montiert werden. Das ist heute mit entsprechenden wäremegedämmten Fenster nicht mehr zwingend notwendig, aber trotzdem noch aus praktischen Gründen oft praktiziert. Das wäre bei uns wahrscheinlich nicht anders. Damit müssten wir sie vor die Lamperien unter den Fenstern verbauen, was sehr schade wäre. Da die meisten Zimmer nicht unbedingt sehr groß sind, benötigen wir aber den restlichen „Wandraum“ für Möbel oder die Möglichkeit auch mal ein Bild hinzuhängen.

Möglichkeit zwei ist die Fußbodenheizung. Sie ist natürlich eine feine Sache, wenn auch eher etwas träge. Sie kann entweder als Trockensystem oder mit Estrich verbaut werden. Trocken heißt OSB-Platte, Styropor (dies dient hier nur als Platzhalter für all die anderen Dämmaterialien), Trägermaterial, das die Heizspiralen mit Wäremverteilplatten aufnimmt, OSB-Platte drüber und dann den eigentlichen Bodenbelag. Dies hat den Vorteil, dass sie nicht viel Gewicht aufträgt und in Altbauen entsprechend leicht verwendet werden kann. Die andere Möglichkleit ist die Heizspiralen in Estrich oder Gussasphalt einzulassen. Hier ist die Wärmeübertragung recht direkt, aber es wird auch entsprechend Gewicht aufgebaut. Daher nicht immer und nur mit Rückfrage beim Statiker einzubauen. Außerdem kommt soweit ich weiß auch eine entsprechende Aufbauhöhe dazu.

Dies wäre für unseren Saal und das Esszimmer eigentlich eine gute Lösung, aber da wir bisher das bestehende Parkett erhalten wollten, eigentlich schade. Das Parkett kann nicht zerstörungsfrei entfernt werden, da es durch die Nuten hindurch mit dem Untergrund vernagelt ist. Diese Nuten brechen beim Ausbau oft und es ist danach nicht mehr verwendbar. Außerdem wäre das bisherige Parkett zu dick für die Verwendung mit einer Fußbodenheizung. Wenn wir trotzdem auf die Fußbodenheizungsvariante umsteigen, müssen wir ein neues, fußbodenheizungstaugliches Parkett verlegen lassen. Außerdem verlieren wir einige Zentimeter Höhe durch den Fußbodenaufbau, aber das sollte verschmerzbar sein.

Das letzte System, das bei uns noch im Rennen ist, sind die Klimadecken. Die Funktion ist wie eine Fußbodenheizung an der Decke. Das System wird auch von Wasserschlangen erwärmt. Dieses System arbeitet, nicht wie ein normaler Heizkörper über Konvektion, sondern über Strahlungswärme. Dies ist vergleichbar zu einem Kachelofen oder auch zur Sonne, der sein Wärme abstrahlt und noch in einigen Metern Entfernung zu spüren ist. Ein großer Vorteil dieser Klimaplatten ist, dass über sie nicht nur geheizt, sondern im Sommer auch gekühlt werden können. Sie transportieren die anfallende Wärme entsprechend ab. Die kann durch eine Wärmepumpe geschehen, die heizen und kühlen kann oder durch ein separates Klimagerät. Dieses System der Klimplatten ist komplett verdeckt montiert, fällt nicht auf und ist recht dynamisch und nicht so träge wie eine Fußbodenheizung. Aber es ist verhältnismäßig teuer. Was gerade beim Einsatz in großen Räumen wie unserem Saal ein ganz schönes Loch in unseren Geldbeutel reißen würde. Jetzt müssen wir für jeden Raum die Gegebenheiten analysieren und das Richtige Konzept in Bezug auf Nutzung und Kosten raussuchen.

Es gibt natürlich auch noch Wandheizungen, die aber bei uns aus Platzgründen teilweise nicht eingesetzt wird. In Manchen Räumen wie z.B. im Saal ist Fläche in ausreichender Menge nur recht weit oben verfügbar. Hier funktioniert der Strahlungsanteil nicht mehr. In anderen Räumen soll auch noch die Stellmöglichkeit für Schränke oder anderes gegeben bleiben. Daher ist es in dem Fall auch nicht möglich auf eine Wandheizung zurückzugreifen.

Letzendlich wird es eine Mischung aus Heizkörpern im 1. Stock und Fußbodenheizung im 2. Stock und den Bädern. Auch wenn es bedeutet, dass der Boden im 2. OG ersetzt werden muss, aber alle anderen Lösungen waren im Vergleich zu teuer oder aus anderen Gründen nicht realisierbar.

Hier will ich einmal schildern, wie der bisherige Ablauf mit dem Innenausbau von statten geht, wo wir gerade stehen und was noch zu tun ist. Das soll am Beispiel unserer zukünftigen Essküche in Bildern gezeigt werden.

Als erstes wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz die Vertäfelungen entfernt. Leider musste auf Grund der Bauphysik und der empfohlenen Innendämmmaßnahmen auch der Putz an den Außenwänden entfernt werden.  Außerdem mussten wir die Decke aufmachen, da hier der Putz lose war. Leider haben wir nicht gerade zu unserer Freude angefressene Bretter und Balken vorgefunden.

Nachdem der Dachdecker seien Arbeit getan hat, sind eine Reihe von Balken ausgetauscht und das Dach ist dicht. Außerdem wurden die Außenwände angegliche, dass wir ein einheitliches Niveau zum Weiterarbeiten haben.Auch die denkmalgerechten Kreuzstockfenster wurden inzwischen eingesetzt.

Als nächstes wurde ein Drahtgewebe aufgezogen, dass der Putz haftet und die Decke wurde von innen gedämmt und die Unterkonstruktion für die neue Decke erstellt.

Als nächstes wurde eine 2-3 cm dicke Grundputzschicht auf die Wände aufgezogen. Nach anfänglichen Problemen, weil der Wasserdruck für die Maschine zum Verputzen nicht hoch genug war, habe wir auch diesen Schritt geschafft. Oder besser gesagt unser Gipser.

Wie geht es jetzt weiter?

Als nächstes wird in diesen Grundputz die ganze Verkabelung verlegt. Danach wird dann ein Kleber aufgezogen der die 30er IQ-Term Platten von Remmers fixiert. Auf diese Platten, die diffusionsoffen sind aber eine Wäremedämmung darstellen, wird dann noch eine Putzschicht IQ-Term aufgezogen und gestrichen.Zum Thema Farbe haben wir viele Ideen und auch viele Ideen schon verworfen. Ich glaube das wird bis zum Ende so bleiben. Vom Material her wird es wahrscheinlich etwas auf Lehmbasis werden. Die gute Dispersionsfarbe aus dem Baumarkt oder auch schwere Tapeten sind für unsere Außenwände tabu. Dies würde den aufwendigen Aufbau ad absurdum führen.

Aber das sind nur die Maßnahmen für die Außenwänden. Außerdem muss noch der Boden entfernt werden. Dann können die Versorgungsleitungen (Strom, Wasser, Abwasser) für die Kücheninsel gelegt werden. Außerdem wird ein Streifboden aus OSB-Platten gelegt. Darauf kommt dann Trittschalldämmung und Gussasphalt mit Fußbodenheizung. Und das Parkett wird neu aufgebaut. Außerdem müssen noch die Gipskartonplatten an die Decke. Es bleibt also noch viel Arbeit zu tun. Aber wir sind auf einem guten Weg.