Leider nichts neues

Veröffentlicht: 21. März 2011 in Papier- und Behördenkram

Eigentlich hatten wir gehofft, jetzt schon mitten in der Planung zu sein, Gewerke auszuschreiben, Angebote zu bewerten und Aufträge zu vergeben. Außerdem wollten wir auch schon mit den ersten vorbereitenden Arbeiten fertig sein und notwendige Sicherungsmaßnahmen z.B. des Dachs in Angriff nehmen. Statt dessen sind wir im Augenblick zum Nichtstun verdammt. Wir müssen auf Grund des Denkmalschutzes, auf den wir erst nach dem Kauf gestoßen sind, erst mal klären, ob und wie wir weitermachen können.

Wir mussten vom Architekten eine neue Kostenschätzung und auch weitere Skizzen erstellen lassen, damit das Denkmalschutzamt sich ein genaues Bild machen kann. Zusätzlich zu den Unterlagen haben wir unsere Vorstellungen über den Umbau und unsere Wünsche übersandt. Doch leider warten die Leute vom Denkmalschutz nicht einfach nur auf unsere Unterlagen. Also müssen wir warten, bis sie die Unterlagen bewertet und sich eine Meinung gebildet haben und uns daraufhin ihre Sicht der Dinge mitteilen. Danach sehen wir dann, ob ein Kompromiss erzielt werden kann.

Da es aber von diesem Kompromiss abhängt, ob wir weiter an diesem Projekt festhalten oder ob wir versuchen, eine Rückabwicklung zu erwirken, können wir derzeit nicht weiter machen. Wenn wir tatsächlich in die Rückabwicklung gehen, wäre es nicht sinnvoll, weiterhin die Vorbereitungen für eine Sanierung voranzutreiben und weitere Punkte zu verändern (Böden und Plastikdecken entfernen oder wie vom Denkmalschutz mündlich zugestanden Gefache zwischen Räumen zu öffnen). Ich bin mir einfach nicht sicher, was für Folgen es haben würde, trotz der schwebenden Verhandlungen weiterzumachen, wenn eine reelle Chance besteht, dass wir das Gebäude zurückgeben. Leider habe ich überhaupt kein Gefühl, in welche Richtung die Entscheidung gehen wird. Zeitweise bin ich davon überzeugt, dass wir uns unseren Traum erfüllen können, zu anderen Zeiten bin ich genauso der Meinung, dass wir mit dem Denkmalschutzamt keinen Kompromiss finden werden, weil wir in wichtigen Punkten genau gegensätzlicher Meinung sind. Das würde das Ende des Projekts bedeuten.

Einmal abgesehen davon, dass das Warten und die Unsicherheit, wie es weitergeht, an unseren Nerven zehrt und absolut frustrierend ist, können wir auch nicht mit einer provisorischen Sicherung beginnen. Wenn es zu keiner Einigung kommt, bleibe ich vielleicht auf diesen Kosten sitzen. Leider regnet es weiterhin an einigen Stellen ins Dach und greift die Substanz an. Ich hoffe, dass wir möglichst bald Gewissheit haben, ob und wie wir weitermachen können. Wir wollen dieses Haus retten und es zu unserem Traumhaus machen. Ich hoffe, dass andere nachvollziehen können, dass wir das für uns tun und in diesem Zug einem Schmuckstück zu neuem Glanz verhelfen. Das bedeutet eben auch, dass für uns das eine oder andere eben nicht verhandelbar ist, weil wir das Haus für uns umbauen und jeden Tag darin leben und nicht für andere, die es vielleicht nie zu Gesicht bekommen werden. Daher hoffe ich, dass wir eine Lösung finden, die für beide Seiten vertretbar ist und die es uns ermöglicht, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

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Kommentare
  1. Lars sagt:

    Das die Kommunikation mit dem Stadtkonservator nicht immer ganz einfach ist, davon kann ich aktuell auch ein kleines Liedchen trällern.

    Diverse Dinge werden auch einfach ein klein wenig teurer, insgesamt ist man aber auch bei den Ämtern kompromissbereit. Manchmal muss man auch einfach hartnäckig bleiben und die Problematik langsam einweichen lassen, dann findet sic auch häufig eine Lösung.

    Ich drück euch die Daumen.

    Kleiner Hinweis am Rande: Mach dich mal zu Steuererleichterungen bei Denkmal schlau, das könnte euch ein paar Dinge vielleicht versüßen, bzw. bei der Finanzierung helfen.

    • haydenspass sagt:

      Danke fürs Daumen drücken. Das hat wohl geholfen. Mit dem Denkmalschutz haben wir zumindest einen Kompromiss gefunden auf dem wir aufbauen können. Bei manchen Sachen können wir vielleicht nochmal drüber reden. Aber zumindest sind die Knackpunkte geklärt.
      Das mit der Steuer ist ein guter Hinweis. Allerdings bringt uns das im Augenblick keinen Vorteil, da das Gebäude in einem offiziellen Sanierungsgebiet liegt. Damit sind für die nächsten 10 Jahre die gleichen steuerlichen Abschreibungen möglich wie bei einem Denkmal. Das hatten wir schon eingerechnet.

  2. Lars sagt:

    Das mit dem SG ist natürlich dann dumm gelaufen. Doppelt geht ja leider nciht! 😉

    Vielleicht einmal noch bei der Landesbank schauen, hier in NRW gibt es sogenannte Denkmalkredite, wenn es sich um ein Baudenkmal handelt und in einem Sanierungsgebiet liegt und selbst genutzt werden soll.

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