Unser vorläufiger Baustop bis zur weiteren Klärung

Veröffentlicht: 24. Februar 2011 in Papier- und Behördenkram
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Jetzt hatten wir nach dem Ortstermin mit dem Denkmalschutz (untere und obere Denkmalschutzbehörde) Zeit, die Wünsche, Forderungen, Auflagen oder wie auch immer man das nennen mag, zu verdauen. Dieser Termin war kurzfristig dazwischen gequetscht worden, damit sich alle Beteiligten mal zeitnah kennenlernen und einen Eindruck vom Objekt bekommen.

Leider war dieser Termin nach meinem Gefühl nicht so entspannt, wie man sich das gewünscht hätte. Das lag wahrscheinlich nicht nur am Zeitdruck, sondern vermutlich auch daran, dass sich ein – sagen wir mal  „besorgter“ – Bürger hingesetzt hat und einen Brief mit Bildern (vermutlich aus diesem Blog) an den Oberbürgermeister geschrieben hat. So wie es mir geschildert wurde, war der Tenor des Briefes: „Was machen die mit dem Haus, warum schreitet der Denkmalschutz hier nicht ein?“. Das ist ein Punkt, den ich in keinster Weise verstehen, nachvollziehen oder gutheißen kann. Vor allem warum? Wir haben immer gesagt, mal abwarten was für Auflagen kommen. Wir haben nach Bekanntwerden des Denkmalschutzes aufgehört weiterzumachen. Es ist noch alles alte vorhanden. Also warum das ganze? Aber anscheinend lesen deratige besorgte Bürger nicht, oder sie wollen einfach nicht.

Das Traurige daran ist, dass der Wunsch, andere an unserem Projekt und unserer Begeisterung daran teilhaben zu lassen, bestraft wird. Traurig ist auch, dass es uns persönlich trifft, wenn uns ohne unser Wissen an anderer Stelle mehr oder weniger Ignoranz in Bezug auf Denkmalschutz und Gesetze vorgeworfen wird. Wenn mich jemand persönlich anschreibt, dann ist das in Ordnung – ja sogar richtig. Dann stelle ich mich gerne der Diskussion und man kann den einen oder anderen Punkt erklären und aus der Welt schaffen. Oder aber auch feststellen, dass von unserer Seite aus Handlungsbedarf besteht. Und genauso traurig ist es, dass durch derartige Aktionen in meinen Augen ein gewisser Druck aufgebaut wird, der der ganzen Sache nicht unbedingt zuträglich ist. Ich mag mich irren, aber ich hatte das Gefühl, dass die Kompromissbereitschaft nicht sehr groß war. Wie mir einige Leute erzählt haben, ist bei einer derartigen Sache Kompromissbereitschaft an der einen oder anderen Stelle notwendig. Und dass heißt nicht, dass nur der Denkmalschutz auf Forderungen verzichtet, sondern dass auch wir auf Forderungen eingehen. Ein Mittelweg eben, mit dem beide Seiten leben können. Ist aber das in unserem Fall nicht möglich, werden wir das Projekt nicht weiter fortsetzen. Wir haben das Haus gekauft um uns unseren Traum zu erfüllen und nicht um in einem Museum zu leben. Mit dem Wissen um die Auflagen/Wünsche, wie sie uns bisher mitgeteilt wurden, hätten wir das Haus ziemlich sicher nie gekauft. Dennoch, wo wir in diesem Haus Originales erhalten können und mit unserem Lebensstil vereinen können, werden wir es tun, weil wir es schön finden und zu schätzen wissen. Aber es geht leider nicht überall.

Ich hoffe, wir finden einen Kompromiss, denn sonst wird dieses traditionsreiche Haus weiter auf einen Retter warten müssen, der bereit ist, Unsummen zu investieren, um das Haus zu erhalten. Ob und wann er sich findet …

Aber jetzt will ich aufhören, meinem Ärger Luft zu machen und komme mal auf die eigentlichen Auflagen zu sprechen. Dass wir die Fassade, die Türen und das Parkett erhalten wollen, war für von vorne herein klar. Dass entspricht auch dem Wunsch des Denkmalschutzes. Und mit dem Einbau von Sprossenfenstern  können wir leben, sofern wir es finanziell geregelt kriegen. Auch einige andere Punkte innen und außen sind für uns durchaus akzeptabel  Aber wir müssen auch die Vertäfelung im Saal und Nebenzimmer genauso erhalten, wie auch die alten Fußleisten und Kassetten unter den Fenstern. Außerdem müssen die alten Fensterrahmen abgenommen und nach innen versetzt werden.

Das bedeutet, all das muss vorsichtig vom Fachmann abgenommen werden, um es nicht zu zerstören. Ich könnte das wahrsheinlich nicht zerstörungsfrei abbekommen. Danach muss es aufgearbeitet werden, die Wand muss von innen gedämmt werden und die Vertäfelung kommt wieder dran. Schon das ist soweit ich es bisher verstanden habe nicht ganz billig und von der Bauphysik her nicht einfach, wenn man keinen Schimmel oder Feuchtigkeit haben will. Das könnte Substanz und Gesundheit angreifen. Der Denkmalschutz hat uns zugestanden, dass wir im Saal die Vertäfelung verdecken dürfen, wenn wir das bauphysikalisch hinkriegen. Erstens ist das nicht einfach und zweitens, warum muss ich die Vertäfelung instandsetzen um sie danach zu verdecken. Mir verschließt sich hier der Sinn, warum ich etwas teuer instandsetzen muss und mir damit zusätzlich Probleme und Gefahren für Substanz und Gesundheit einhandle, wenn man es mindestens die nächsten 80 Jahre nicht mehr sehen wird. Aber den Sinn dafür werde ich mir in einem persönlichen Gespräch vom Experten erklären lassen. Ich bin, was das angeht, nur lernender Laie.

Auf jeden Fall werden wir jetzt erst mal gar nicht weitermachen. Es muss erst mal eine Klärung her, ob es weitergeht und wenn ja wie. Davor macht es keinen Sinn noch irgendwas anzugehen.

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