Baumaterial aus der Obst- und Gemüseabteilung

Veröffentlicht: 1. August 2011 in Abbrucharbeiten

In einem Zimmer hat sich die Vertäfelung an der Wand, die direkt an den Hang gebaut ist, schon verformt und bog sich leicht durch. Bei genauerem Hinsehen stellten wir fest, dass hier nur eine zusätzliche Wand aus Hartfaserplatten eingezogen wurde. Unten wurden dann noch Nut- und Federbretter fürs Aussehen befestigt. Diese Vorsatzschale sollte eigentlich als Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit dienen, die vom Felsen her durch die Wand dringt. Allerdings hat diese Vorsatzschale der Feuchtigkeit über die Jahre hinweg nicht stand gehalten.

Uns war klar, dass die Vorsatzschale fallen wird, Also habe ich mich mit einem Brecheisen bewaffnet und die Vertäfelung sowie die Hartfaserplatte  entfernt. Dahinter kam eine sehr feuchte, verputzte Wand zum Vorschein. Darauf war ein Lattengerüst genagelt, dessen Zwischenräume einstmals mit isolierenden Stoffbahnen oder irgendwas geteertem ausgefüllt waren. Diese Bahnen sind im Laufe der Zeit runtergerutscht und haben feste undefinierbare ulste gebildet. Nachdem die ganze Vorsatzschale runtergekommen ist, haben wir erst das ganze Ausmaß der Feuchtigkeit gesehen. Die Wand war richtiggehend feucht, und ist auch nicht mal so eben ausgetrocknet. Diese Feuchtigkeit hat auch den Ziegeln in der Nähe zugesetzt. Diese waren schon ganz bröselig und hätte für nichts mehr getaufgt, also haben wir sie auch gleich mit rausgenommen.

Die Feuchtigkeit ist aber auch in die Decke gezogen. Dort ist schon fast vom Anschauen die Tapete runtergekommen. Allerdings war noch deutlich mehr in Mitleidenschaft gezogen – und das schon seit längerer Zeit. Irgendwann wurden die Strohmatten, die als Putzträger dienten entfernt und durch Gipskartonplatten ersetzt. Aber auch diese wurden an manchen Stellen ersetzt. Und das Mittel der Wahl hat mich absolut überrascht: Bananenkisten. Ich habe gedacht, ich kann meinen Augen nicht trauen, aber diese Bananenkissen wurden flach an die Decke getackert und mit Tapeten und Putz überzogen. In so alten Bauten erlebt man doch immer wieder Überraschungen.

Da die Außenwand im Stockwerk darüber Schimmelflecken aufwies, befürchteten wir das Schlimmste, als wir die Sperrholzbodenplatten, die mit PVC beklebt waren herausgehebelt haben. Doch zu unserer Überraschung war der Dielenboden darunter trocken. Zur Sicherheit haben wir zwei Dielen angehoben um zu sehen, wie es darunter aussieht. Die Spelzen, mit denen die Zwischendecken im ganzen Haus gedämmt sind, waren auch trocken. Das beruhigt auf jeden Fall ungemein.

Jetzt müssen wir sehen, wie wir die Wand am Hang am besten dämmen können. Entweder muss das ganze sehr diffusionsoffen sein und wir müssen dort viel lüften oder wir müssen sie wie eine Außenwand dämmen und haben dann zumindest weniger Feuchtigkeit im Haus. Der Bauphysiker ist gerade dran, auch diesen Teil zu planen. Für den Rest des Hauses werden es vermutlich Lehmplatten werden.

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Kommentare
  1. Mik sagt:

    Hallo Flo,

    das klingt ja sehr spannend :-). Viel Erfolg beim weiteren Planen, immer gute und verständige Handwerker und allzeit viele Schutzengel bei den Eigenleistungen.

    Mik

    • haydenspass sagt:

      Hallo Mik,
      das mit den feuchten Wänden, ist eine Spannung, auf die ich ehrlich gesagt verzichten kann. Aber bei allem anderen bin ich auch immer gespannt, wie es weitergeht. Da bin ich doch froh, dass ich einen Architekten im Boot habe, der weiß, was er tut. Ich würde wahrscheinlich aus Unwissenheit zu viel falsch machen.
      Danke für Deine Wünsche.
      Floh

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