vom Pinseln in luftiger Höhe

Veröffentlicht: 24. Januar 2013 in Fliesen, Farben, Böden und Wände
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In unserem großen Wohnzimmer sind wir durch die starke Strukturierung der Decke (tragende Balken, Hohlkehlleisten, Abgesetzter Flächen) und der Wände ein wenig gefordert gewesen, wie wir die Farbgestaltung machen werden. Auf der einen Seite soll es nicht einfach nur weiß sein, auf der anderen Seite sollen sich aber auch Farben nicht in den Vordergrund drängen, die sich dann vielleicht mit Möbeln oder Dekostücken beißen. Außerdem nehmen Farben durchaus ein wenig Helligkeit, wenn sie sehr kräftig sind. Wenn sie zu knallig sind, kann man sie vielleicht nach 2 Jahren schon nicht mehr sehen und es ist ein neuer Anstrich angesagt.

Dieser neue Anstrich mag bei einem normalen Zimmer verkraftbar sein, aber wenn man auf einem Parkettboden mit Gerüst in fast 5 Metern Höhe einzelne Kassetten streichen muss, dann sieht die Sache wieder anders aus. Also haben wir versucht uns auf neutrale Farben im Bereich Weiß und Grau zu konzentrieren. Wenn man dann im Baumarkt mit dem H vor den Farbkarten steht, dann ist Grau plötzlich nicht mehr einfach nur Grau. Da geht es dann los, das ist mir zu kühl, das hat einen zu starken Gelbstich, und das ist zu dunkel. Nach einigem hin und her, haben wir uns dann endlich für ein Farbkonzept entschieden, dass für uns passend ist.

Farbkonzept Saal Detail  Saal Farben  Saal Farben im Zusammenspiel

Als wir uns dann dran gemacht haben das umzusetzen, haben die Probleme angefangen. Wenn wir die Decke gewalzt haben, sind die alten Putzschichten in Dünnen Platten an der Walze hängengeblieben und haben sich im neuen Anstrich verteilt. Also mussten wir mit dem Pinsel arbeiten, was einfach deutlich zeitaufwendiger ist. Durch die weiße Farbe haben an der Decke Wasserflecken und Jahrzehnte von Nikotin durchgedrückt. Also mit Isolierfarben das ganze absperren und nochmal streichen. Mit den Holzbalken war es nicht besser. Einfach nur anstreichen und lackieren ist nicht. Da ist dann die Farbe abgeblättert und der Lack, den wir hatten war nicht deckend genug. Gerade sind wir also dabei die Balken abzuschleifen, anzulaugen, abzuwaschen und dann zweimal zu lackieren und danach das restliche Grau streichen. Oben sind noch ein paar Bilder in einem Zwischenstand.

Die Decke ist derzeit unser großes Betätigungsfeld, denn es ist einfach extrem zeitaufwändig. Da freuen wir uns schon auf die Kinderzimmer. Die haben neue Wände, neue Gipskartondecken. Da wird es dann hoffentlich einfacher. Aber bis dahin haben wir einfach wieder mehr Arbeit als gedacht, die länger dauert als gedacht. Aber ich glaube wir sind auf einem guten Weg.

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen, in der sich auf der einen Seite einiges getan hat, auf der anderen Seite aber auch einiges schief gelaufen ist. Und gerade diese Kombination aus Arbeit und Frust hat dazu geführt, dass ich einige Zeit keinen Eintrag mehr geschrieben habe. Ich werde versuchen in den nächsten Posts einiges davon aufzuholen.

Eine der guten Nachrichten zuerst. Das Haus ist jetzt endlich bewohnt. Aber Carolin und ich sind noch nicht eingezogen. Da es – wie an anderer Stelle schon erwähnt – ein Mehrgenerationenhaus ist und meine Eltern schon seit einiger Zeit in einer Ferienwohnung gewohnt haben, setzten wir alles dran, dass sie so schnell wie möglich einziehen konnten. Ende letzten Jahres war es dann endlich soweit. Es ist zwar noch bis zu einem gewissen Grad eine Baustelle, aber eingerichtet kann man es sich in einem Teil der Zimmer schon recht gemütlichen machen.

Aber es war ein steiniger Weg dahin. Unser Sanitärinstallateur hatte die Rohrleitungen fertig gestellt, hat das Wasser angestellt und musste feststellen, dass der Wasserdruck nicht ausreichend ist. Unser schicker Wasserhahn von Kohler, den auch meine Eltern haben, plätschert so langsam vor sich hin, dass das Füllen einer Kaffeemaschine schon fast zur Tagesaufgabe wird. Der Wasserhahn im Bad hat da schon etwas mehr Druck, aber immer noch weit entfernt von ausreichend.

Also den lokalen Wasserversorger angerufen, die dann jemand vorbeigeschickt haben um den Druck zu messen. Ergebnis 2,7 bar – immer noch knapp über dem, was sie gesetzlich liefern müssen. Da aber im 2. Stock der Wasserdruck um ca. 1 bar abnimmt, das Leitungsnetz verhältnismäßig groß ist (für ein Dreiparteienhaus) und einige Zapfstellen hat, ist der Druck in unserem Fall nicht ausreichend. Also ist eine Druckerhöhungsanlage notwendig. Wenn man die DIN-Vorschriften ansetzt, die sich anscheinend nicht genau darüber auslässt, ab wann eine Druckerhöhungsanlage mit einer Zweipumpenlösung verwendet werden muss, dann sind das fast 10.000€ für so eine Lösung. Wenn man auf die Versorgungssicherheit verzichtet (bzw. verzichten kann/darf) und auf eine Einpumpenlösung geht, dann sind es wahrscheinlich immer noch etwas über 6.000€. Und bei Stromausfall ist die Druckerhöhung sowieso nicht gegeben, außer man setzt eine Notstromversorgung in irgendeiner Form ein.

Der nächste Rückschlag kam vom Schornsteinfeger. Der Schornstein, den wir eigentlich nutzen wollten, wurde uns vom Schornsteinfeger wegen Rissen und dem daraus unzureichenden Brandschutz stillgelegt. Daher mussten wir als erstens den bestehenden Schornstein abreißen, was zu einer interessanten Entdeckung führte. Hinter dem alten Schornstein war in einem der Zimmer noch immer Tapete an der Wand. Es wurde also irgendwann nachträglich ein Schornstein reingemauert. Und der Einfachheit halber wurde die Wand dahinter einfach gelassen wie sie war.

Als nächstes sollte ein neuer Leichtbauschornstein im 1. Stock aufgesetzt und von unten angefahren werden. Aus Brandschutzgründen ist das auch nicht zulässig. Da der Platz unter dem Schornstein im Keller allerdings schlauerweise vom Installateur mit Leitungen verbaut wurde, ist der Schornstein jetzt auf einer Konsole in der Wand in 3 Metern Höhe angebracht. Damit erfüllt er zumindest die Anforderungen an den Brandschutz.

Um für den späteren Einbau eines BHKW gerüstet zu sein, sollten zwei Abgasrohre in dem (leichtbau)Zug untergebracht werden. Aus Platzgründen funktioniert das aber nicht. Für einen zweiten Zug haben wir wegen der Position der Balken in den verschiedenen Zwischendecken keinen Platz. Die einzige Lösung war der Einsatz eines großen Edelstahlrohrs, das im Unterdruck funktioniert, obwohl die Gastherme im Überdruck arbeitet. Am Anfang habe ich auch erst mal nicht verstanden, was es damit auf sich hatte, und hat auch zwischen allen Beteiligten zu Diskussionen geführt. Letztendlich muss der Zug eben so groß dimensioniert sein, dass der Überdruck vom Gebläse der Gastherme komplett abgebaut werden kann. So zumindest mein Verständnis. Lange Rede kurzer Sinn – nach einigem Hin und Her und einigen Berechnungen haben wir seit letzter Woche einen neuen Schornstein. Gestern war dann für uns ein großer Tag, da die Gastherme in Betrieb genommen wurde. Jetzt können wir endlich die teure, strombetriebe Notheizung loswerden.

Der neue Schornstein bedeutet die nächsten Tausende, die nicht geplant waren. Unser Saalbau ist  anscheinend unsere private Elbphilharmonie. Es wird teurer und dauert länger. Ich dachte immer es wäre unser Berliner Flughafen, aber der muss ja vielleicht sogar abgerissen werden. Das ist bei uns hoffentlich nicht notwendig.

Auf Messen werden von verschiedenen Küchenstudios immer wieder Küchen nach laufendem Meter verkauft. Dabei handelt es sich um eine Mischkalkulation bei der man von einem Hersteller x-Meter Küche kauft und dabei „nach Belieben“ zusammenstellen kann, wie die Küche aussehen soll. Soweit die Theorie, in der Praxis gibt es einige Fallstricke, auf die man achten sollte bzw. derer man sich einfach bewusst sein sollte. Einige davon haben wir leider erst nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag entdeckt. Ob eine Küche nach Laufmetern zu kaufen ein Nepp ist, wie immer wieder gesagt wird, kann und will ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Wie wird der Laufmeter berechnet
Für die Berechnung der Laufmeter wird in der Regel meist die Länge der Rückseiten verwendet. Hat man nur eine einfache Küchenzeile mit vier 60cm Schränken (2,4 Metern), dann sind das 2,4 Meter die angerechnet werden.

Hat man allerdings eine Küche über Eck mit einem Eckschrank und jeweils einem 60cm Schrank, dann sind das auch 2,4 Meter, die angerechnet werden. Der Eckschrank schlägt nämlich nicht mit 60cm, sondern mit 120cm zu Buche. Das wird dann wahrscheinlich auch bei den Aufbaukosten pro Meter so berücksichtigt.

Wie wird eine Kochinsel berechnet
Bei einer Kochinsel kommt es immer darauf an, wie sie aufgebaut wird bzw. aus was für Schränken sie sich zusammensetzt. Wählt man eine Kochinsel mit einer Tiefe von 100cm, dann besteht diese in der Regel auf der Vorderseite aus 60cm tiefen Unterschränken, auf der Rückseite aus 40cm tiefen Oberschränken, die einfach an die Rückseite gestellt werden. In diesem Fall wird einer Kochinsel mit einer Breite von 2,4m berechnet. Hier werden die Oberschränke einfach hinten angestellt.

Nimmt man aber eine Kochinsel mit 120cm Tiefe, bei der auf beiden Seiten 60cm Unterschränke eingesetzt werden dann sieht die Sache anders aus. Unterschränke sind in der Regel in der Mischkalkulation anders angesetzt und werden deswegen teurer verkauft. Hier wird die Kochinsel dann wahrscheinlich nicht mit 2,4m, sondern mit 4,8 Laufmeter gerechnet und die Oberschränke werden abgezogen.  Die Kochinsel mit 120cm tiefe wird also teurer als wenn man den Meterpreis ansetzt. Werden allerdings trotz 120cm Tiefe auf der einen Seite 60cm auf der anderen Seite 40cm tiefe Schränke eingesetzt, bleibt der Preis wahrscheinlich bei 2,4m x Laufmeterpreis.

Grifflos ist nicht immer gleich grifflos und meist teurer
Der Laie setzt fehlende Griffe wahrscheinlich mit einer grifflosen Küche gleich. Allerdings sieht der Küchenbauer das anders. Es gibt zum einen Griffleisten, die auf bzw. in die Tür gesetzt werden. Dabei wird technisch gesehen nur die Türe verändert, der Korpus bleibt gleich. Das sind dann die normalen Küchen im Meterpreis.

Zum anderen gibt es die „echten“ grifflosen Küchen. Hier wird die Türe kaum/nicht verändert, aber im Korpus wird eine Griffleiste eingelassen. Dies ist technisch gesehen aufwendiger und wird daher oft mit einem Zuschlag auf den Meterpreis versehen.

Beliebige Zusammenstellung gilt meist nicht für Apotheker-, Innenauszugs- und Karussellschrank
In den Verträgen wird meist die Anzahl der Apothekerschränke und Eckschränke mit Karussell oder tollen Auszugsmechaniken eingeschränkt. Das heißt dann z.B. nur ein Apothekerschrank pro Seite.

Allerdings wird der Apotherkerschrank vom Küchenplaner wahrscheinlich auch mit einem Vorratsschrank mit Innenauszügen gleichgesetzt. Also kann ich bei einer Küchenzeile mit 2,4 m (ausgehend von 60cm Schänken) nicht 1 Apothekerschrank und 3 Hochschränke mit Innenauszügen nehmen, sondern nur einen solchen Schrank. Bei Rest kommen ohne Aufpreis nur Fachböden zum Einsatz.

Bestausstattung ist nicht gleich Bestausstattung
Auch wenn die Küche in Bestausstattung angeboten wird, heißt das nicht, dass alles drin ist. Oft werden Punkte wie Stangengriffe, Besteckschubladen oder Innenausbauten, Müllsysteme, Rolloschränke oder auch Licht ausgeschlossen. Also vorher genau abklären, was in der Bestausstattung wirklich enthalten ist und sich besonderes direkt in den Vertrag schreiben lassen.

Wangen kosten extra
Wer die Küche nicht von Wand zu Wand einbaut, braucht Wangen, damit der Abschluss schön aussieht. Aber Achtung, Wangen sind in den Meterpreisen meist nicht enthalten, sondern zählen als Designelement. Und Wangen lassen sich Hersteller oft recht teuer bezahlen. So kann es durchaus sein, das zwei Wangen einer Kochinsel teurer sind als ein ganzer Laufmeter Küche.

Gezeigtes Arbeitsplattenmaterial, Oberfläche und Ausschnitte sind ggf. aufpreispflichtig
Wenn auf der Messe z.B. verschiedene Granitsorten gezeigt werden und hier vielleicht auch ein Musterstein in Leder- oder Granitoptik dabei ist, sollte man genau nachschauen, ob genau das auch im Vertrag enthalten ist. Sonst heißt es vielleicht hinterher, der ganz dunkle Granit ist ein Nero Assoluto. Der ist aber teuer und nicht im Standard enthalten. Und eine andere Oberfläche als poliert kostet auch extra. Und auch die Materialstärke kann zum Diskussionspunkt werden. Vielleicht darf die Materialstäke maximal 3cm sein und dickere Platten oder breiter wirkende Kanten sind auch extra. Außerdem kann es durchaus sein, dass Ausschnitte für Spülbecken und Kochfelder, Bohrungen und besondere Kantenbearbeitung auch extra kosten. Also vor der Unterschrift klären, ob der gezeigte Stein in der gezeigten Oberfläche im Vertrag enthalten ist und was die Bearbeitung kostet.

Dies sind wahrscheinlich nicht alle Fallstricke, aber einige die uns aufgefallen sind. Ein Teil dieser Punkte hat bei uns für endlose Diskussionen und ungeplante Mehrkosten gesorgt. Ich will hier nicht von Meterpreisen abraten, sondern nur sagen man sollte sich bewusst sein, welche Einschränkungen man dabei möglicherweise eingeht. Es hat aber den Vorteil, dass man recht unbeschwert an die Planung gehen kann und z.B. nicht jedesmal im Hinterkopf hat, kostet der Unterschrank mit Schubladen mehr als der Unterschrank mit Einlegeböden oder sind 3 Schränke mit 100cm billiger als 5 Schränke mit 60cm. Jeder muss es für sich selber entscheiden.

Die erste Küche ist drin

Veröffentlicht: 3. November 2012 in Küche
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Inzwischen wurde auch schon die erste Küche geliefert. Wir haben schon vor längerer Zeit unsere Küchen geordert, da ja auch hier – wie bei Autos – die Lieferzeiten länger sind, als man vielleicht erwartet. Wenigstens haben wir keine „Audi-Küche“, auf die wir 8 Monate warten müssen.

Leider sind wir mit dem Raum nicht ganz so weit gewesen, wie gehofft. Der Boden war noch nicht abgeschliffen, die Decken waren wegender fehlender Abluft noch nicht oben und auch die eine oder andere Kleinigkeit hat noch gefehlt. Außerdem war zu dem Zeitpunkt der Bodenaufbau für den Stock drüber noch nicht geklärt. Somit hätte es sein können, dass wir auch einen Schallschutz in die Küchendecke integrieren müssen. Also haben wir erst mal den Ausliefertermin weiter nach hinten schieben können, um einen Teil fertig zu machen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Decke.

Bei schönem Wetter wurden die Schränke und Granit-Arbeitsplatten nach oben gewuchtet. Hier einige Impressionen der neuen Küche – auch wenn noch nicht alles montiert ist:

     

Inzwischen geht es gefühlt recht schnell voran zumindest was den 1. Stock angeht. Wir haben in gewisser Weise das Haus der zwei Geschwindigkeiten. Im Augenblick liegt der Schwerpunkt auf der Fertigstellung des 1. Stock und im 2. Stock wird weitergemacht,  wo es gerade sinnvoll ist. Um entsprechende Ergebnisse zu erreichen, haben wir zwei Wochen Urlaub und einige Abendschichten genutzt, um mal so richtig ranzuklotzen. Entsprechend spät und müde sind wir immer heimgekommen und ich habe die Updates des Blogs ein wenig vernachlässigt. Das will ich jetzt nachholen.

Es sind viele verschiedene Dinge, die derzeit passieren,  von denen sich manche aber teilweise schwer in Bildern zeigen lassen oder einfach nicht interessant sind. So wurden inzwischen im 1. OG frühere Türöffnungen in verschiedenen Räumen zugemacht und die Wände des Bads fertiggemacht, so dass jetzt der endgültige Grundriss steht. Dieser wurde ja in einem Bereich verändert, um dem neu erstellten Eingang Rechnung zu tragen. Dadurch, dass eine große Türöffnung zugemacht wurde, durch die Licht in den Gang kam, und eine neue Glas-Eingangstür ein paar Meter weiter eingebaut wurde hat sich die Lichtsituation deutlich verändert. Jetzt können wir wirklich einschätzen, wie die Lichtverhältnisse in Zukunft sein werden und wo bzw. wann künstliches Licht benötigt wird. Außerdem wurden fast alle Heizköper im 1. OG angebracht. Im 2. OG sind wir gerade dabei in den noch fehlenden Räumen einen neuen (Roh)Boden aus OSB-Platten zu erstellen. Auf diesem wird jetzt die Unterkonstruktion für die Fußbodenheizung aufgebaut.

Außerdem wurden im ersten Stock auch die Sandsteinplatten ergänzt, bzw. neu verlegt, die früher an anderen Stellen  ausgebaut worden waren. Es ist schön zu sehen, wie die alten Materialien an anderer Stelle eine neue Verwendung finden. Da verstehe ich es nicht, warum teilweise alte Häuser einfach abgerissen werden (auch aus durchaus berichtigten Gründen), ohne dass vorher Dinge ausgebaut oder gerettet werden, die an andere Stelle gebraucht würden oder gar dringend gesucht werden. Wahrscheinlich ist es einfach billiger – weil schneller – alles mit dem Bagger in Container zu werfen und dann zu entsorgen.

  

Inzwischen haben wir auch angefangen in verschiedenen Räumen die Decken mit Gipskartonplatten zu verkleiden. So kann der vorhandene Stuck gesichert werden und je nach Aufbauhöhe auch teilweise „weiterverwendet“ werden. Wir hatten schon geprüft, in wie weit die bisherigen Decken saniert werden können. Allerdings stellt sich das als sehr aufwendig und daher auch teuer heraus, da sich die Verbindung von Gips, Strohmatten und Decke teilweise schon gelöst hat. Dies dauerhaft zu sanieren, ohne dass weitere Risse entstehen ist ein schwieriges Unterfangen. Außerdem müssen für die Verlegung von Kabeln auch Schlitze in die Decke gefräst werden, was zusätzliche Probleme aufwerfen würde. So haben wir uns an den meisten Stellen für einen minimalen Aufbau entschieden, in dem nur Latten als Unterkonstruktion an die Decke und darauf dann die GK-Platten geschraubt werden.

  

Zusätzlich wurde ein Teil des Sandsteingewand, dem Wind und Wetter stark zugesetzt haben, ersetzt. An den angrenzenden Steinen sieht man, was der durchpfeifende Wind angerichtet hat. Unser Steinmetz hat leider keine passenden Steine gefunden. Was aber kaum verwunderlich ist, da er stark vermutet, dass die Steine für unser Haus an Ort und Stelle gewonnen wurde. Z.B. aus unserem Eiskeller.

Wie klingelt der denn da?

Veröffentlicht: 20. September 2012 in Elektrik
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Hier kommt mal wieder ein Technikpunkt. Diesmal geht es um die Anbindung der Klingeln und Gegensprechanlagen. Dafür gibt es wie bei fast allem mehrere möglich Wege, die man gehen kann.

Siedle gegensprechanlage via Amazon

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Elro Gegensprechanlage via Amazon

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Der erste und wahrscheinlich gebräuchlichste ist, ich setzt ein Komplettsystem eines Herstellers wie z.B. Siedle (links) oder Elro (recht) ein, bei dem alles von der Sprecheinheit an der Haustür bis zu den Sprech- und Türöffnungseinheiten in der Wohnung in einem Paket geliefert wird. Bei soetwas gibt es natürlich die verschiedenen Ausprägungen und Zusammenstellungen. Vom einfachen Gegensprecher bis hin zur Farbkamera an der Türe und natürlich von billig bis teuer.

Die zweite Möglichkeit ist bei der Verwendung eines Bussystems, das ganze auf den KNX-Bus zu bringen. Hier könnte ich dann z.B. ein zentrales Bedienpanel dazu nutzen, die Tür zu öffnen und das Bild einer möglichen Videokamera zu sehen. Ich spare mir hier die zusätzliche Sprecheinheit und kann zusätzlich an verschiedenen Punkten, an denen Buskabel vorhanden sind das ganze anbinden. Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, kann ich bei der Einbindung z.B. eines Tabletts, auch dieses Nutzen, um die Türe zu öffnen und zu sehen, wer davor steht. Wahrscheinlich könnte ich auch steuern, dass beim Klingeln das Licht an- oder ausgeht. Aber wer will sowas schon.

Agfeo AS-181 Plus via Amazon

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Die dritte Möglichkeit ist das ganze über eine Telefonanlage zu steuern. Hier wird die Gegensprechanlage an die Telefonanlage angeschlossen. Wenn jemand an der Haustür klingelt, dann klingeln die Telefone und statt einer Rufnummer kann angezeigt werden, wo geklingelt wird (Haustüre oder Wohnungstüre). Über das Telefon kann dann das Gespräch mit der Gegensprechanlage geführt werden und über eine Tastenkombination wie z.B. #9 die Türe geöffnet werden. Der Nachteil ist, dass bei dieser Variante kein Video direkt eingebunden werden kann. Aber ich habe keine zusätzlichen Gegensprecher an der Wand hängen und ich kann die bestehenden Telefone nutzen. Und eben auch mehr als eines.

Eine Telefonanlage, die sowas kann und die auch bei uns zum Einsatz kommen wird, ist die AS-181 Plus von Agfeo. Sie kann entweder die eigenen Gegensprechsysteme (Klingeltastereinheit/Gegensprecheinheit)  verwenden oder andere FTZ-kompatible Systeme anbinden. Die Software zum Programmieren ist halbwegs selbsterklärend, aber aktuelle 64-Bit Treiber gibt’s es nicht direkt zum Download und die Anbindung über USB macht Probleme. Letztendlich hab ich sie zum Programmieren über einen USB auf RS232-Adapter zur Mitarbeit bewegen können.

Da die Telefonanlage aber nicht alleine arbeiten kann, ging es auch an die weitere Verkabelung. Wir haben großzügig Cat7 Netzwerkkabel im Haus verteilt, die auf den Patchfeldern im Netzwerkschrank zusammenlaufen, in dem auch die Telefonanlage ihr neues Zuhause findet. Damit die Technik aufgeräumt ist und meine Frau nicht über wild rumliegende Kabel den Kopf schüttelt, kommt bei uns ein gebrauchter 19“ Netzwerkschrank mit 42 HE und damit ca. 2m Höhe zum Einsatz. In dem verschwinden unter anderem die angesprochenen Patchfeldern, Telefonanlage, Router, Switch und auch die ganze Satellitentechnik. Also hab ich mich dran gemacht die 24 Netzwerkkabel mit jeweils 8 Adern und die 8 Zuleitungen zur Telefonanlage auf die LSA-Schneidklemmen aufzulegen. Es ist eine langweilige Fitzelarbeit die ca. 230 Drähte aufzulegen, aber irgendwann muss es ja gemacht werden. Wenigstens funktioniert der Teil Telefonanlage bis Patchfeld und je nach Steckplatz wird die eine oder andere programmierte Telefonnummer verwendet. Die Telefonanlage verrichtet also wie geplant und programmiert ihre Arbeit.

Durch die Verkabelung im Netzwerkschrank haben wir die Möglichkeit die Telefone flexibel in den einen oder anderen Raum zu legen. Soll das Telefon kurzzeitig oder dauerhaft an eine andere Stelle gelegt werden, an der ein Netzwerkkabel liegt, muss nur im Netzwerkschrank die Zuordnung neu gesteckt werden. Fast so wie früher, als in Telefonzentralen noch von Hand durch Stecken von Kabeln verbunden wurde. Auf der Gegenseite kommt dann einfach ein Adapter von RJ45 auf TAE in die Dose und das Telefon mit integrierte Gegensprechanlage und Türöffner, kann angeschlossen werden. Ich glaube für uns ist das erst mal eine feine Sache.

(Kilo)meterweise neue Rohre

Veröffentlicht: 11. September 2012 in Heizung
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Soll ein altes Haus für eine neue Nutzung mit den heute üblichen Komfortstandards ertüchtigt werden (wie ich es immer mal wieder lese), muss natürlich auch einiges an der Infrastruktur von Kabeln und Rohren verändert werden. In unserem Fall müssen aber nicht einfach nur alte Rohre ersetzt werden, sondern es muss eine ganze Reihe von Änderungen vorgenommen werden.

Zum einen verändern wir die Nutzung der Räume. Die Küche wandert von einem Raum in einen anderen, der die notwendigen Anschlüsse dafür gar nicht enthält. Zum anderen sollen die bisherigen Bäder in Zukunft teilweise als Wohnräume genutzt werden und andere Bereiche sind jetzt die neuen Bäder. Das solche Veränderungen in der Nutzung von Räumen auch entsprechende Änderungen an der Verrohrung nach sich ziehen, erschließt sich fast von selbst.

Zusätzlich stellen wir auch auf ein modernes Heizsystem um. Die alten Öleinzelöfen mit einer zentralen Ölversorgung werden durch Heizkörper und Fußbodenheizung ersetzt. Zuerst haben wir die alten Kupferleitungen, die quer durchs Haus gelaufen sind und die Einzelöfen mit Öl gespeist haben, abgebaut. Das war ab und zu mit etwas Sauerei verbunden, da immer noch Öl nachgelaufen ist. Als nächstes hat unser Sanitär- und Heizungsinstallateur innerhalb kürzester Zeit wahrscheinlich Kilometer neuer Rohre verlegt. Dazu wurden Mauern durchbrochen, Dielen aufgesägt und Aufnahmen für die neuen Leitungen verschraubt. Noch sind sie mitten in der Arbeit aber die Deckenansicht im Heizungskleller hat sich schon stark verändert.

  

Für den ersten Stock konnten die Heizungsbauer recht einfach das Mezzanin nutzen, um dort die Wasser- und Heizungsrohre unter die Decke zu hängen. Hier ist genügend Platz vorhanden um das nötige Gefälle fürs Abwasser zu ermöglichen und auch später noch eine Dämmung einzubringen. Denn die Lehmwickel, wie sie auf dem zweiten Bild zu erkennen sind, sind sicher nicht das Beste, was es derzeit gibt. Von den Hauptleitungen für den ersten Stock aus wird dann einfach in jedem Raum das Heizungsrohr nach oben geführt. Dann können die neuen Heizkörper sinnvoll angeschlossen werden.

Für den zweiten Stock haben wir zwei vertikale Verorgungsschächte vorgesehen, die für die Zuleitungen und die Entwässerung genutzt werden. Die eigentlich Verteilung z.B. für die Fußbodenheizung im zweiten Stock wird dann wahrscheinlich auf dem Boden entlang geführt. Allerdings sind wir dort noch nicht ganz so weit gekommen, da es hier noch vom Systemaufbau der Fußbodenheizung abhängt. Der Ursprünglich Plan war die Verwendung eines Fließestrichs mit Fußbodenheizung. Allerdings ist das vorgesehene Heizsystem Uponor Minitec mit geringem Aufbau laut Estrichleger anscheinend nicht zugelassen für eine zementgebundene Ausgleichsschüttung von zum Teil 11cm. Wahrscheinlich werden wir jetzt auf ein Heizsystem von Janssen umsteigen, das ganz ohne Estrich auskommt und direkt unter den Dielen verlegt wird. An dieser Stelle möchte ich mich bei Lars für den Tip bedanken, den er hier in einem Kommentar gepostet hat.